Protocol of the Session on August 23, 2024

(Zustimmung bei der FDP)

Deswegen finde ich es richtig und wichtig, dass wir heute hier im Parlament darüber sprechen, dass das deutsche Schwimmzentrum nach Magdeburg und an keinen anderen Standort in Deutschland kommt, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der FDP, bei der CDU, bei der SPD und von der Regierungsbank)

Es war nicht nur Paris. Es ist die Zeit der letzten Jahre, die dieses „Juwel“ hat entstehen lassen. Und Bernd Berkhahn, wir als Parlament, als Land Sachsen-Anhalt - ich weiß, dass die Regierung sich auch darum bemüht - sind in der Pflicht, alles dafür zu tun, dass wir mit dem DOSB, mit den Verbänden - ich weiß, dass es mit dem Deutschen Schwimmverband nicht immer einfach ist -, aber auch mit der Bundesregierung eine klare Vereinbarung treffen, dass dieser Standort des deutschen Schwimmzentrums nach Magdeburg kommt, und zwar nicht nur für die Halle, sondern auch für das Freiwasser, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der FDP, bei der CDU, bei der SPD und von der Regierungsbank)

Das ist deshalb wichtig, weil sich - das ist kein Geheimnis - im föderalen Kontext auch andere Bundesländer um diese Standorte bemühen. Deshalb ist es unsere gemeinsame Verpflichtung, alles dafür zu tun, dass dieses deutsche Schwimmzentrum nach Sachsen-Anhalt, nach Magdeburg kommt, meine Damen und Herren.

Aber - auch das möchte ich an dieser Stelle sagen - es gibt nicht nur Magdeburg, es gibt auch Halle. Ich möchte Miriam Butkereit vom SV Halle - wir haben mit dem SC Magdeburg und mit dem SV Halle zwei den Leistungssport tragende Vereine - hervorheben, die Silber im Judo geholt hat, in einer Kampfsportart, für die wir keinen Bundesstützpunkt haben.

(Beifall bei der FDP, bei der CDU, bei der SPD und von der Regierungsbank)

Das zeigt, dass wir in Sachsen-Anhalt seit der Leistungssportreform im Jahr 2016 im LSB und im OSP einiges richtig gemacht haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir diese Struktur weiterentwickeln. Diese Struktur weiterzuentwickeln heißt, dass wir dort, wo es erforderlich ist,

investieren und Leistung einfordern. Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir Leistung wollen und wenn es für Leistung auch Anreize gibt. Dazu ist es notwendig - das ist das, was LSB und OSP immer wieder fordern -, dass wir eine Traineroffensive starten, dass wir - das haben wir als Land mit dem Innenministerium realisiert - im Grunde genommen die Trainerfinanzierung so ausstatten, dass wir mit anderen Bundesländern konkurrenzfähig sind, und dass wir die Struktur schaffen, die wir brauchen, ob das das Thema „Haus des Sports“ ist oder ob es andere Dinge sind, die wichtig sind.

Wir kennen den Spruch „Ohne Breite keine Spitze“. Deshalb war das Thema Sportgutscheine, das wir als Koalition, auch als FDP, eingebracht haben, wichtig. Das ist ein bunter Blumenstrauß, den wir gemeinsam nach vorn bringen müssen, damit am Ende solche Typen wie Lukas Märtens herauskommen. Damit habe ich den anderen Lukas Mertens, den Handballer, noch gar nicht genannt. Dieser hat sensationell eine Silbermedaille geholt. Er ist ein Kind des SC Magdeburg.

(Beifall bei der FDP, bei der CDU, bei der SPD und von der Regierungsbank)

Herr Silbersack, kommen Sie zum Schluss.

Ich könnte jetzt alle 16 Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt aufzählen. Das mache ich jetzt nicht. Ich möchte mir nur die Zeit nehmen, darauf hinzuweisen, was wir im Gegensatz zum DOSB richtig gemacht haben. Ich glaube, dass wir in Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren sehr viel darauf geachtet haben, dass wir in der

Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen - ob das das Ministerium ist, ob das der LSB ist, ob das die Vereine sind, ob das der OSP ist - die Dinge ineinandergreifen lassen. Das hat offensichtlich an vielen Standorten in Deutschland nicht so richtig funktioniert. Das ist auch ein Grund dafür, dass das Prinzip Sachsen-Anhalt und die Arbeit in Sachsen-Anhalt Anerkennung finden und wir als Parlament dies würdigen.

Man muss sich vor Augen führen - -

Herr Silbersack, kommen Sie zum Schluss!

2,3 Milliarden € hat der Bund von 2018 bis 2021 eingesetzt. Das ist richtig viel Geld. Wir müssen zusehen, dass es richtig eingesetzt wird.

Abschließend: Die Paralympischen Spiele kommen jetzt. Wir haben zwei Starter mit Anja Adler und Andrea Eskau. Das heißt, wir haben mindestens zwei starke Eisen im Feuer. Wir haben 2028 Olympische Spiele in Los Angeles, Brisbane 2032 und hoffentlich die Olympischen Spiele 2040 oder 2044 in Deutschland. Dafür lohnt es sich, das deutsche Schwimmzentrum nach Magdeburg zu holen und Sachsen-Anhalt weiter nach vorn zu bringen. - Vielen Dank.

(Beifall bei der FDP, bei der CDU und bei der SPD - Zustimmung bei den GRÜNEN)

Danke, Herr Silbersack. - Für die Landesregierung spricht Frau Ministerin Zieschang, bitte.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Die Olympischen Spiele hätten aus der Sicht von Sachsen-Anhalt wirklich nicht schöner beginnen können. Die erste deutsche Medaille und dazu noch eine Goldmedaille ging an Lukas Mertens vom SC Magdeburg. Ich glaube - das hat der Abg. Silbersack gesagt -, die Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt haben wirklich beeindruckende Leistungen in Paris gezeigt und damit nicht nur die Landeshauptstadt Magdeburg, sondern unser Bundesland in die Welt getragen.

Es haben insgesamt 16 Sportlerinnen und Sportler mit Erststartrecht für einen Verein aus Sachsen-Anhalt an den Olympischen Spielen teilgenommen. Dieses Team Sachsen-Anhalt hat insgesamt einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze gewonnen. Es gab aber auch weitere gute Platzierungen. Es gab fünf fünfte Plätze, einen sechsten und einen siebenten Platz, vier achte Plätze sowie weitere Finalteilnahmen, z. B. im Turnen und im Wasserspringen.

(Beifall bei der CDU, bei der SPD, bei der FDP und von der Regierungsbank - Zustimmung bei den GRÜNEN und bei der Linken)

Ohne zu sehr mit Zahlen und Statistik zu langweilen, aber trotzdem müssen wir uns ja auch in den Vergleich setzen zu anderen Bundesländern: Es ist schon gesagt worden, das Team Sachsen-Anhalt hat vier von 33 Medaillen für Deutschland errungen. Das sind ungefähr 12 % der Medaillen, die das Team Sachsen-Anhalt für Deutschland errungen hat, aber das bei einer Starterquote von 3,73 %. Also, das zeigt, dass unsere Sportlerinnen und Sportler wirklich überdurchschnittlich geliefert haben und einen überdurchschnittlichen Anteil am gesamtdeutschen Ergebnis haben.

Hinzu kommen drei weitere Sportlerinnen und Sportler, die zwar kein Erststartrecht für Vereine aus Sachsen-Anhalt haben, aber hier bei uns an den Bundesstützpunkten betreut werden. Diese errangen eine Silbermedaille und zwei siebte Plätze.

Ich will die Namen nur kurz nennen. Sie sind alle bekannt. Ob es Lukas Märtens ist, Miriam Butkereit, Tim Hornke oder Lukas Mertens für den Handball, Isabel Gose oder eben auch Oliver Klement, der zumindest hier trainiert wird - ich glaube, alle diese Namen sind bei uns sehr gut präsent.

Es kommt aber nicht immer nur auf Medaillen an, es kommt natürlich auch auf die Frage an: Wie habe ich selbst meine eigene Leistung abgerufen? Daher müssen wir ergänzend zu diesen Medaillengewinnen sagen, dass zahlreiche persönliche Bestleistungen geschwommen oder erzielt und auch deutsche Rekorde gebrochen worden sind. Wenn wir den Vergleich zu Tokio ziehen, dann sehen wir gerade auch beim Team Sachsen-Anhalt eine kontinuierliche, aber wirklich sehr deutliche sportliche Leistungssteigerung.

(Zustimmung von Tim Teßmann, CDU)

Dass das immer das Ergebnis harter Arbeit ist, unglaublicher Disziplin und eines unermüd- lichen Einsatzes, das ist vollkommen klar. Ich kann nur sagen, alle, die bei den Olympischen Spielen dabei waren, die sich diesem Wettbewerb, aber auch dieser monate- und jahrelangen Vorbereitung gestellt haben, ich glaube, sie verdienen alle unseren höchsten Respekt und unsere Anerkennung, völlig unabhängig davon, ob sie am Ende mit einer Medaille nach Hause gekommen sind. Ich gratuliere wirklich allen sehr herzlich zu den beeindruckenden Leistungen.

(Beifall bei der CDU, bei der SPD, bei der FDP und von der Regierungsbank - Zustimmung bei den GRÜNEN)

Es ist vom Abg. Silbersack schon gesagt worden, dass die Trainingsgruppe des SC Magdeburg im Schwimmen bei den Erfolgen deutlich heraussticht. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass der Bundesstützpunkt Schwimmen in Magdeburg nicht nur der einzige Stützpunkt im Schwimmen ist, der überhaupt Medaillen gewonnen hat, sondern es zeigt sich einmal mehr, schon an frühere Erfolge anknüpfend, aber jetzt noch einmal umso eindrucksvoller unter- strichen, dass Magdeburg der mit Abstand erfolgreichste Bundesstützpunkt im Schwimmsport in Deutschland ist.

Das ist immer auch das Verdienst von vielen. Die Athletinnen und Athleten stehen sicherlich im Vordergrund, aber es gibt die Trainerinnen und Trainer, es gibt die Betreuer und natürlich auch die Sportvereine, die im Hintergrund stehen. Der Bundestrainer Bernd Berkhahn ist zu Recht erwähnt worden. Ich glaube, er ist ein absoluter Ausnahme-Bundestrainer. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass er hier in Magdeburg trainiert und unsere Sportler so gut auf die Olympischen Spiele vorbereitet und auch vor Ort betreut hat.

Wenn wir das alles so sehen, dann können wir, glaube ich, mit Blick auf die weitere Zukunft für uns ganz klar festhalten, dass es im ureigenen Interesse des Bundes ist, dass er gerade diese Erfolge im Schwimmsport fortsetzt.

Eines gehört auch zur Wahrheit - das wurde schon gesagt -, Deutschland hat einen zehnten Platz im Medaillenspiegel erreicht, hinter den Niederlanden, hinter Italien. Ich glaube, das kann die Sportnation Deutschland nicht zufriedenstellen.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Das gilt natürlich erst recht, wenn der Bund die geplante Bewerbung Deutschlands für die Olympischen Spiele 2040 in Angriff nimmt.

Deutschland verfügt im Schwimmsport aktuell nicht über einen nationalen Standort für Lehrgänge für Nationalmannschaften und auch nicht über einen nationalen Standort für ein bundesweites Ausbildungs- und Fortbildungszentrum für Trainerinnen und Trainer. Das genau wollen wir mit dem Schwimmzentrum für Deutschland ändern.

An diesem Schwimmzentrum soll eine neue Schwimmhalle mit modernen und deutlich erweiterten Trainingsbedingungen entstehen, damit Schwimmerinnen und Schwimmer ein optimales Umfeld vorfinden und der Nachwuchs eine zielgerichtete Förderung erhalten kann. Die Ergebnisse bei den Olympischen Spielen haben noch einmal bestätigt, die Zukunft des Schwimmsports für Deutschland liegt in Magdeburg. Deswegen bin ich froh darüber, dass auch der Deutsche Schwimmverband die Einrichtung eines Schwimmzentrums unterstützt. Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund wird gerade das Strukturkonzept finalisiert, um es abschließend im September dem Bundesinnenministerium vorzulegen und damit auch die fachliche Unterfütterung darzulegen.

Auch wir im Land werden unsere Förderung des Leistungssportes fortsetzen. Sie alle wissen, wir haben verschiedene Möglichkeiten, den Leistungssport im Land zu fördern. Ich will hier nur stichwortartig die Förderung des Olympiastützpunktes und das Olympia-Vorbereitungsprogramm nennen. Sie alle wissen um die Eliteschulen des Sports, in denen wichtige Grundlagen geschaffen werden. Unverzichtbar ist weiterhin auch die Förderung des Trainerpools. Wir

haben die Individualförderung durch die Stiftung Sport in Sachsen-Anhalt. Alles das ist genauso unverzichtbar wie die Gewährung von Sportstipendien oder auch die Sportstätten- förderung im Hochleistungssport, aber sicherlich auch im Breitensport.

Alle diese Bausteine tragen dazu bei, dass wir für unsere Spitzensportlerinnen und Spitzensportler gute Rahmenbedingungen für ihre sportliche Entwicklung schaffen, um dann eben auch die internationalen Erfolge zu ermög- lichen.

Ich glaube, wir waren gut unterwegs, als wir schon im Jahr 2016 entschieden haben, dass wir eine Arbeitsgruppe Spitzensport einrichten. Das hat der Abg. Silbersack auch angedeutet. Wir haben ein enges Miteinander mit allen Akteuren, um die Rahmenbedingungen bestmöglich zu schaffen.

Mein Dank geht ausdrücklich an den

Landessportbund, mit dem wir nicht nur in der AG Spitzensport, sondern sowieso einen intensiven Austausch haben.

Ich bedanke mich aber auch beim Olympiastützpunkt, dass wir gemeinsam in der AG Spitzensport wirklich jeden vergangenen Olympia- zyklus für Sachsen-Anhalt immer auswerten und auch gucken, welche Rahmenbedingungen wir für den nächsten Olympiazyklus schaffen müssen.

Wir haben von Juli 2022 bis Februar 2023 intensiv getagt und uns verschiedene Aspekte der Spitzensportförderung gemeinsam angeschaut. Ein sicherlich klarer Fokus liegt im Augenblick auch auf der Stärkung der Attraktivität des Trainerberufes. Wir haben aber auch viele andere Dinge besprochen, an denen wir gemeinsam arbeiten. Für dieses gute Miteinander möchte ich mich sehr herzlich bedanken.

(Beifall bei der CDU, bei der SPD und bei der FDP - Zustimmung bei den GRÜNEN)

Unverzichtbar bleibt in diesem Kontext für mich auch die frühzeitige Talentsichtung und Talentförderung. Auch dabei sind wir in SachsenAnhalt einen ganz besonderen Weg gegangen, um den uns viele andere Länder beneiden. Das ist der Sport-Motorik-Test, den wir weiterhin in allen 3. Klassen im Sportunterricht durchführen. Wir haben gerade gemeinsam im Mai - das war der Landessportbund, aber auch das Bildungsministerium, genauso wie der Landesverband des Deutschen Sportlehrerverbandes und das Sportministerium - vertraglich vereinbart, dass wir diese Form der Talentsichtung mit dem Sport-Motorik-Test in den 3. Klassen fortsetzen. An den Sport-Motorik-Test schließen dann die Sachsen-Anhalt-Spiele an, bei denen unsere Landestrainer wirklich frühzeitig Talente sichten können. Es ist eine zentrale sportartspezifische Sichtungsveranstaltung, in unseren Schwerpunktsportarten Handball, Judo, Kanu, Schwimmen, Leichtathletik und Rudern. Wir sehen ja, wie erfolgreich wir in diesen Schwerpunktsportarten waren.

(Zustimmung bei der CDU, bei der SPD, bei der FDP und von Olaf Meister, GRÜNE)

Ich kann auch alle immer nur dazu einladen, an den Sachsen-Anhalt-Spielen teilzunehmen. Es ist wirklich beeindruckend, wenn man sieht, wie man wirklich Talente auch als Laie frühzeitig erahnen kann.