Protocol of the Session on February 21, 2024

Das wird in Kürze erfolgen. Ich möchte das Ergebnis der Prüfung jetzt nicht vorwegnehmen.

Danke, Frau Feußner. - Damit sind wir am Ende der Regierungsbefragung und wir führen hier vorn einen Wechsel durch.

Auch ich darf alle ganz herzlich begrüßen, obwohl es für „guten Morgen“ schon etwas zu spät ist. Guten Tag, meine Damen und Herren! Ich rufe auf den

Tagesordnungspunkt 7

Beratung

Abberufung des Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Antrag mehrere Mitglieder des Landtages - Drs. 8/3676

Wir haben damit heute über diesen Antrag zu befinden. Über einen Antrag auf Abberufung eines Vorsitzenden hatte dieses Parlament zuletzt in der vorherigen Wahlperiode zu entscheiden.

Vor diesem Hintergrund erlauben Sie mir einige Ausführungen zum Verfahren. § 13 Abs. 3 in Verbindung mit § 4 Abs. 6 unserer Geschäftsordnung regelt die Voraussetzungen dafür. Danach kann der Landtag einen solchen Beschluss fassen, wenn ein Antrag vorliegt, der von der Mehrheit der Mitglieder des Landtages unterstützt wird und wenn zwei Drittel der Mitglieder des Landtages bei der Abstimmung für den Antrag votieren.

Des Weiteren besagt die Geschäftsordnung, dass der Antrag zu behandeln ist ohne Ausschussüberweisung in einer Beratung und dass über diesen Antrag frühestens drei Wochen nach dem Eingang abgestimmt werden darf. Die im Vorfeld erforderlichen geschäftsordnungsrechtlichen Voraussetzungen, die ich eben skizziert habe, sind erfüllt.

Einbringen in den Landtag wird diesen Antrag die Abg. Frau Dr. Pähle. Danach ist eine Dreiminutendebatte verabredet worden. - Frau Dr. Pähle, bitte. Sie haben das Wort.

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Hohes Haus! Im Namen der Unterzeichner des Antrages und, ich bin mir sicher, im Namen der über- großen Mehrheit dieses Hauses beantrage ich die Abberufung von Ulrich Siegmund von dem Amt des Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)

Wir setzen damit als Landtag ein klares Zeichen nach innen wie nach außen.

(Oliver Kirchner, AfD: Junge, Junge!)

Nach innen, weil wir die Konsequenz daraus ziehen, dass ein Ausschussvorsitzender für die Ausübung dieser Aufgabe kein Vertrauen der Abgeordneten mehr besitzt. Nach außen, weil wir deutlich machen, dass menschenverachtende Positionen nicht damit vereinbar sind,

(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Das ist doch Schnee von vorgestern! - Weiterer Zu- ruf von der AfD: Das ist doch längst wider- legt!)

den Landtag oder einen seiner Ausschüsse öffentlich zu vertreten.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Zuruf von der AfD: Es ist lange bekannt, dass das nicht stimmt!)

Ich bin sehr froh darüber, dass heute und da- mit so schnell wie gesetzlich möglich die un- tragbare Situation beendet wird, dass ein Ausschuss unseres Landtages, und noch dazu dieser Ausschuss, von einem Teilnehmer der rechtsextremen Konferenz bei Potsdam geleitet wird.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Jan Scharfenort, AfD: Es war kein rechtsextremes Treffen! - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Lügen sind das, was Sie verbreiten! Fake News! - Zurufe von der AfD: Frechheit! - Durch Wiederholen der Lü- gen wird es trotzdem nicht zur Wahrheit! - Frank Otto Lizureck, AfD: Fünf CDUler waren dabei! Auch rechtsextrem, oder was? - Weiterer Zuruf von der AfD: Euer Koalitions- partner! - Weitere Zurufe von der AfD)

Wir haben uns bereits in der letzten Sitzung des Landtages intensiv darüber ausgetauscht, wie dieses Treffen zu bewerten ist.

(Zuruf von der AfD: Mit falschen Fakten!)

Andere Parlamente in Deutschland haben es gleichgetan.

(Zuruf von der AfD)

Ich finde es besonders prägnant, was im Hessischen Landtag vom dortigen Ministerpräsi-

denten Boris Rhein gesagt wurde. Er hat es nämlich auf den Punkt gebracht: Wer Menschen deportieren will, der stürzt dieses Land in ein Inferno.

(Jan Scharfenort, AfD: Das ist eine unver- schämte Lüge! - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Das sind Lügen, was Sie verbreiten! Lügen! - Weitere Zurufe von der AfD: Ich kann das langsam nicht mehr hören! - Lügne- rin! - Unruhe)

So deutlich und nicht anders muss man benennen, was geschehen würde,

(Jan Scharfenort, AfD: Unverschämtheit! - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: So eine Rede! - Unruhe)

wenn Hunderttausende legal hier lebende Ausländerinnen und Ausländer sowie Deutsche mit und ohne Migrationsgeschichte

(Zuruf: Das ist Volksverhetzung!)

zum Verlassen des Landes gezwungen würden.

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Jan Scharfenort, AfD: Das ist eine Lüge; das können Sie nachlesen! - Wei- tere Zurufe von der AfD)

Der völlige wirtschaftliche Niedergang Deutschlands,

(Zuruf: Den Sie verursachen!)

die internationale Isolation unseres Landes und das Ende unserer Demokratie,

(Zuruf: Euer Kanzler!)

in der die Würde des Menschen unantastbar ist,

(Beifall bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Zuruf von Frank Otto Lizureck, AfD - Unruhe)

wären die unabweisbaren Folgen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Seit Wochen geben die Menschen in Deutschland darauf eine unmissverständliche Antwort. Was in großen Städten wie Hamburg

(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Das sieht man an Ihren Wahlergebnissen, die Ant- wort!)

und Berlin begann, hat mittlerweile auch viele kleine Orte erreicht, auch bei uns in SachsenAnhalt.

(Zuruf von Lothar Waehler, AfD)

Was wir aktuell auf den Straßen sehen,

(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Mit Bussen werden die rangekarrt!)

ist ein aktives Bekenntnis

(Jan Scharfenort, AfD: Eine Deutschland- Fahne habe ich gesehen, eine!)

der Bürgerinnen und Bürger zu ihrer Demokratie, für ein friedvolles Zusammenleben und gegen jeden Rassismus.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und bei den GRÜNEN - Matthias Büttner, Staß- furt, AfD: Es ist ein Trauerspiel, was Sie hier abliefern! - Jan Scharfenort, AfD: Die Regierung richtet Demonstrationen aus! Finde den Fehler! - Weitere Zurufe von der AfD)