Protocol of the Session on August 23, 2024

wenn nicht gegen Russland? Wer sollte nach der Position der AfD, die die amerikanischen Atomwaffen auf deutschem Boden unbedingt haben möchte,

(Zurufe von der AfD: Ja! - Jawohl!)

sonst die Bundesrepublik Deutschland be- drohen?

(Beifall bei der Linken - Zurufe von der AfD)

Wir haben eine AfD, die vor Kurzem „Spielplätze statt Waffen“ plakatierte,

(Zuruf von der AfD)

aber die erste war, die gefordert hat, 2 % des BIP für den Bundeswehretat auszugeben, und gesagt hat,

(Lachen bei den GRÜNEN - Oliver Kirchner, AfD: Weil man 20 Jahre nichts gemacht hat! Na klar!)

wir brauchen noch viel mehr,

(Unruhe bei der AfD - Zuruf von der AfD: Ach! Das habe ich doch gar nicht gesagt!)

wir brauchen noch viel, viel mehr. Dann plakatieren Sie „Spielplätze statt Waffen“. Spielplätze für die Bundeswehr, Herr Kirchner, oder was?

(Zuruf von der AfD: Ach! - Machen Sie nicht weiter so!)

Dann erzählt tatsächlich der Fraktionsvorsitzende Herr Kirchner hier vorn, die AfD sei gegen Waffenlieferungen in Krisengebiete. Das ist falsch, liebe Kolleginnen und Kollegen. Es gab im Juni dieses Jahres einen Antrag im Deutschen Bundestag. Er hat sich dezidiert gegen Waffenlieferungen an Israel im Gazakrieg ausgesprochen. Niemand von uns dürfte bezweifeln, dass das ein Krisengebiet ist. Was sagt die AfD? - Sie sagt: Nein, wir sind weiterhin für deutsche Waffenexporte nach Israel in diesem Gazakrieg.

(Beifall bei der Linken - Unruhe bei der AfD - Zurufe von Oliver Kirchner, AfD, und von Ulrich Siegmund, AfD)

Sie haben gelogen oder, Herr Kirchner, Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden.

(Beifall bei der Linken - Zuruf von Oliver Kirch- ner, AfD)

Ich will noch kurz auf die Frage der GRÜNEN eingehen, Frieden mit Russland - -

Aber kurz!

Habe ich nicht noch elf Minuten Redezeit?

Nein.

(Zurufe von der AfD)

Nein. Oh, schade. Geben Sie mir bitte noch 30 Sekunden.

(Zurufe von der AfD: Oh! - Was soll denn das? - Unruhe bei der AfD)

Frieden mit Russland ist unmöglich, haben Sie, Frau Lüddemann, gesagt. Dann sagen Sie, Frieden ist unmöglich.

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Ja!)

Denn Russland wird weiter existieren.

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Ich habe „Pu- tin“ gesagt! - Zurufe: Hören Sie auf! - Genau!)

Genau das ist die Kalamität, in der wir uns befinden.

(Beifall bei der Linken - Zuruf: Ach!)

Der letzte Satz. Militärische Zusammenarbeit und Kooperation mit den USA,

(Zuruf von der CDU)

Kollege Kurze, in den Mittelpunkt zu stellen,

(Zuruf von Cornelia Lüddemann, GRÜNE)

bedeutet auf der anderen Seite aber auch, zu ignorieren, dass gerade die Auseinandersetzung zwischen den USA und China dazu führt, dass Russland in diesem Krieg von China unterstützt wird. Das ist einer der Schlüssel im globalen Kontext, ohne den dieser Krieg nicht aufhören wird. Wenn die Amerikaner im Südchinesischen Meer so weitermachen,

Herr Gallert, kommen Sie jetzt zum Schluss!

dann bleibt dieser russische Krieg in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg.

Herr Gallert, hören Sie bitte auf. - Fertig!

(Zurufe von der AfD: Frau Präsidentin, mit dem nächsten Redner weitermachen! - Fertig - gut! - Weitere Zurufe von der AfD)

Es gibt eine Frage von Frau Lüddemann,

(Zurufe von der AfD: Oh, nein! - Ich will nicht mehr! - Unruhe bei der AfD)

eine Frage von Herrn Heuer

(Zuruf von der AfD: Frau Präsidentin, hallo! Huhu!)

- Huhu! - und eine Frage von Herrn Mertens von der AfD-Fraktion.

(Zuruf von der AfD: Ja, gut!)

Herr Kollege, stimmen Sie mir zu, dass ich in meiner Rede immer wieder Formulierungen wie „mit Putin kann man nicht reden“ oder „mit Russland im gegenwärtigen Zustand kann man nicht reden“ verwendet habe, um deutlich zu machen, dass wir erst einmal in einen Zustand kommen müssen und dass wir erst einmal Verhältnisse in Russland haben müssen, die es uns ermöglichen, dort einen Partner zu haben, mit dem man tatsächlich reden und auch verhandeln kann? Sie haben in Ihrer Replik eine unzulässige Verkürzung meiner Rede vorgenommen.

Herr Gallert, bitte.

Das mag Ihnen so vorkommen. Ich habe mir den Satz aufgeschrieben.

(Zurufe)

Das können wir uns gern noch einmal anhören. Aber auch wenn ich mich täusche, Frau Lüddemann - es kann sein, dass ich den Satz so nicht gehört habe; ich weiß es nicht genau; aber wir können uns die Stelle gern noch einmal anhören -, halte ich diese Position für grundfalsch.

(Zuruf: Warum?)

Ich halte diese Position für grundfalsch, weil man mit dem Frieden nicht so lange warten kann, bis Putin oder der Nächste kommt. Ich meine, die Alternative muss ja nicht unbedingt besser sein.