Protocol of the Session on February 22, 2024

(Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD: Das macht er selbst!)

Mir ist klar, was als Nächstes passiert. Das ist der erste Schritt. Deswegen habe ich versucht, Ihnen aufzuzeigen, dass der Verfassungsschutz als Teil der Exekutive nicht nur der Kontrolle des Parlaments unterliegt, sondern dass die Legislative auch Aufgaben und Grenzen des Verfassungsschutzes festlegt.

(Zustimmung von Anne-Marie Keding, CDU)

Ich habe von Ihnen noch nicht gehört, dass Sie eine Änderung des Verfassungsschutzgesetzes auf den Weg gebracht haben.

(Zuruf von Oliver Kirchner, AfD)

Es ist dann auch so, dass diese Maßnahmen, die, abgeleitet aus dem Verfassungsschutzgesetz, vom Verfassungsschutz ergriffen werden, gerichtlich überprüfbar sind. Ich ahne, was als Nächstes kommt: Als Nächstes wer- den die Gerichte in Deutschland diskreditiert. Das ist Ihr Weg, unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat infrage zu stellen, eine Institution nach der anderen.

(Beifall bei der CDU, bei der SPD und bei der FDP - Zuruf von der AfD: Die Frau Minister ahnt etwas!)

Stellen Sie doch einfach einmal EU-konforme Rechtszustände hier in Deutschland her.

Herr Lizureck, nur ich erteile Ihnen das Wort!

Ich werde Ihnen eines sagen:

Und stopp!

Wer den Verfassungsschutz missbraucht aus Gründen des Machterhalts,

Herr Lizureck, ich erteile hier das Wort!

der hat nicht das Recht, mir Diskreditierung zu unterstellen.

Herr Lizureck, ich entziehe Ihnen das Wort.

(Frank Otto Lizureck, AfD: Ja, kein Problem! Ich habe gesagt, was ich sagen wollte!)

- Herr Lizureck, noch einmal ganz deutlich: Ich habe der Ministerin die Gelegenheit gegeben zu antworten. Ich entscheide darüber, ob Sie die Chance für eine Nachfrage er- halten. Das habe ich in dem Fall nicht getan. Sie haben das Wort geschäftsordnungswidrig

ergriffen. Auch das gehört dazu, einen Staat zu führen oder zu delegitimieren, nämlich parlamentarische Regeln anzuerkennen oder nicht anzuerkennen, Herr Lizureck.

(Beifall bei der LINKEN, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Es gibt eine weitere Frage, und zwar von Herrn Köhler. - Bitte.

Besten Dank. - Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Ministerin, zu Beginn Ihres Wortbeitrages sprachen Sie davon, gegen jede Form von Extremismus und Hass zu sein. Ich erinnere mich an eine Berichterstattung der sogenannten Leit- und Qualitätsmedien. Es war die „Süddeutsche Zeitung“, die davon sprach, dass die Landesämter und auch die Bundesbehörde des Verfassungsschutzes virtuelle Agenten einsetzen,

(Oliver Kirchner, AfD: Ja! Die beobachten sich quasi selbst!)

und zwar auch mit dem Ziel, Hass zu verbreiten bzw. zu Straftaten anzustacheln. Ich frage Sie: Können Sie ausschließen, dass der Hass, gegen den Sie sich positionieren, von Mitarbeitern von Geheimdienstbehörden geschürt oder auch verbreitet wird?

(Oh! bei der CDU und bei der FDP - Sebastian Striegel, GRÜNE: Solange Herr Kirchner nicht davon bezahlt wird! - Jan Scharfenort, AfD: Schön, dass Herr Striegel das beantwortet! - Unruhe)

Sie können antworten.

Hass und Hetze finden auch im Netz statt, und deswegen gucken natürlich Verfassungsschutzbehörden, so auch unsere, was sich dort tut.

(Oliver Kirchner, AfD: Aber sie dürfen das ja selbst auch machen!)

Danke, Frau Ministerin, es gibt keine weiteren Fragen. - Dann sind wir damit durch und können jetzt zu den Debattenbeiträgen der Fraktionen kommen. Für die SPD spricht Herr Erben. - Sie haben das Wort.

Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kirchner, ein paar Worte zu den unsäglichen und widerlichen Vergleichen, man muss sogar sagen,

(Zuruf von Oliver Kirchner, AfD)

Gleichsetzungen der Bundesinnenministerin mit dem Stasi-Chef Mielke

(Oliver Kirchner, AfD: Ja!)

und mit den Nationalsozialisten.

(Zuruf von der AfD: Und schon wieder sind es die Nationalsozialisten!)

Ich glaube, damit haben Sie heute wieder einmal einen neuen Tiefpunkt in Ihren eigenen Debattenbeiträgen erreicht.

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Oliver Kirchner, AfD: Das müs- sen Sie sich schon gefallen lassen!)

Ich werde noch mehrmals darauf zurück- kommen. Und wenn Sie hier anfangen, die Vertreter der Kirchen in dieser Weise zu diskreditieren, dann will ich das gleichfalls auf das Schärfste zurückweisen.

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Zuruf von Oliver Kirchner, AfD)

- Nicht derjenige, der am lautesten brüllt, hat recht, Herr Kirchner.

(Zuruf von Oliver Kirchner, AfD)

Als katholischer Christ bin ich sehr stolz dar- auf, wie Bischof Feige auftritt. Herr Kirchner, ich habe Sie noch gut vor meinem inneren Auge,

(Eva von Angern, DIE LINKE: Nein!)

als wir am 26. Januar 2023 am Denkmal „Magda“ standen und der Herr Bischof dort gesprochen hat.

(Zuruf von Oliver Kirchner, AfD)

Ich hatte den Eindruck, Sie versinken dort im Asphalt. Sie wurden immer kleiner.

(Lachen und Beifall bei der SPD, bei der LIN- KEN und bei den GRÜNEN)

Sie waren gemeinsam mit Ihrem Fraktionsgeschäftsführer auf dem Platz schon fast gar

nicht mehr zu sehen. Der Mann hat Ihnen eine Ansage gemacht und die Trefferwirkung war an diesem Tag deutlich zu bemerken.

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Oliver Kirchner, AfD: Die war super!)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt vieles, was die Anhänger unterschiedlicher Diktaturen unterscheidet, aber es gibt eines, was sie alle eint, nämlich die Umdeutung von Begriffen. Es geht Ihnen darum - Herr Kirchner, Sie haben es heute gezeigt -, Debatten zu vergiften,

(Oliver Kirchner, AfD: Das machen Sie schon selbst! - Lachen bei und Zurufe von der AfD)