Hella Kasten
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Ich frage den Senat:
1. Wie ist der aktuelle Stand der Instandsetzungsarbeiten am Berliner Wahrzeichen, dem Brandenburger Tor?
2. Liegen die Sanierungsvorhaben im Zeit- und Finanzlimit?
Ich frage den Senat, ob er in der Lage ist, darüber Auskunft zu geben, wann das Brandenburger Tor fertiggestellt sein wird.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben eben ein Szenario gehört, das uns traurig werden lässt.
Und ich muss auch sagen, das ist eine Geschichte, die natürlich wenig Ende voraussehen lässt. Wir wissen das genau, Herr Dr. Girnus, da sind wir uns einig, es ist keine leichte Situation für die Kultur. Ich möchte ein ganz einfaches Beispiel bringen. Wir sprechen von Wohnkultur, sprechen von Esskultur, von Streitkultur – Indizien für die Allgegenwart von Kultur. Es ist manchmal für den einen oder anderen nicht nachvollziehbar, wie Kultur in unser Leben eingreift, aber es entspricht den Tatsachen.
Dieser fünfte Bericht der bezirklichen Kulturarbeit lässt uns wirklich nachdenklich werden. Wir sind uns im Klaren, dass die Arbeit, die der Bezirk zu leisten hat in der dezentralen Kulturarbeit, keine leichte ist. Aber wir haben uns parteiübergreifend im Kulturausschuss des Parlaments dafür ausgesprochen, einen Bezirkskulturfonds aufzulegen, um in dieser jetzigen prekären Situation für die Stadt Berlin in den Bezirken eine Möglichkeit zu schaffen, Kulturprojekte, die wegzubrechen drohen und in die Bredouille kommen, zu retten und zu verhindern dass das, was die Kultur für das Land Berlin bedeutet, nicht wegbricht. Und jetzt verlangt Herr Dr. Girnus, wir sollten das wieder aufheben. Sie haben selbst große Reden gehalten, wie schwierig die Situation in Berlin ist; es ist doch für uns nicht nachvollziehbar, dass wir das jetzt in dieser prekären Situation ändern sollen. Wir haben erfahren, dass die 149 Projekte, die für das Land Berlin von Wichtigkeit waren, in den Bezirken abgelaufen sind. Die Bezirke haben eigenständig darüber befunden, haben sich entschlossen, diese oder jene Projekte zu fördern.
Wir wollen das in der Zukunft weiterführen so lange, bis eine andere Regelung gefunden ist. Ich denke, das ist normal.
Wir sind uns auch im Klaren, was diese dezentrale Kulturarbeit für die Jugend und die Kinder in den Bezirken bedeutet. Das hat auch etwas mit sinnvoller Freizeitgestaltung, mit individueller Entwicklung und Orientierungsmöglichkeit zu tun. Da sind wir uns wohl alle einig. Wir wollen das kritische, auch politisch bewusste Publikum von morgen sich entwickeln lassen, auch in Bezug auf Qualität. Diese Verantwortung der Bildung in dem sensiblen Bereich Kultur ist auch in der weiteren Konsequenz nicht zu unterschätzen. Kinder, die diszipliniert Noten lernen, Freude am Erreichten und am positiven Miteinander haben, berauben kaum ihre Klassenkameraden oder reißen älteren Damen die Taschen weg oder tun gar Schlimmeres. Leider leben wir in einer Zeit, die sehr schnelllebig ist, und unsere Kinder werden überflutet von grellen Konsumangeboten. Sie müssen Möglichkeiten entwickeln, eine Auswahl zu treffen. Und ein Weg ist die Aufgabe der Kultur. Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur in der Vielfalt ist ein Weg, sich mit Interessen, geistiger Bereitschaft und Kreativität auseinander zu setzen.
Diese Leistung wird auf der Ebene der Bezirke von vielen Ehrenamtlichen vollbracht im Zusammenspiel mit einigen Hauptamtlichen. Wir wissen alle, wovon wir sprechen. Die Bezirke setzen unterschiedliche Prioritäten in der Arbeit, die die Kultur zu leisten hat. Aber gerade im Bezirk Lichtenberg, in dem ich die Ehre hatte, vier Jahre lang Kulturausschussvorsitzende zu sein – Herr Dr. Girnus hat darauf angespielt –, haben wir erlebt, dass viel geleistet wurde auf diesem Gebiet und dass gerade kleine und kleinste Einrichtungen mit wenig Geld – ich betone: mit wenig Geld! – hervorragende Arbeit geleistet haben. Das darf nicht wegbrechen. Deshalb ist die Eigenverantwortlichkeit der Bezirke für den Bezirkskulturfonds von allerhöchster Priorität. Sie müssen einschätzen, sie sollen einschätzen, wen sie fördern und wem sie diese Förderung zuteil werden lassen.
Außerdem weise ich darauf hin, dass in der Stadt viel geleistet wird, in Theatern und von kleinen freien Trägern. Leider kommt es oft nicht an. Eltern gehen selten mit ihren Kindern in die Theater.
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Die Klassen und die Schüler im Klassenverband nutzen auch nicht das Angebot, das in der Stadt vorhanden ist. Wir müssen als Politiker darauf achten, dass Kultur in unserer Stadt etwas Unverzichtbares ist und dass wir nicht zulassen, dass das verloren geht. – Ich danke Ihnen!