Wer dem Antrag der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit der Drucksachen-Nummer 18/452 seine Zustimmung geben möchte, den bitte ich um das Handzeichen!
Antrag der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/ Die Grünen vom 22. März 2012 (Neufassung der Drucksache 18/316 vom 20. März 2012) (Drucksache 18/322)
Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es sind knapp 10 000 Beschäftigte sowie 18 500 Studierende, die täglich zum Bremer Technologiepark, zu den Firmen, die im Technologiepark ansässig sind, beziehungsweise zur Universität fahren. Das hat die Dimension einer Kreisstadt, und wir meinen, dass eine Kreisstadt einen Bahnhaltepunkt haben sollte. Diese Entwicklung ist vor 40 Jahren, als die Universität gegründet wurde, in der Form nicht absehbar gewesen. Ich möchte die Gelegenheit hier auch wahrnehmen, um einmal die positive Entwicklung der Universität wie auch des Technologieparks zu loben. Ich meine, es ist an der Zeit, dass wir jetzt über die Einrichtung eines Bahnhaltepunkts Universität/Technologiepark sprechen sollten.
Eine repräsentative Studie des Büros für Verkehrsökologie Bremen, die im Auftrag der Universität durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass es ein erhebliches Umsteigepotenzial zum öffentlichen Personenverkehr gibt und bezogen auf 10 000 Beschäftigte ein jährliches CO2-Einsparpotenzial von 1 500 Tonnen vorliegt. Wir meinen, das ist ein Potenzial, das ausgeschöpft werden sollte.
Ein Bahnhaltepunkt Universität/Technologiepark könnte die Fahrzeit zwischen dem Hauptbahnhof und der Universität beziehungsweise den an der Universität angesiedelten Unternehmen um zehn Minuten auf vier Minuten verkürzen. Das ist gigantisch, also statt vierzehn nur noch vier Minuten, und für zahlreiche Geschäftsreisende, Beschäftigte oder auch Studenten der Universität, die aus Richtung Hamburg kommen, würde die Reisezeit um bis zu 30 Minuten verkürzt. Ich denke, das sind für jemanden, der dort täglich hinfährt, schlagkräftige Argumente, um zu sagen, ich nutze jetzt die Möglichkeiten des öffentlichen Personenverkehrs und fahre nicht weiterhin mit dem Auto.
Wir sind der Meinung, dass ein Bahnhaltepunkt auch in Verbindung mit einem Ring-Shuttlebus-Verkehr im Technologiepark angedacht werden könnte, dass also, wenn die Menschen dort ankommen, auch eine weitere Beförderung im Technologiepark angedacht werden sollte, vielleicht sogar auch mit der Möglichkeit, dort einen Fahrradverleih anzubieten.
Die Möglichkeit, das Fahrrad im Zug dorthin mitzunehmen, besteht ohnehin, aber auch für diejenigen, die sagen, wir wollen ohne Fahrrad dorthin fahren, wollen vielleicht ein Fahrrad vor Ort anmieten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man im Tech––––––– *) Vom Redner nicht überprüft.
nologiepark wunderbar mit dem Fahrrad fahren kann. Insofern möchten wir, dass auch ein Ring-Shuttlebusverkehr gegebenenfalls im Zusammenhang mit einer Fahrradstation geprüft wird.
Wir sind auch der festen Überzeugung, dass neben denjenigen, die diese Infrastruktur nutzen, die beiden Stadtteile, die sich direkt anschließen – auf der einen Seite Horn-Lehe, auf der anderen Seite Riensberg – von einer solchen Entwicklung profitieren würden und hier noch einmal ein erhebliches Fahrgastpotenzial entsteht. Wir sind außerdem der festen Überzeugung, dass ein solcher Haltepunkt auch die Attraktivität des ohnehin schon sehr attraktiven Technologieparks und der Universität fördern würde. Insofern spricht aus unserer Sicht inhaltlich rein gar nichts gegen einen solchen Bahnhaltepunkt.
Uns sind bisher auch nur Befürworter bekannt. Die BSAG und der Beirat Horn-Lehe haben sich positiv für eine solche Einrichtung ausgesprochen, die Technologieparkinitiative und die Universität unterstützen diese Einrichtungen und fördern und fordern diese sogar eindringlich. Insofern wollen wir den Senat mit diesem Antrag bitten zu prüfen, ob es solch einen Haltepunkt geben kann. Wir sind der Meinung, es sollte ihn geben.
Wir möchten vom Senat wissen, wo genau solch ein Haltepunkt eingerichtet werden könnte, wie er in das bestehende Verkehrsnetz einzubinden wäre und welche neuen Verkehrsverbindungen sich hier sinnvollerweise anbinden ließen. Wir wünschen uns auch, dass dieser Haltepunkt in das aktuelle Verkehrsentwicklungsprogramm einbezogen wird. Wir möchten wissen, welche Kosten auf welche Träger zukommen und wie viele Fahrgäste diese Möglichkeit nutzen würden.
Last, not least möchten wir gern, dass der Senat uns aufzeigt, in welchem Zeitraum eine solche Struktur aufgebaut werden könnte, und wir wünschen uns auch noch, dass der Senat uns aufzeigt, wie sowohl der Technologiepark, die Universität als auch die umliegenden Wohngebiete vom Haltepunkt profitieren würden.
Ich finde, das ist im Gegensatz zu dem Punkt, den wir vorher diskutiert haben, eine Sache, die wir hier heute vielleicht abschließend alle gemeinsam auf den Weg bringen könnten. Ich hoffe auf die Zustimmung aller Fraktionen in diesem Hause. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche einen schönen Abend!
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Es ist eine sehr hübsche Idee, ein schönes Projekt, das mir von Anfang an sehr viel Spaß gemacht hat. Das Einzige, was mich gewundert hat, ist, dass wir es erst jetzt debattieren, denn es liegt eigentlich auf der Hand, dass dort ein Bedarf besteht. 28 500 Menschen studieren und arbeiten dort, das ist eine ganz erkleckliche Zahl. Bahnhöfe sollten sich dort befinden, wo viele Menschen arbeiten und wohnen, und das ist hier der Fall.
Für die Pendler, die von außerhalb kommen, das hat Herr Kottisch schon gesagt, ist die Verkehrsanbindung im Augenblick zum Teil nicht so gut. Kommt man aus Hamburg, könnte eine halbe Stunde gespart werden, vom Hauptbahnhof könnte man zehn Minuten sparen. Wenn man sich morgens einmal den Spaß gemacht hat – es ist keiner –, mit der Linie 6 zur Universität zu fahren, wenn dort die Vorlesungen beginnen, wird man merken, dass es dort sehr voll und nur noch Ankommen das Ziel ist.
Das ist alles durchaus verbesserungswürdig. Sehr gut, das muss ich einfach auch noch einmal erwähnen, weil wir vorhin auch schon das Thema Fahrrad hatten, ist, dass wir auch eine sehr gute Fahrradnutzung zur Universität haben. Ich möchte erwähnen – die Zahl ist bekannt, aber ich finde sie so bemerkenswert –, dass 50 Prozent der Universitätsbeschäftigten im Sommer mit dem Fahrrad zur Universität fahren. Das ist eine ganz schöne Sache.
Welche Vorteile hat eigentlich der Bahnhaltepunkt an dieser Stelle? Es besteht aufgrund der Zeitverkürzung ein enormes Umsteigepotenzial bei den Pendlern. Es werden zwischen 1 800 und 2 400 Menschen sein, die den Bahnhaltepunkt nutzen könnten. Ich habe einmal versucht, es auszurechnen. Wenn die Züge zwölf Stunden lang jede halbe Stunde an diesem zu bauenden Haltepunkt halten, dann könnten es 100 Menschen sein, die an der Stelle plötzlich aussteigen und dann zur Universität und zum Technologiepark gehen. Das, finde ich, ist auch für die Betreiber ein sehr lohnender Haltepunkt, wenn es dazu kommt. Es spricht also viel dafür.
Wirtschaftspolitisch ist es vollkommen klar, der Standort Technologiepark wird durch einen Bahnhaltepunkt weiter gestärkt werden, es gibt dort weitere Verdichtungspotenziale, die zu nutzen sind. Wenn die Anbindung dort noch besser gestaltet wird, dann ist das wirtschaftspolitisch, denke ich, eine ganz gute Angelegenheit.
Umweltpolitisch ist vollkommen klar – das hat Herr Kottisch schon gesagt –, dass durch eine Umsteuerung viel CO2 eingespart werden. Der Bahnhaltepunkt ist also umweltpolitisch eine sehr gute Angelegenheit. Verkehrspolitisch – das liegt auf der Hand – ist ––––––– *) Vom Redner nicht überprüft.
er eine Erleichterung für alle Nutzer und ein zusätzliches gutes Angebot. Ich halte ihn auch im Sinne der Stadtentwicklung für ein gutes Projekt. Ich erlebe Horn-Lehe und die Universität nicht unbedingt wie ein organisch gewachsenes Ganzes, sondern ich finde, dass eine Trennung besteht und dass man viel machen kann, um diese Situation aufzulösen.
Ich favorisiere bei den beiden möglichen Haltepunkten, die bisher genannt worden sind, das ist die Otto-Braun-Allee – wer nachher Lust hat, kann sich das auf Google Maps anschauen – und die Universitätsallee, die Letztere, weil dieser Haltepunkt, der sich an der Schnittstelle der Bahn und der Straßenbahn befindet, etwas näher an dem Stadtteil Horn-Lehe und dem Ortsteil Riensberg liegt. Ich kann mir vorstellen, dass es sein kann, wenn er dort eingerichtet wird, dass das organische Zusammenwachsen der Stadtteile mit der Universität dadurch weiter gefördert werden kann.
Ich finde, es ist eigentlich bis auf ein Fragezeichen eine ganz runde und gelungene Angelegenheit. Umweltpolitisch und verkehrspolitisch wünsche ich es mir, und wirtschaftspolitisch ist es höchst sinnvoll. Ich bin sehr hoffnungsfroh, dass es sich auch nach finanzieller Abwägung als sinnvoll und förderlich erweisen wird, wenn wir die Einrichtung dieses Haltepunkts heute alle zusammen hoffentlich einstimmig auf den Weg bringen. – Vielen Dank!
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Am Ende wird alles gut. Es handelt sich hier um ein wunderbares Projekt, meine beiden Vorredner haben es schon in vielfältiger Weise dargestellt. Wir machen natürlich alles, um den Standort Universität und Technologiepark weiterhin zu stärken. Besonders schön ist, dass sich die Reisezeiten verkürzen. Besonders schön ist die Anbindung auch für die Stadtteile Schwachhausen und Horn, das hat Herr Saxe schon erwähnt. Die ständig überfüllte Straßenbahnlinie 6 würde damit entlastet.
Es handelt sich hier erst einmal um einen Prüfauftrag. Wir begrüßen ihn, und wir haben auch schon über die mögliche Lage, wo dieser Haltepunkt eingerichtet werden könnte – das hat Herr Saxe auch schon erwähnt – nachgedacht, aber dazu sagt der Senator vielleicht gleich noch etwas. Ich glaube, der betroffene Beirat in Horn hat das auch schon einmal begrüßt.
Spannend wird natürlich – und das ist in der Tat wahrscheinlich der kritischste Pfad für dieses Projekt – die Finanzierung, denn das war heute auch schon in der Zeitung zu lesen. Es kann nur drei Töpfe geben – die BSAG, die Bahn und das Land Bremen –,
und ich kann sagen, dass der Wissenschaftshaushalt dafür mit Sicherheit keine Mittel bereitstellen kann. Insofern sind wir gespannt, was dabei herauskommt und wie das Projekt umzusetzen ist. Der Prüfauftrag ist auf ein halbes Jahr befristet, insofern haben wir kurz vor Weihnachten vielleicht noch ein nettes kleines Geschenk. Meine Fraktion und ich würden uns sehr freuen, wenn dieses Projekt realisierbar wäre. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass dieser Haltepunkt aus ökologischen, wirtschaftlichen, verkehrstechnischen und möglicherweise aus vielen anderen Gründen sinnvoll ist, haben meine Vorrednerinnen und Vorredner begründet. Inhaltlich gibt es dazu nichts mehr zu sagen. DIE LINKE steht in dieser Frage wie immer selbstverständlich entschieden auf der Seite der Beschäftigten und Studierenden der Universität Hannover und wird dieses Projekt selbstverständlich unterstützen.