Protocol of the Session on March 3, 2004

Nur dazu muss man wissen, dass das schon sehr, sehr alt ist, denn das ist weit vor PISA konzipiert worden.

(Rudolf Borchert, SPD: 1995! 1995!)

Das heißt, es kann im Grunde genommen neuere bildungspolitische Erkenntnisse überhaupt nicht berücksichtigen. Das muss man dann auch zur Kenntnis nehmen!

(Beifall bei einzelnen Abgeordneten der SPD und PDS)

Herr Abgeordneter Heydorn, gestatten Sie eine Anfrage des Abgeordneten Glawe?

Die möchte ich gerne zum Schluss beantworten.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Der hebt sich das Beste immer bis zum Schluss auf. – Torsten Renz, CDU: Er möchte die ganze Unwahrheit in der Gesamtheit ausschütten.)

Und dann kommt der Hinweis auf die Fachkraft-KinderRelation, wo wir sagen, im Durchschnitt, denn man muss sich einmal unsere Situation in Mecklenburg-Vorpommern ansehen.

(Präsidentin Sylvia Bretschneider übernimmt den Vorsitz.)

Wir haben auf der einen Seite ein paar größere Städte, aber im Großen und Ganzen besteht Mecklenburg-Vorpommern aus einer Fläche. Man muss sich, wenn man das zur Kenntnis nimmt, die Frage stellen: Wie können wir perspektivisch das Thema Betreuung in der Fläche aufrechterhalten? Das heißt, wir werden zukünftig in der Situation sein, diese Gruppengröße von 18 in der Fläche

häufig unterschreiten zu müssen, es wird keine 18 Kinder mehr pro Gruppe geben. Das bedeutet auf der anderen Seite aber, dass wir, weil wir nur einen bestimmten finanziellen Rahmen zur Verfügung haben, an anderer Stelle auch mit größeren Gruppen zu leben haben werden. Das ist bedauerlich, aber das ist die Realität!

(Rudolf Borchert, SPD: Das ist auch jetzt schon der Fall. Das ist doch jetzt schon der Fall.)

Dieses Gesetz ist schon heute für uns ein finanzieller Kraftakt, weil man einfach zur Kenntnis nehmen muss, dass wir nicht mehr Möglichkeiten haben.

(Torsten Renz, CDU: Für die Eltern ist das ein Kraftakt. – Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Sie sind es doch, Sie von der CDU, die ja immer wieder darauf hinweisen,

(Torsten Renz, CDU: Zeigen Sie die mal!)

dass man hier mit dem Geld des Landes verantwortlich umgehen muss und das Thema Verschuldung nicht endlos in die Höhe treiben muss!

(Beifall bei einzelnen Abgeordneten der SPD – Unruhe bei einzelnen Abgeordneten der CDU – Torsten Renz, CDU: Das ist unparlamentarisch!)

Das machen Sie ja auch.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Und dann kristallisiert sich immer die Frage heraus: Wie entwickeln sich die Elternbeiträge? Dazu muss man aber zur Kenntnis nehmen, dass es auch unter der bestehenden gesetzlichen Regelung Elternbeiträge gibt, die gibt es auch heute schon.

(Egbert Liskow, CDU: Richtig erkannt.)

Heute passiert Folgendes, was letztlich auch mit der Höhe von Elternbeiträgen zu tun hat, dass das Land Zuwendungen verteilt. Es verteilt Zuwendungen auf die örtlichen Träger der Jugendhilfe unter Pro-Platz-Gesichtspunkten. Das heißt, dass die örtlichen Träger der Jugendhilfe heute ihre Zuwendungen nach belegtem Platz bekommen. Diese Regelung kommt den großen Städten zugute, weil es in den großen Städten deutlich mehr belegte Plätze gibt als auf dem flachen Land. Das muss man zur Kenntnis nehmen! Der ursprüngliche Gesetzentwurf des Ministeriums sah so aus, dass sie einfach davon ausgegangen sind, dass die Kinderversorgung auf dem platten Land deutlich schwieriger ist, und zwar auch für die Eltern wesentlich schwieriger.

Ich habe darüber mit meinem Abgeordnetenkollegen Dr. Nieszery gesprochen, der mir eindrucksvoll aufgezeigt hat, welchen Aufwand er als Kreisbewohner gehabt hat, um seinen kleinen Jungen in eine Einrichtung zu bringen. Zehn Kilometer ein Fahrweg, und das zweimal am Tag, das sind allein 100 Kilometer Autofahrt während der Woche. Diesen Aufwand betreibt kein Elternteil in einer großen Stadt, der fällt da weg.

Und dann haben wir Folgendes getan: Wir haben gesagt, wir wollen die Härten nehmen, wir wollen auf der einen Seite die großen Städte nicht in dem Umfang belasten und wir wollen auf der anderen Seite die Landkreise etwas besser stellen. Daraus resultiert diese 50-50-Regelung, die hier heute schon mehrfach beschrieben wurde. Sie führt dazu, dass einige Städte belastet werden. Sie führt aber auch dazu, dass alle Landkreise letztendlich

einen Vorteil bei der Verteilung der finanziellen Mittel des Landes haben. Das ist der erste Punkt.

(Beifall Rudolf Borchert, SPD, und Dr. Margret Seemann, SPD)

Und der zweite Punkt, wodurch Elternbeiträge beeinflusst werden, ist die Frage der Investitionskosten, Herr Glawe. Ich möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass in der Vergangenheit über das Regelkostensystem den Einrichtungsträgern keine Investitionskosten refinanziert worden sind.

(Harry Glawe, CDU: Da sagt die Ministerin aber genau das Gegenteil. Das wäre nie Bestandteil der Regelkosten gewesen.)

Das heißt, dass die Einrichtungsträger die Substanz ihrer Einrichtungen verfrühstückten. Das wird künftig anders sein. Die Einrichtungsträger haben in der Perspektive die Möglichkeit, Investitionen zu ihrer Einrichtung letztendlich auch refinanzieren zu können. Das finde ich in Ordnung, das finde ich richtig!

(Dr. Armin Jäger, CDU: Und wer bezahlt das? Wer bezahlt das?)

Herr Dr. Jäger, das ist eine ganz klare Sache. Das ist eine Sache, die die Elternbeiträge auch berücksichtigt.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Klasse! Das sagen wir ja.)

Aber zum Bezahlen kommen wir gleich.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Jaja!)

Auf Ihren Zwischenruf habe ich gewartet und damit habe ich auch gerechnet. Wie man dem „Nordkurier“ entnehmen kann, sind Sie nach eigener Auffassung einer der größten Experten, die hier im Lande jemals zur Verfügung gestanden haben.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD und PDS – Unruhe bei Abgeordneten der CDU – Torsten Renz, CDU: Jetzt wird er wieder persönlich! – Zurufe von Andreas Petters, CDU, und Torsten Renz, CDU)

Dagegen will ich mich verwahren.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Herr Heydorn, toben Sie Ihre Minderwertigkeitskomplexe zu Hause aus! Das ist doch peinlich! – Torsten Koplin, PDS: Das war ja wieder einmal unerhört! – Eckhardt Rehberg, CDU: Das ist nur noch pein- lich, diese Arroganz! – Volker Schlotmann, SPD: Das war ja wieder mal klassisch.)

Schauen wir uns jetzt doch einmal die Situation in Schwerin an.

(Unruhe bei einzelnen Abgeordneten der SPD und PDS)

Ich weiß nicht so genau, wer die Verhältnisse in Schwerin kennt. Wir haben an der Spitze der Stadt den Stadtpräsidenten Herrn Dr. Armin Jäger (CDU),

(Dr. Armin Jäger, CDU: Richtig.)

dann gibt es den Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU)

(Kerstin Fiedler-Wilhelm, CDU: Klammer zu, Klammer zu!)

und es gibt den zuständigen Dezernenten

(Dr. Armin Jäger, CDU: Die Schweriner wissen, was sie an uns haben.)

Hermann Junghans, auch CDU.

(Heiterkeit bei Eckhardt Rehberg, CDU – Dr. Armin Jäger, CDU: Deswegen treten Sie ja gar nicht erst an, Herr Heydorn. Sie will ja keiner!)

Die Stadt Schwerin hat eine Kita gGmbH und da sind etliche Einrichtungen drin.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Kandidieren Sie doch mal! – Zuruf von Torsten Koplin, PDS)