Protocol of the Session on March 13, 2025

Vielen Dank, Herr Präsi dent. – Vielen Dank, Herr Abg. Fulst-Blei, für die richtige und wichtige Frage, die heute gestellt wird.

(Vereinzelt Heiterkeit)

Das wird jetzt der Insider.

(Heiterkeit – Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Ge nau!)

Wissen Sie, der Punkt ist der: Wenn das jetzt eine Gepflogenheit wird, dann sagen wir, wenn man sich in zehn oder 20 Jahren fragt: „Wir waren dabei bei dem historischen Moment, als es erfunden wurde.“

(Heiterkeit – Staatssekretärin Sandra Boser: Bei der ersten Stunde!)

Genau.

Ich hoffe, dass ich die An frage von Ihnen, die ich wirklich richtig und wichtig finde, auch in Ihrem Sinn beantworte, weil – das will ich vorweg nehmen – der Bereich IT einen extrem großen Bereich dar stellt. Wir haben schon in den vergangenen vier Jahren durch Fortbildungsverstärkungsmittel ein Programm aufgelegt, mit dem wir gezielt nochmals in IT-Fortbildungen investiert ha ben. Den Bereich Digitalisierung oder KI kann ich nachher noch mal genauer definieren, wo wir über 230 000 Lehrkräf te im Bereich Digitalisierung erreicht haben.

Diese Fortbildungen sind aber sehr unterschiedlich. Es gibt fachspezifische Fortbildungen. Ich kann Ihnen den ThreemaKanal vom ZSL empfehlen, wo die Fortbildungen aufgeführt sind, beispielsweise von KI im Chemieunterricht bis hin zu „Wie nutze ich Lernmanagementsysteme?“, also sehr schul artübergreifende Fortbildungen. Das ist ein sehr breites Feld, was wir im Bereich der Bildung in der digitalen Welt zur Ver fügung stellen. 3D-Fortbildungen gibt es genauso wie KI, Ein satz von Tablets, Qualifikation für Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben, also Netzwerkbetreuerinnen und Netzwerkbetreu er oder Multimedia-Fortbildende.

Unsere Fortbildungen orientieren sich an DigCompEdu BW, also an einem Kompass, den wir aus dem DigCompEdu der Europäischen Union abgeleitet haben, den es gibt, um den Rahmen für digitale Kompetenzen von Lehrkräften zu schaf fen.

Die fachspezifischen Fortbildungen der verschiedenen Schul arten werden in der Regel von Fachberaterinnen und Fachbe ratern verantwortet – ich werde sie in der Folge FBU nennen –, die Sie ja sicherlich auch noch aus Ihrer aktiven Zeit in der Schule kennen und die ein wichtiger Bestandteil sind. Die FBU haben im Grunde ein Informatikstudium absolviert und auch in diesem Bereich unterrichtet.

Alle FBU nehmen am Anfang in den ersten zwei Jahren an vier einführenden Seminarmodulen mit einem Umfang von insgesamt zehn Tagen teil. Dabei gibt es Themenschwerpunkte

beispielsweise in den Bereichen „Planen und Leiten von Fort bildungen und Sitzungen“, Erwachsenenlernen oder „Grup pen führen und leiten“. Ergänzt werden diese Basismodule durch berufsbegleitende interne Qualifizierungsgänge des ZSL, oftmals auch unter Einbeziehung der Wissenschaft.

Insbesondere im Bereich der beruflichen Schulen werden die verantwortlichen FBU von Lehrkräften unterstützt, die eben falls oftmals über ein Informatikstudium verfügen oder ihre fachliche Kompetenz auf andere Weise nachgewiesen haben. Auch Ausbilderinnen und Ausbilder der Seminare für Aus- und Fortbildung unterstützen die fachlichen Fortbildungstä tigkeiten.

Im Bereich „Bildung der digitalen Welt“ gibt es keine beson deren Voraussetzungen bezüglich Schulart oder -fach. Für die Fortbildenden werden neben den verpflichtenden internen Qualifizierungslehrgängen auch weitere Fortbildungen ange boten, aktuell beispielsweise schwerpunktmäßig im Bereich KI.

Ein besonderes Qualifizierungsangebot, auf das ich immer sehr gern hinweise, ist für die Lehrkräfte das Kontaktstudium Informatik, ehemals Kontaktstudium IMP, das das ZSL in Ko operation mit der Uni Konstanz anbietet. Es feiert dieses Jahr auch Jubiläum. Dort können Lehrkräfte berufsbegleitend ei ne Qualifikation für das Fach Informatik erwerben, auch dann, wenn sie das Fach nicht originär studiert haben. Diese Lehr kräfte werden für uns natürlich auch in Zukunft extrem wich tig sein, gerade wenn es um die Umsetzung von Informatik und Medienbildung als neues Fach geht.

Die Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des Kontaktstu diums werden von Lehrenden oder von Professorinnen und Professoren der Universität Konstanz durchgeführt. Das An gebot wird aktuell von derzeit 200 Plätzen auf 400 Plätze aus geweitet.

Um auf Ihre zweite Frage zu antworten: Aktuell hat das ZSL hinreichend FBU und weitere Fortbildende in allen Schular ten, um das geplante Fortbildungsangebot durchführen zu können.

Vielleicht noch ein paar Zahlen: Geplant sind für dieses Jahr im Bereich Digitalisierung 1 660 Fortbildungsangebote. Es haben aber bereits 1 866 Fortbildungsangebote für das Schul jahr – ich muss es auf das Schuljahr beziehen – 2024/2025 stattgefunden, da sind wir also über Plan. Und im Bereich KI sollen 185 Fortbildungen stattfinden; da sind wir derzeit bei 120 Fortbildungen. Wir haben aktuell – das Schuljahr läuft ja noch – über beide Bereiche hinweg etwa 20 000 Lehrkräfte erreicht. Im Vergleich: 2023/2024 lagen wir bei etwa 30 000 Personen, die an den Fortbildungen teilgenommen haben.

Ergänzend möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir uns jetzt gerade auch mit der Einrichtung des KI-Zentrums in Heilbronn das Thema Fortbildung noch mal konkret anschau en werden: Was bieten wir schon? Was braucht es in der Zu kunft, um die Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich wirklich maßgeschneidert fortbilden zu können?

Es gibt eine Zusatzfrage. Herr Abgeordneter.

Vielen herzlichen Dank. – Mit Blick auf die Zahl von Fortbildungen wäre natürlich auch immer interessant, ob das einstündige, mehrstündige oder mehrtägige Fortbildungen sind, wie hoch der Bedarf ist. Das können wir aber, denke ich, im Fachausschuss mal klären.

Ich habe mit Blick auf meine spezifische Fragestellung eine Frage. Zu den Fachberatern haben Sie ausgeführt, dass die FBU im Grunde über ein Informatikstudium verfügen müs sen. Ist da ein Bachelor ausreichend oder muss das ausdrück lich der Master sein?

Die Antwort schiebe ich nach, aber ich gehe davon aus, dass der Master notwendig ist, so wie überall im Bereich Schule. Ich kenne keinen Bereich, in dem ein Bachelor ausreichend wäre. Ich würde Ihnen die Antwort auf die Frage aber, damit ich Ihnen an dieser Stelle nichts Falsches sage, weil ich es nicht verifizieren kann, noch mal nachliefern. Ich gehe aber davon aus, dass der Master not wendig ist. Das Kontaktstudium endet auch mit einem Mas ter. Wir haben den dualen Master Informatik, den wir neu an bieten. Es gibt eigentlich keinen Bereich in der Schule, in dem bisher ein Bachelor ausreichend ist.

Ich sage immer „bisher“, denn Sie wissen auch, der Bildungs bereich ist – wie soll ich sagen? – dynamisch. Wer weiß, auf welche Personengruppen wir in Zukunft zurückgreifen müs sen, um viele Bedarfe zu decken – auch wenn es keine Über legung dazu gibt; so etwas wäre nur konform im Zusammen hang mit der KMK. Aber wir wissen ja, dass es dazu auch ge rade ganz viele unterschiedliche Überlegungen gibt.

Noch eine weitere Zusatzfra ge, Herr Abg. Dr. Fulst-Blei.

Erst einmal herzlichen Dank, Frau Staatssekretärin. – Eine Bitte in diesem Kontext: Die Fra ge wäre dann sozusagen: Muss, wenn es da Personen gibt, dann sozusagen auf den Bachelor zwingend noch der Master draufgesetzt werden, oder gäbe es auch interne Fortbildungs möglichkeiten oder die Anerkennung, dass man sich an ande rer Stelle bewährt hat, sodass es da Aufstiegsmöglichkeiten gibt?

Fachberaterinnen und Fach berater sind ja im Grunde Lehrkräfte. Da haben wir im Mo ment – außer beim Direkteinstieg in der Grundschule – über all die Master-Voraussetzung.

Sie kennen ja auch die Diskussionen schon jetzt beim Direkt einstieg im Grundschulbereich, die großen Diskussionen: Ist das jetzt adäquat – trotz Fortbildungsmaßnahmen, die dann noch parallel laufen, also trotz Kurzkontaktstudium? Wir wol len natürlich die Qualität bei der Lehrkräfteausbildung nach wie vor hoch halten. Daher sehe ich eine solche Diskussion aktuell tatsächlich nicht. Aber – wie gesagt – wer weiß, was in der Folge noch alles kommt. Ich sehe es aber aktuell nicht.

Eine weitere Zusatzfrage, Herr Abg. Dr. Fulst-Blei.

Da sind wir uns auch einig.

Eine Information: Ich habe einen Fall – das ist auch der Hin tergrund dieser Nachfrage –, eine Person, die im Lehramt ist

und die „nur“ den Bachelor im Bereich IT hat. Da ist die Fra ge, ob es da die Möglichkeit gibt.

Ich gehe einmal davon aus, das ist im Bereich berufliche Schulen, oder?

(Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD nickt.)

Ja.

Das können wir uns gern im Einzelfall noch einmal anschau en. Aber da sind ja durch den Direkteinstieg – – In dem Be reich der beruflichen Schulen haben wir ja durch technische Lehrkräfte und andere nochmals andere Zugangsformate. Des wegen schiebe ich das immer so ein bisschen an den Rand. Aber wenn ich an die Sekundarstufe denke, haben wir da mo mentan immer die Voraussetzung – gerade auch beim Direkt einstieg –, den Master vorzuweisen.

Vielen Dank, Frau Staatsse kretärin.

Dann sind wir schon bei Ziffer 7:

M ü n d l i c h e A n f r a g e d e s A b g. S t e p h e n B r a u e r F D P / D V P – B a u e i n e s K r e i s v e r k e h r s i n d e r S t a d t G a i l d o r f ( L a n d k r e i s S c h w ä b i s c h H a l l )

Herr Abgeordneter.

Vielen Dank. – Herr Prä sident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Mir wird für meine Frage heute nicht gedankt.

(Vereinzelt Heiterkeit)

Denn in der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass das Geld für den Kreisverkehr in der Bahnhofstraße eingestellt worden ist. Die 600 000 € kommen nach Gaildorf. Dafür möchte ich mich im Namen der Bürgerinnen und Bürger von Gaildorf bei Ih nen bedanken.

Vielen Dank.

(Heiterkeit und Beifall)

Rein formal: Möchten Sie da rauf antworten?

(Staatssekretärin Elke Zimmer: Er hat alles gesagt!)

Gut. Okay. Dann war das ein sehr versöhnliches Ende un serer Fragestunde. – Ganz herzlichen Dank.

Wir setzen unsere Beratungen fort, und ich rufe Tagesord nungspunkt 5 auf:

Erste Beratung des Gesetzentwurfs der Landesregierung – Gesetz über Zuständigkeiten nach der StraßenverkehrsOrdnung (StVO-Zuständigkeitsgesetz – StVOZuG) – Drucksache 17/8341