Protocol of the Session on March 21, 2024

Konkurrentinnen den Schädel ein: Gleichstellungs-Fanatiker jubeln, normale Menschen reiben sich verwundert die Augen“

- So war es in der „Weltwoche“ im April 2023 zu lesen.

(Zuruf)

Was war passiert? - Der Extremfall der MixedMartial-Arts-Kämpferin Fallon Fox - geboren als männliches Kind - brach mehreren ihrer Gegnerinnen die Knochen. Hierzu zitiert die „Welt- woche“ eines ihrer Opfer, Tamikka Brents, wie folgt:

„Ich habe schon gegen viele Frauen gekämpft, aber ich habe noch nie so viel Kraft in einem Kampf gespürt wie in dieser Nacht. Ich kann nicht sagen, ob es daran lag, dass sie als Mann geboren wurde oder nicht; denn ich bin kein Arzt. Ich kann nur sagen, dass ich mich noch nie in meinem Leben so überwältigt gefühlt habe, und ich bin an sich schon eine außergewöhnlich starke Frau.“

In solchen Kämpfen, in denen Transfrauen gegen weibliche Konkurrentinnen antreten, werden die Sportlerinnen einem übermäßigen Verletzungsrisiko ausgesetzt.

Aber nicht nur im Kampfsport entstehen unfaire Vorteile. Der als Mann gebürtige amerikanische Wettkampfschwimmer William Thomas brach alle Rekorde, und zwar in der Frauenliga, weil er sich mittlerweile als Frau definiert und sich den Vornamen Lia gegeben hat.

Wenn Sie sich solche Beispiele ganz bildlich vorführen wollen, googeln Sie einmal die australische Transrugbyspielerin Hannah Mouncey, ein Kopf größer und doppelt so breite Schultern wie jede andere Frau auf dem Platz. Mit Chancengleichheit hat das nichts mehr zu tun.

(Zuruf)

Männer bleiben eben Männer, auch wenn sie sich anders definieren mögen. Sie als solches zu bezeichnen, wird aber immer schwerer. Männer, die behaupten, eine Frau zu sein, als Männer zu bezeichnen, ist bald strafbar. Die Bundesregierung will dafür bald eine Geldstrafe von bis

zu 10 000 € ansetzen. Dazu soll ein neues Gesetz geschaffen werden, das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz. Bisher war es selbstverständlich, Männer auch als Mann zu bezeichnen.

In Debatten des Bundestages kann das jetzt dazu führen, dass man von der Bundestagspräsidentin Pau mit einem Ordnungsgeld belegt wird, wie es Frau Beatrix von Storch bei der Lesung zum Selbstbestimmungsgesetz kürzlich ergangen ist. Man muss sich einmal vorstellen: Markus Ganserer wurde einfach mit Markus angesprochen. Und? - Das war natürlich eine Strafe von 1 000 € wert.

(Zuruf: Was soll denn das? - Sebastian Strie- gel, GRÜNE: Die Frau heißt Tessa! - Unruhe)

- Nein, Herr Striegel. In dem Ausweis steht „Markus Ganserer“ und nicht „Tessa“.

(Lebhafter Beifall bei der AfD - Zurufe von der AfD: Jawohl! - Rhythmische Zurufe von der AfD: Markus! - Markus! - Markus! - Zuruf von Abg. Sebastian Striegel, GRÜNE)

- Ja, Sie wissen ja ganz genau Bescheid.

Man muss es ganz deutlich sagen: Die Tyrannei beginnt immer damit, die Wahrheit zu bestrafen und die Lüge zu verlangen.

(Zuruf von der AfD: Ja! - Zuruf von den GRÜ- NEN: Das stimmt nicht! - Unruhe)

Aber nichts ist wortmächtiger als die Wahrheit; die liegt im Sport immer auf dem Platz. Zur Wahrheit gehört eben auch, dass die Fairness ein tragendes Element im Sport ist. Aber ist es denn fair, wenn Männer und Frauen gegen- einander im Leistungs- und Kampfsport an- treten?

Warum Frauen und Männer im Leistungssport nicht gegeneinander antreten sollten, erklärt die Deutsche Angestellten Krankenversicherung in ihrem Internetauftritt wie folgt - ich zitiere -:

„‚Es wäre schlicht unfair‘, klärt der DAKSportexperte auf. Der Grund ist einfach. Die Körper von Männern und Frauen sind sich zwar sehr ähnlich, weisen aber dennoch auch große Unterschiede auf.“

(Zuruf: Ja, das stimmt!)

„Durchschnittlich sind Frauen schmächtiger und kleiner gebaut als Männer. Das schlägt sich nicht nur in der Körpergröße nieder. Atemwege, das Herz und die Lunge sind bei Männern größer und damit in der Regel leistungsfähiger. Das männliche Herz kann schneller schlagen und transportiert eine größere Menge Sauerstoff in die Zellen. ‚Frauen‘, so Mario Habersack, ‚verfügen auch über weniger Muskeln und über mehr Körperfett.‘

Besondere Auswirkungen hat der Körperkraftvorteil im Kraftsport. Durch das Mehr an Muskelmasse erreichen Männer hierbei durchschnittlich 10 bis 20 % mehr Leistung, als Frauen dies können. Bei anstrengenden Ausdauersportarten nähert sich der Leistungsrahmen der Geschlechter einander an. Im Ultramarathon über 100 km profitieren Frauen davon, dass sie auf längeren Distanzen besser Fett verbrennen. Der Leistungsunterschied beträgt hier statistisch nur noch 6 %.“

Wir folgen hier der Idee des Leichtathletikweltverbandes, der im Namen der sportlichen Fairness und der Integrität weiblicher Kategorien den Start von Transgenderfrauen an Wettkämpfen verboten hat.

(Zuruf: Eben!)

Das gilt schon seit dem 31. März 2023 und betrifft Sportler, die die Pubertät als junge Männer durchlebt haben.

Der aktuelle Testosteronspiegel spielt nun keine ausschlaggebende Rolle mehr. Entscheidend ist anscheinend allein, wann ein Mann sein Geschlecht gewechselt hat. Das reicht unserer Überzeugung nach aber nicht aus. Eine Hormontherapie zur Geschlechterumwandlung bei pubertierenden Kindern lehnen wir grundsätzlich ab, damit auch jegliche Sonderregeln. Männer haben in einer Frauenliga nichts verloren, ganz egal, wann sie mit Hormonen behandelt wurden.

Schon im Juni 2022 hat der Weltschwimmverband beschlossen, Transfrauen von den Wettkämpfen auszuschließen. Anlass war der vorhin angesprochene Erfolg der Lia Thomas. Sie hatte bei den Collegemeisterschaften im Jahr 2022 den ersten Platz über 500 Yards Freistil erreicht. Die Schwimmerin wurde als Mann geboren, identifiziert sich aber als Frau. Bei vergangenen Wettkämpfen, als sie noch gegen Männer antrat, landete sie deutlich weiter hinten. So erreichte Thomas über 200 Yards Freistil den Rang 462. Das muss man sich einmal vorstellen. Innerhalb der kurzen Zeit kommt sie von Platz 462 auf Platz 1 und schlägt alle Rekorde.

Ein Schlag ins Gesicht all ihrer Gegnerinnen. - Absoluter Wahnsinn.

So konnte es nicht weitergehen. Beide Sportverbände haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Entscheidung des Leichtathletikverbandes beruht auf einer Beratung mit verschiedenen Interessenvertretern; dazu gehörten neben der Translobby auch 40 nationale Verbände sowie das Internationale Olympische Komitee.

Hierbei entschied die Mehrheit der Befragten, dass Transgenderathleten nicht in der weib- lichen Kategorie antreten sollten. Unser Antrag geht über die Verfahrensweise der vorgenannten Verbände hinaus, um die weiblichen Sportkategorien zu schützen.

Ich wiederhole es: Männer bleiben eben Männer; auch wenn sie sich anders definieren mögen. Ich bitte sie aus den vorgenannten Gründen, unserem Antrag zu folgen, um Fairness im Sport zu gewähren und weiblichen Sportlern vor ihren männlichen Konkurrenten, insbesondere in Kampfsportarten, zu schützen. - Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der AfD)

Es gibt keine Fragen. Deswegen können wir in die Dreiminutendebatte eintreten. Es spricht Frau Zieschang für die Landesregierung. - Frau Zieschang, Sie haben das Wort.

Herzlichen Dank, Herr Präsident. - Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einige von Ihnen wissen, dass ich Tennis spiele. Vor ein paar Jahren hat der Deutsche Tennis Bund die Regularien für die Einstufung von Leistungsklassen geändert. Ich muss sagen, nicht alle Änderungen, die damals vorgenommen worden sind, überzeugen mich. Aber ich wäre nie auf den Ge- danken gekommen, das neue Regelwerk im Landtag zu thematisieren.

(Stefan Gebhardt, DIE LINKE, und Olaf Meis- ter, GRÜNE, lachen)

Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass sich der Landtag mit der Einführung des Videobeweises im Fußball beschäftigt hat.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Das wäre eine spannende Sache!)

- Das wäre sicherlich eine spannende Debatte. - Auch die Frage der Startberechtigung von Sportlern mit Behinderung, mit einer Beinprothese wie Oscar Pistorius oder Markus Rehm, bei Wettbewerben mit Sportlern ohne Behinderung führte nicht zu Debatten im Landtag. Das ist auch richtig so. Es ist Angelegenheit des Sports

(Zustimmung bei der LINKEN, bei den GRÜ- NEN und bei der FDP)

und Ausdruck der Autonomie des Sports, seine Regeln für den Wettkampfbetrieb selbst festzulegen. Das gilt auch für die Frage, unter welchen Voraussetzungen transgeschlechtliche Frauen am Wettkampfbetrieb teilnehmen.

Dabei wird - soweit ich das übersehe - im Sport von niemandem der generelle Ausschluss vom athletischen Wettkampfbetrieb diskutiert. Es geht vielmehr um die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen transgeschlechtliche Frauen an sportlichen Wettbewerben in der Geschlechtskategorie der Frauen teilnehmen können.

Der Weltschwimmverband und der Leichtathletikweltverband World Athletics haben in den Jahren 2022 und 2023 ihre Vorgaben für die Teilnahme von transgeschlechtlichen Frauen an Frauenwettbewerben deutlich verschärft, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Was will ich damit sagen? - Die jeweiligen Fachverbände beschäftigen sich sehr differenziert, auch je nach Sportart, mit diesen Fragen. Ich finde es gut und richtig, dass die einzelnen Fach-

verbände im Sport die Wettkampfbedingungen festlegen. Die Landesregierung wird sich hierbei nicht einmischen.

(Zustimmung bei der SPD, bei den GRÜNEN und bei der FDP)

Ich sehe auch hierzu keine Nachfragen. Dann können wir in die Dreiminutendebatte der Fraktionen einsteigen. Für die Fraktion der SPD spricht Herr Grube.

(Holger Hövelmann, SPD: Verzichtet!)

- Nein, er verzichtet. - Für die Fraktion DIE LINKE spricht Herr Lippmann. - Sie haben das Wort, bitte.

Vielen Dank, Herr Präsident. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist wieder so ein typischer AfDEkelantrag, den man nur angewidert und mit spitzen Fingern anfassen kann.