Protocol of the Session on February 22, 2024

das gilt nicht nur auf dem Domplatz, das gilt auch in den Parlamenten. - Herzlichen Dank.

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)

Offensichtlich hat Herr Tillschneider das Bedürfnis nach einer Intervention. - Sie haben das Wort.

Den Vorwurf, dumm und dreist zu agieren, kann ich zu 100 % auf Sie zurückwerfen.

(Beifall bei der AfD)

Sie kommen mit George Orwell.

(Lachen bei der AfD)

Aber, wissen Sie, dieser Vergleich hinkt; denn wenn Sie das Buch gelesen hätten, dann hätten Sie gemerkt, dass es dort die Regierung ist, die die Begriffe umdeutet.

(Zuruf von Daniel Roi, AfD)

Die Opposition kann das doch gar nicht. Wir haben doch überhaupt nicht die Macht dazu. Wir haben kein Ministerium und auch kein Wahrheitsministerium.

Dass Sie so überaus empfindlich auf diese SED-Vergleiche reagieren,

(Dr. Falko Grube, SPD, lacht)

das sagt schon sehr viel.

(Jan Scharfenort, AfD: Jawohl!)

Ich finde, die Opposition muss das Recht haben, zu kritisieren,

(Olaf Meister, GRÜNE: Hat sie!)

damit die Regierung unter Kontrolle bleibt. Wenn es der Opposition verboten ist, z. B. eine Regierung mit der DDR-Regierung zu vergleichen,

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Das ist nicht verboten!)

dann könnte sich diese Regierung im Rahmen einer Fehlentwicklung zu einer DDR 2. 0. entwickeln und wäre nicht mehr kritisierbar. Genau das wollen Sie! Denn wenn ich Sie hier stehen sehe - jetzt sage ich einmal ein persönliches Wort - und Sie mit Ihrem - man erlaube mir diesen Anglizismus - Mindset betrachte, dann besteht kein Unterschied zwischen Ihnen heute und dem jungen NVA-Unteroffizier von einst.

(Beifall bei der AfD)

Wenn Sie wollen, dann können Sie antworten.

Ja, das will ich gern tun. - Erstens, Herr Tillschneider, habe ich nicht von dumm und dreist

gesprochen, sondern von blöd und dreist, aber das nur nebenbei.

(Zurufe von der AfD: Was? - Nein! - Oh! - Olaf Meister, GRÜNE: So viel Zeit muss sein! - Da- niel Roi, AfD: 1 : 0 für Herrn Erben! - Zuruf von der AfD: Das klingt gleich ganz anders! - Lachen - Unruhe)

- Wollen Sie nun eine Antwort oder wollen Sie keine?

Zweitens, Herr Tillschneider, gehöre ich zu denjenigen, die die DDR erlebt haben. Ich glaube, das Schicksal teilen wir beide nicht.

(Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD: Gelebt, ja, gelebt! - Weitere Zurufe von der AfD)

Drittens will ich daran erinnern, dass falsche Tatsachenbehauptungen auch hier im Plenarsaal nicht zugelassen sind. Ich bin nie Berufsoffizier der NVA gewesen und ich wollte es auch nicht werden.

(Dr. Andreas Schmidt, SPD: Lügner! Wie im- mer: gelogen!)

Ich weiß nicht, woher Sie die Erkenntnis haben.

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)

Es gibt eine weitere Intervention, und zwar von Herrn Scharfenort. - Herr Scharfenort, Sie haben das Wort. Bitte sehr.

(Unruhe)

Die heutige Diskussion soll auch dazu dienen aufzuzeigen, wo der Landtag hierbei steht. Denn - das finde ich doch positiv - auch in den Fraktionen der anderen Parteien, auch im Bundestag, mehren sich die Stimmen der Kritiker. Jeder, der sich durchliest, was Nancy Faeser vorhat, der kann diesem Gesetzentwurf als Demokrat niemals zustimmen. Ich hoffe einfach, dass weitere Kritiker aufstehen und ihre Stimme dagegen erheben, so wie es mittlerweile auch viele Staatsrechtler machen. Darum geht es uns heute hier in der Debatte. - Danke.

(Zustimmung bei der AfD)

Sie können antworten, bitte.

Sie haben eben von einem Gesetzentwurf gesprochen. Ich kenne keinen Gesetzentwurf.

(Jan Scharfenort, AfD: Nein, die Debatte, aber ist egal!)

Frau Ministerin hat vorhin zutreffenderweise darauf hingewiesen; ich glaube, dass meine Kenntnislage richtig ist; es gibt keinen Gesetzentwurf.

(Jan Scharfenort, AfD: Der wird aber kom- men!)

Ich wüsste auch nicht, welcher Staatsrechtler, wie Sie eben gesagt haben,

(Jan Scharfenort, AfD: Rupert Scholz z. B.!)

sich zu einem Gesetzentwurf, den es nicht gegeben hat - -

(Jan Scharfenort, AfD: Rupert Scholz z. B.!)

- Ich glaube, gerade der hat sich bestimmt nicht zu einem Gesetzentwurf geäußert, den es nicht gibt.

(Zustimmung bei der SPD - Jan Scharfenort, AfD: Rupert Scholz z. B.!)

Dann sind wir an der Stelle durch. Wir können zum nächsten Debattenbeitrag kommen, und zwar von Frau Quade für die Fraktion DIE LINKE. - Bitte sehr, Sie haben das Wort.

(Zustimmung bei der LINKEN)

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Was liegt uns hier eigentlich vor? - Formal ist das einfach zu beantworten: Es ist ein Antrag der extremen Rechten auf eine Aktuelle Debatte, der einem - Herr Erben hat es richtig ausgeführt - altbekannten Muster folgt:

(Jan Scharfenort, AfD: Richtig!)

Es wird vermeintliche Sorge um Demokratie vorgetäuscht, jene Demokratie, welche die AfD zerstören will.