Gehen wir einmal auf einige Argumente aus dem Antrag ein. Angeblich beeinträchtigen die durch den Klimawandel entstandenen Wetter-
anomalien den Betrieb der Sportstätten, -anlagen und -geräte. Sie gehen von erhöhten Gesundheitsrisiken für Sportler aus. Wovon sprechen Sie eigentlich? Werden jetzt reihenweise Fußballmannschaften von Hagelstürmen erschlagen oder was stellen Sie sich vor?
Ganz ehrlich: Wenn es heiß ist, dann trinkt man beim Sport etwas mehr; wenn es zu kalt ist, dann zieht man sich wärmer an. Dafür braucht man keine Beratungsleistung, sondern gesunden Menschenverstand.
Als Nächstes weisen Sie darauf hin, dass zum Klimaschutz im Sport die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gehört. Man muss Ihnen lassen, dass Sie Talent haben, Bus und Bahn in jedes Thema zu quetschen.
Was die Funktionsfähigkeit von Sportanlagen und das Vereinsleben in Sachsen-Anhalt beeinträchtigt, sind nicht das Wetter oder das Klima, es sind heruntergekommene Sportanlagen, Mitgliederschwund und Überalterung in den Vereinen. Es ist offensichtlich, dass Sie weder Interesse noch Verständnis für diese Dinge mitbringen. Ihre Prioritäten sind, Steuergeld zu verschwenden und Klimapanik zu verbreiten. Für so etwas sind wir nicht zu haben. Den Antrag lehnen wir ab.
Einen Satz möchte ich zum Schluss noch anbringen, Herr Striegel. Machen Sie am besten genau das, was Sie am besten können: nichts.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag der GRÜNEN ist tatsächlich so überflüssig wie ein Kropf.
Zudem zeugt er im Grunde genommen von völliger Unkenntnis der Themen, die durch 3 100 Sportvereine im Land tatsächlich schon auf den Weg gebracht werden.
Bei dem Antrag und bei dem Inhalt, den Sie, Herr Striegel, hier vorgetragen haben, müssen sich die Vereinsvorsitzenden und die Vereinsvertreter doch fragen: Was macht eigentlich die grüne Partei hier im Landtag von Sachsen-Anhalt?
Wie weit ist sie eigentlich hier dabei? Wie weit begleitet sie die Programme, die hier abge- wickelt werden? Der Landessportbund, die 3 100 Vereine, die Ehrenamtlichen bemühen sich um das Land, um ihre Sportplätze - gepachtet, kommunal oder eben im Eigentum. Die reißen sich den Allerwertesten auf, um genau die Standards der Zukunft zu erreichen und Sie stellen hier so einen Antrag. Darüber kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Einmal zu Ihrem Antrag konkret. Sie sagen, es muss in das Sportfördergesetz aufgenommen werden. Ziel der Sportförderung sollen die Klimaschutzziele sein. Wissen Sie, lesen Sie doch einfach einmal die Satzung des Landessportbun-
des. Dort steht in § 2 Abs. 1, dass der Naturschutz und die Landschaftspflege wesentlicher Bestandteil sind. Das heißt, man hat sich dieses Themas schon angenommen. Man macht das Ganze. Wenn Sie das eben nicht tun, dann zeugt das auch von einer gewissen Abgehobenheit. Die brauchen die Sportvereine gerade auch nach den Krisen bestimmt nicht.
Das Nächste, das Sie haben, sind die Themen Projekte und Richtlinien. Wenn das ein Verein liest, wissen Sie, was der dann macht? Der sagt: ohne mich; noch mehr Bürokratie, noch mehr Nachweise erbringen, noch mehr Aufwand - mit uns nicht. Wir wollen aber, dass die Sportvereine in die Lage versetzt werden, Anträge zu stellen. Das wollen Sie offensichtlich nicht. Wir sind für weniger Bürokratie. Sie setzen mehr Bürokratie darauf. Das lehnen wir grundsätzlich ab, meine Damen und Herren.
Sie kommen so nett daher, Herr Striegel. Sie haben das vorhin wirklich sehr charmant vorgetragen. Zum Thema Kunstrasenplätze. Ich habe es bei der ECHA erlebt. Wenn Sie mit den Granulaten ankommen und sagen, unsere ganzen Kunstrasenplätze werden erst einmal gesperrt, weil dort nichts mehr draufgebracht werden darf und ab dem Jahr 2027 ist Schluss damit, weil das die EU so verordnet hat, und Sie möchten das auch, dann sage ich Ihnen ehrlich, dann ist das unseren Vereinen nicht mehr vermittelbar. Es ist unseren Vereinen nicht vermittelbar.
mittelbar sein. Die Vereine ächzen unter ganz anderen Themen, das Thema Ehrenamt, das Thema Trainerfindung, das Thema Finanzierung und das Thema Energiepreise.
(Beifall bei der FDP und bei der CDU - Zurufe von Olaf Meister, GRÜNE, und von Cornelia Lüddemann, GRÜNE)
Ich bitte Sie um eines, Herr Striegel - ich hoffe, Sie haben die Telefonnummer vom Landessportbund -: Rufen Sie dort einfach einmal an.
Erkundigen Sie sich, wer dort diejenige Frau ist, die sich um Sportstätten kümmert, die die Vereinsberatung in dem Bereich macht. Die wird Ihnen helfen. Die wird Ihnen genau sagen, was in dem Bereich gemacht wird. Aber offensichtlich haben Sie genau das noch nicht getan.
Der letzte Satz. Der digitale Sportstättenatlas ist eine wunderbare Sache. Lasst uns das gemeinsam nach vorn treiben. Er dient aber nicht als Erstes dafür, zusätzliche Bürokratie auf den Weg zu bringen, sondern er soll die Dinge erleichtern. - Vielen Dank.
Danke. - Ihnen war vermittelbar, dass Ihre Redezeit zu Ende ist. - Herr Lippmann spricht für die Fraktion DIE LINKE. - Sie haben das Wort.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Klimaschutz geht alle etwas an, weil alle von den Folgen betroffen sind. Kein Bereich kann sich davon ausnehmen. Jeder muss seinen Beitrag dazu leisten, der ihm möglich und der ihm zumutbar ist.
Es müssen aber auch mehr Ressourcen mobilisiert und neue Ideen entwickelt werden, um in den kommenden Jahren mit den nicht mehr abwendbaren Auswirkungen des Klimawandels auf unser tägliches Leben möglichst gut zurechtzukommen.
Dies alles betrifft natürlich auch den organisierten Sport - sowohl den Breitensport als auch den Spitzensport. Das wissen die Verantwort- lichen im Landessportbund und im Olympiastützpunkt selbstverständlich aus dem eigenen Erleben und aus dem Austausch mit den Fachverbänden und mit den Kreissportbünden.
Sie wollen und sie müssen sich diesen klimabedingten Herausforderungen stellen. Egal ob Dürrejahre oder Starkregen- und Flutkatastrophen, egal ob Sturm- oder Hagelschäden - der Sport ist mit seinen Sportstätten von den Witterungsereignissen unmittelbar betroffen. Aber auch Niedrig- oder Hochwasser in den Flüssen beeinträchtigen den Trainings- und Wettkampfbetrieb.
Solche Ereignisse werden sich häufen und vielfach wird es kaum einen wirksamen Schutz davor geben. Es kommt deshalb darauf an, Vorkehrungen zu treffen, um Schäden zu minimieren und möglichst schnell wieder zu beseitigen. Das alles fordert zusätzliche Investitionen in die Sportstätten, um Nutzungsbeschränkungen
möglichst gering zu halten. Alle sind gefordert, das Sportangebot auch unter den Bedingungen des Klimawandels für möglichst große Teile der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.
Dann bringt auch die Energiewende weitere neue Herausforderungen mit sich. Sie ist eine der zentralen Maßnahmen gegen den Klimawandel. Sport- und Schwimmhallen, die nicht energetisch saniert sind und mit umweltfreundlichen und effizienten Heizungen oder Klimaanlagen betrieben werden, kann sich in Zukunft niemand mehr leisten.
Auch der organisierte Sport muss im Kampf gegen den Klimawandel einen eigenen Beitrag leisten. Und das will er auch. Dies wird aber nur erfolgreich sein, wenn es dafür die erforderliche Unterstützung vonseiten des Landes gibt.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Korell hat es am Anfang gesagt. Herr Staudt hat es beim letzten Mal gesagt. Jetzt haben wir wieder einen Antrag von den LINKEN, den wir nicht brauchen. Vorhin hatten wir einen Antrag von euch, den wir nicht brauchen. Das ist pari pari, aber wir müssen ihn halt behandeln.
Die FDP hat das so schön gesagt. Das ist immer die Höchststrafe, wenn du vorher redest, dann sagst du immer alles.
Du warst ja lange genug im Sport. Du warst ja lange genug derjenige, der Präsident im Landessportbund war. Aber ich fasse noch einmal zusammen. Wir haben noch einmal Sport heute Abend.