Herr Kollege Dr. DĂŒrr, wenn Sie mir zugehört hĂ€tten, hĂ€tten Sie gemerkt, dass ich das sehr deutlich gesagt habe.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass Sie so viel dazwischenschreien, dass Sie nicht mehr zum Zuhören kommen, Herr Kollege Dr. DĂŒrr.
Schon auf der ersten Seite können Sie lesen, dass ich ganz offen angesprochen habe, dass wir in Kreuth darĂŒber gesprochen haben, mit welchem Spitzenkandidaten wir in die Wahl 2008 gehen werden. Ich habe das offen und ehrlich angesprochen. Ich habe aber auch sehr deutlich gesagt, dass von einem RĂŒcktritt zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt niemand gesprochen hat.
Das eine wie das andere habe ich glasklar angesprochen. Wenn Sie meinen, es besser zu wissen, entspricht das Ihrem Charakter. Sie können aber nicht behaupten, dass ich das nicht glasklar gesagt hÀtte.
Herr PrÀsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Gestatten Sie mir noch einige ganz wenige Anmerkungen: Herr Kollege Herrmann, ich bin beruhigt, dass Sie mir nicht mehr als meinen bayerischen Patriotismus vorwerfen können.
Ich bin auch beruhigt, dass Sie gesagt haben, Neuwahlen wĂŒrden Sie nicht stören. Wenn dem so wĂ€re, dann lassen Sie uns das verabreden.
In der Bayerischen Verfassung gibt es die Möglichkeit, dass sich der Bayerische Landtag mit Mehrheitsbeschluss auflösen kann, um den Weg fĂŒr Neuwahlen frei zu machen. Wenn Sie so selbstsicher sind, wie Sie hier tun, nehmen wir Sie beim Wort.
Dann lassen Sie uns diesen Weg der Neuwahlen gehen. Wenn Sie sagen, das, was wir getan haben, sei in Ordnung, dann nehmen wir Sie beim Wort. Lösen wir den
Der entscheidende Punkt ist aber ein anderer: Sie sagen, wir hĂ€tten nicht verstanden, was in der CSU in den letzten Monaten vor sich gegangen ist. Das stimmt. Ich habe es bis zur heutigen Stunde nicht verstanden. Sie haben nĂ€mlich die entscheidenden Fragen, die ich gestellt habe, nicht beantwortet. Wenn die Leistungsbilanz, die Sie hier vertieft haben, so groĂartig ist, dann gibt es keinen Grund, den MinisterprĂ€sidenten davonzujagen.
Ich sage Ihnen: Auch der Herr MinisterprĂ€sident selbst scheint nicht verstanden zu haben, was in der CSU in den letzten Wochen vor sich gegangen ist. Ich stelle fest, dass der Herr MinisterprĂ€sident nicht in der Lage ist, dem Hause heute zu erklĂ€ren, warum er entgegen seiner erklĂ€rten Absicht, bis zum Jahr 2013 in Bayern regieren zu wollen, seinen RĂŒckzug angekĂŒndigt hat. Er kann es diesem Hause nicht erklĂ€ren.
Herr Herrmann hatte eine schwierige Aufgabe â das gestehe ich ihm zu â, aber vom Bayerischen MinisterprĂ€sidenten wĂŒrde ich das erwarten. Es schauen nun Menschen zu, die nur aus der Zeitung wissen, Herr Kollege Ach, dass der Herr MinisterprĂ€sident von Ihnen zum RĂŒckzug gezwungen wurde â wie Herr Herrmann erlĂ€utert hat, aus parteitaktischen ErwĂ€gungen. Sie haben gesagt: aus parteitaktischen ErwĂ€gungen. NatĂŒrlich haben Sie gesagt: Wir ĂŒberlegen, mit welcher Formation wir in die Landtagswahl 2008 gehen.
Ich sage nicht, Herr Kollege Herrmann, dass das unlauter ist. Es ist selbstverstÀndlich, dass es so etwas geben muss und geben kann.
NatĂŒrlich entscheidet eine Partei auch danach, was am erfolgversprechendsten ist. Ich sage Ihnen doch nur, dass Sie das als Grund angegeben haben. Sie haben parteitaktische ErwĂ€gungen als Grund angegeben.
Jetzt frage ich den Herrn MinisterprÀsidenten, der anwesend ist, wie er zu diesen ErwÀgungen steht. Was hat ihn
bewogen, von seiner Entscheidung abzurĂŒcken, 2008 als Spitzenkandidat und MinisterprĂ€sident in die Landtagswahl zu gehen?
Was hat Sie bewogen? Was hat Ihre Meinung verÀndert? Warum bleiben Sie nicht bis zum Jahr 2013 im Amt?
Ich stelle fest: Sie sind entweder nicht bereit, dem Hohen Hause und der Ăffentlichkeit Auskunft zu geben oder nicht dazu in der Lage. Ich finde, beides ist ein schwaches Zeichen und â ehrlich gesagt â, kein groĂartiger demokratischer Stil. Das muss ich sagen.
Entschuldigung, wir sind doch Menschen aus Fleisch und Blut, Herr Kollege Kaul. Wir sind der Sprache mÀchtig. Herr Kollege Kaul, warum verweisen Sie jetzt auf schriftliche Stellungnahmen, denn wir sind Menschen aus Fleisch und Blut, sind hier leibhaftig anwesend und sind der Sprache und des Sprechens mÀchtig? Was hindert daran, das auch wirklich miteinander zu besprechen?
Sie sagen: Wir stehen hinter unserem MinisterprÀsidenten. Sie werden jetzt bei der Abstimmung die Fassade der Geschlossenheit wahren.
So professionell sind Sie, aber ehrlich ist das nicht. Sie stehen nĂ€mlich nicht mehr hinter Ihrem MinisterprĂ€sidenten, und zwar aus folgendem Grund, den Sie uns selbst sozusagen angeboten haben: Sie sagen: Herr Stoiber ist nicht mehr der Garant fĂŒr unseren Erfolg 2008. Er hat uns einmal den Erfolg gebracht und solange war er gut.
Nein, das ist nicht mein Problem. Das ist die Art und Weise Ihres Umgangs mit dem Amt des MinisterprÀsidenten.
Herr Kollege Herrmann, wir sind doch nicht ĂŒber die VorgĂ€nge der letzten Monate in der CSU bestĂŒrzt. Das ist doch nicht unser Problem. Wir tun auch nicht so, nein, wir nehmen zur Kenntnis, was bei Ihnen los ist. Wir nehmen das MaĂ an Heuchelei, das stattfindet, zur Kenntnis. Die Fassade der Geschlossenheit werden Sie bei dieser Abstimmung wahren. Viele von Ihnen werden entgegen Ihrem eigenen Willen erklĂ€ren: Jawohl, wir stehen hinter dem Bayerischen MinisterprĂ€sidenten.