Protocol of the Session on December 13, 2012

(Zuruf von der SPD: Das glaubt Ihnen keiner! – Un ruhe)

Es war ein guter Tag für dieses Land und ein schlechter Tag für die Gegner von Stuttgart 21,

(Beifall bei der CDU – Unruhe)

für unseren Verkehrsminister und für unseren Ministerpräsi denten, weil der gordische Knoten für das Bahnprojekt Stutt gart 21 durchschlagen wurde.

(Unruhe – Glocke der Präsidentin)

Kollegin Razavi, gestat ten Sie eine Zwischenfrage des Abg. Lehmann?

Nein, noch nicht. Er soll lieber erst einmal zuhören, vielleicht erübrigt sich das dann.

(Zurufe von der SPD und den Grünen)

Geht das eigentlich alles von meiner Zeit ab?

(Unruhe)

Wie ich vorhin schon aus geführt habe: Gemäß der Geschäftsordnung – –

Nein, ich meine die Störungen. Ich darf jetzt einfach in Ruhe weitermachen.

Aus Ihrem Wunsch zu Weihnachten, dass Stuttgart 21 womög lich schon allein durch die Deutsche Bahn AG selbst gekippt werden würde, wird jetzt nichts. Bei allen Problemen und al ler berechtigten Kritik: Wir sind der Deutschen Bahn AG dankbar dafür, dass sie klar zum Projekt und zu ihrer Verant wortung steht. Die Deutsche Bahn AG kommt damit auch den Forderungen der Landesregierung nach.

Deshalb wundern wir uns etwas. Jetzt wäre doch der richtige Augenblick für den Ministerpräsidenten, sich öffentlich rich tig zu freuen.

(Abg. Peter Hauk CDU: Wo ist er eigentlich?)

Wir wundern uns auch, warum der Landesverkehrsminister stattdessen schon wieder alles anzweifelt, warum er jetzt schon orakelt, es käme zu höheren Fahrpreisen bei der Deutschen Bahn AG.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Weil er Stuttgart 21 nicht will! Ganz einfach!)

Da muss ich sagen, Herr Verkehrsminister: Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

Dabei stehen jetzt ganz allein Sie – das ist Ihr Problem – im Fokus. Sie haben jetzt die Verantwortung, Ihren Teil zur Um setzung von Stuttgart 21 beizutragen. Jetzt ist Schluss mit Ab lenkungsmanövern und Schuldzuweisungen. Jetzt müssen Sie Ihren Teil zum Gelingen beitragen. Herr Schmiedel, ich bin gespannt, wie Sie Ihre grünen Freunde endlich zur Räson brin gen können.

(Lachen bei der SPD – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Die liebe Edith!)

Wir sind gespannt, wie Sie das schaffen.

(Beifall bei der CDU)

Es ist Ihre Verantwortung, und daran werden wir Sie messen, oder, wie es die „Südwest Presse“ heute geschrieben hat: Sie sind von der normativen Kraft des Faktischen eingeholt. Die se zwingt weiter zur Kooperation mit der Bahn und verbietet weitere Konfrontationen.

Die normative Kraft des Faktischen holt Sie aber auch in al len anderen Bereichen der Verkehrspolitik ein. Alles sollte besser werden – Straße, Schiene, der ÖPNV, der Fußgänger- und Radverkehr. Es sollte mehr Umweltschutz und mehr Nach haltigkeit kommen. Aber der Haushaltsentwurf beweist: Sie erreichen Ihre Ziele nicht. Das liegt aber nicht daran, dass Sie nicht könnten, sondern daran, dass Sie nicht wollen.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Ja!)

Die Schuld dafür uns in die Schuhe zu schieben

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Das ist besonders schlicht!)

ist mittlerweile zu einem Kalauer geworden. Die alte Landes regierung hat in deutlich schlechteren Haushaltsjahren eine bessere Verkehrspolitik gemacht als Sie.

(Abg. Alexander Salomon GRÜNE: Das ist ein schlech ter Scherz!)

Noch nie waren die Steuereinnahmen so hoch. Sie verschul den sich über beide Ohren, aber noch nie war die Verkehrspo litik, Herr Minister, so schlecht wie jetzt.

(Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: So gut!)

Das liegt in Ihrer Verantwortung.

(Beifall bei der CDU)

Fatal ist: Sie richten Ihre Politik an Ihren grün-ideologischen Vorstellungen, wie Mobilität zu funktionieren hat, aus und eben nicht an den Anforderungen des Landes und an den Be dürfnissen der Menschen.

Der Grundstein für den Erfolg dieses Landes ist seine Vielfalt –

(Staatssekretär Jürgen Walter: Nicht die Einfalt!)

die Städte und die ländlichen Räume, die vielen starken Wirt schaftsstandorte mit ihren mittelständischen Betrieben, die Ar beitsplätze schaffen und erhalten. Wir sind auf eine gute Inf rastruktur angewiesen,

(Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Sehr richtig!)

und zwar auf der Straße wie auf der Schiene. Daraus ergeben sich die Anforderungen an eine gute Verkehrspolitik:

(Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Ah! – Abg. Alex ander Salomon GRÜNE: Gut erkannt!)

Erstens: Mobilität für alle Menschen in allen Regionen, im Privat- und im Wirtschaftsverkehr,

(Zuruf: Richtig!)

zu einem bezahlbaren Preis. Zweitens: Schutz von Mensch und Umwelt; dabei geht es um die Themen von der Verkehrs sicherheit bis hin zur Reduktion von Emissionen.

(Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Die CDU wird grü ner!)

Diesen Anforderungen wird die Politik unseres Verkehrsmi nisters und der Regierung leider nicht gerecht.

(Beifall bei der CDU)

Beispiel Nummer 1: Straßenbau. Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen: Ohne Auto geht im Automobilland BadenWürttemberg nichts, und zwar als Fortbewegungsmittel und als Wirtschaftsfaktor.

(Zuruf: Geht da noch mehr?)

Das heißt, wir sind auf gute Straßen sowie auf deren Erhalt und Neubau angewiesen. Was tun Sie? Was den Bereich Er halt angeht, zitiere ich den LVI:

Im Koalitionsvertrag kündigte die Landesregierung an, das Landesstraßennetz „in einen guten Zustand bringen und modernisieren“ zu wollen. Die dafür nach eigenen Angaben nötigen 100 Millionen € pro Jahr bringt sie aber nicht auf. Die lobenswerte Transparenz ist das eine – die fehlenden Mittel sind das andere.

(Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Wer hat denn das Geld ausgegeben? – Glocke der Präsidentin)