Protocol of the Session on April 24, 2008

Und wie das Lohngefüge in den genannten Bereichen aussieht, wissen Sie ganz genau. Beim besten Willen kann ich mir auch nicht vorstellen, das aber nur als Anmerkung, dass es auch Kalkulationen gibt für 600 Menschen, die im Reparatur- und Instandsetzungsbereich tätig sein sollen für dieses Kraftwerk. Wenn das der Fall ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses Kraftwerk überhaupt funktionieren kann,

(Zuruf von Werner Kuhn, CDU)

denn es wäre hochgradig störanfällig,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Haben Sie schon mal was von Wartung gehört?)

wenn man so viele Menschen braucht, um Reparaturen zu leisten.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Sie haben doch von Technik keine Ahnung!)

Aber nun zum rechtsstaatlichen Verfahren, auf das sich alle Befürworter zurückziehen, wenn Sie sagen, um nicht den Eindruck zu erwecken, Politik könne sich da einmischen.

(Zuruf von Marc Reinhardt, CDU)

Es ist schon erstaunlich, dass, nachdem Sie bekannt gegeben haben, dass Sie selbstverständlich dafür sind, das Kraftwerk zu bauen, Sie gleichzeitig einfordern, aber das muss rechtsstaatlich geschehen.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Natürlich.)

Ich kann das so nicht erkennen. Ich komme auf die Ausgangsfrage zurück, was Sie denn dazu führt, ob Sie meinen, dass Ihre politische Meinung keinen Einfl uss hat. Denn Sie wollen nicht, dass politische Meinung Einfl uss hat auf rechtsstaatliche Verfahren. Irgendwie müssen Sie sich dann schon äußern, was Sie wollen.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Dann gehen Sie lieber auf die Straße und erzählen den Leuten Märchen.)

Folgt man Ihrer Argumentation, müssten sich die Landesregierung, die CDU, die FDP, die Unternehmerverbände jeglicher öffentlicher Befürwortung enthalten, genauso wie Sie das erwarten von Bürgerinitiativen und anderen, dass sie sich enthalten sollen. Das tun Sie aber natürlich nicht. Das meinen Sie auch nicht so. Nein, Sie meinen, das Volk soll sich heraushalten.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE – Michael Roolf, FDP: Ach!)

Und Ihre Meinung zur Volksinitiative, die haben Sie gründlich genug dargestellt.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Sie, Herr Methling, sollen die Leute nicht in die Irre führen. Das ist der Punkt.)

Die Spezialisten in der Genehmigungsbehörde wüssten schon, was sie tun.

(Unruhe bei Abgeordneten der Fraktion der CDU)

Um es deutlich zu sagen: Ich war acht Jahre lang Vorgesetzter dieser Mitarbeiter in den Genehmigungsbehörden. Ich kenne die Kolleginnen und Kollegen sehr gut und weiß, dass sie ordentlich und gewissenhaft arbeiten. Daran haben Sie auch gar keinen Zweifel.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Nein. – Birgit Schwebs, DIE LINKE: Wir auch nicht.)

Warum haben Sie denn einen Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Genehmigungsverfahrens? Auch das ist dann nicht ganz klar.

Wichtig ist aber auch eine Erfahrung, ich glaube, da sind wir uns einig, dass Mitarbeiter nicht ganz unempfi ndlich sind gegenüber Beeinfl ussung von ihrem Dienstherrn.

(Gino Leonhard, FDP: Ach!)

Das ist auch die Erwartung, die hin und wieder an Dienstherrn gerichtet wird, dass sie einen solchen Einfl uss vornehmen. Ich unterstelle aber, dass die Mitarbeiter in den Genehmigungsbehörden rein fachlich die Beurteilung vornehmen.

Was ich kritisiere, sehr geehrte Damen und Herren Befürworter des Kraftwerkes, ist, dass Sie in diesem Sinne doppelzüngig argumentieren, mal abgesehen davon, dass es möglicherweise auch rechtlich Folgen haben könnte. Da verfasst das Wirtschaftsministerium ein 23-seitiges Material, in dem dem Investor Argumente geliefert werden, mit denen er das übergeordnete öffentliche Interesse darstellen kann.

(Birgit Schwebs, DIE LINKE: Hört, hört!)

Welch ein eigenartiger Vorgang!

(Michael Roolf, FDP: Das ist ein Problem.)

Welch ein eigenartiger Vorgang!

(Michael Roolf, FDP: Die Aufsichtsbehörde bestätigt, das ist ein Problem.)

Da wird der Termin …

(Michael Roolf, FDP: Sie wissen das doch besser.)

Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.

(Unruhe bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Dr. Armin Jäger, CDU: Wir sind doch hier nicht auf der Vollversammlung. Sie reden in einem Parlament. Bleiben Sie doch mal bei der Wahrheit! – Zuruf von Angelika Gramkow, DIE LINKE – Glocke der Vizepräsidentin)

Das ist die Wahrheit! Das ist die Wahrheit! Das ist die Wahrheit!

(Dr. Armin Jäger, CDU: Dann haben Sie acht Jahre über nichts begriffen.)

Da wird der Termin, an dem der vor sieben Monaten beschlossene Austritt der Gemeinde Lubmin aus dem Zweckverband „Lubminer Heide“ verhandelt werden soll, immer weiter verschoben und schnell noch vor Wirksamwerden des Austritts der B-Plan im Interesse von Dong Energy gegen die Stimmen aus Lubmin geändert. Da werden der Öffentlichkeit 19 prall gefüllte Ordner mit den Genehmigungsanträgen präsentiert. Die dürfen nicht kopiert werden,

(Birgit Schwebs, DIE LINKE: Die waren ja auch unvollständig.)

sondern sie müssen in den Auslagestellen eingesehen werden. Die Einwendungen …

(Udo Pastörs, NPD: Das ist Praxis. Das nennt man dann Bürgerbeteiligung.)

Ja, ich habe auch nichts dagegen. Aber die Einwendungen gegen dieses Material

(Udo Pastörs, NPD: Ist klar.)

innerhalb so kurzer Zeit vornehmen zu können,

(Udo Pastörs, NPD: Das geht doch gar nicht.)

ist doch eine unlösbare Aufgabe, die kaum von Spezialisten geleistet werden kann.

(Udo Pastörs, NPD: So ist es.)

Und trotzdem erkennen die Menschen, dass dieses Vorhaben der Region, ihren Bewohnern, dem Tourismus und dem Klima schadet.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE – Zurufe von Beate Schlupp, CDU, und Gino Leonhard, FDP)

Es ist schon erstaunlich, dass der Klimaschutzminister so selten über Klimaschutz spricht.

(Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)

Ja, ja, Sie lassen sich auch nicht verbieten, sich lautstark dazu zu äußern.