Meine Damen und Herren! Die Umstellung der Lehramtsausbildung für die Sekundarstufen I und II ist doch längst überfällig und wird nur von ideologischem Geplänkel ausgebremst.
Die Experten*innen in der Bildungspolitik wissen, dass dadurch die Gewinnung von Lehrkräften besser gelingt, da man sich nicht frühzeitig für ein Lehramt und für eine Laufbahn entscheiden muss. Zudem könnten Ausbildungskapazitäten an der Martin-Luther-Universität und an der Otto-von-Guericke-Universität viel besser genutzt werden. Der größte Pluspunkt für ein Land mit Lehrkräftemangel ist, die Lehrkräfte wären flexibel einsetzbar. Ich verstehe gar nicht, warum dieses Thema so stiefmütterlich von den CDU-geführten Landesregierungen behandelt wird.
Meine Damen und Herren! Wenn ich sage, wir unterstützen die Initiative, dann möchte ich aber auch sagen, jede Initiative ist verbesserungsfähig, so auch der Antrag der Fraktion der GRÜNEN; denn wir haben doch gar kein Erkenntnisproblem. Vielmehr haben die Hochschulen mehrfach deutlich gemacht, dass die Umstellung der Lehramtsausbildung ohne größere Probleme erfolgen kann. So hat mein
Kollege Lippmann dazu schon im Jahr 2022 eine positive Antwort auf seine Kleine Anfrage erhalten. Beim Fachgespräch im April dieses Jahres wurde die Bereitschaft der Hochschulen noch einmal deutlich. Es braucht auch keine konzeptionelle Vorstellung im Ausschuss, da er sich sowieso schon damit befasst.
Was es braucht, das ist das politische Signal, und das, meine Damen und Herren, muss der Landtag geben. Die Lehramtsausbildung wird im Schulgesetz geregelt. Wer ist es, der das Gesetz ändert? - Das sind wir. Wenn die Fraktion der GRÜNEN jetzt keinen eigenen Entwurf vorlegen will, dann muss man halt die Landesregierung dazu auffordern, es zu tun, und zwar präzise. Ansonsten macht die Landesregierung erfahrungsgemäß, was sie will. Die Variante, die Sie jetzt in dem Antrag aufgeschrieben haben, ist für uns ein bisschen lapidar. Deswegen, meine Damen und Herren, müssen der Einsatz der Lehrkräfte und die Entlohnung auch noch ge- regelt werden. Dafür braucht man dann die entsprechende Anpassung des Landesbesoldungsgesetzes.
Selbstverständlich fordern wir als LINKE, dass dann die Lehrer*innen als Studienrätinnen und Studienräte
nach Besoldungsgruppe A 13 der Landesbesoldungsordnung bezahlt werden. Sie sehen, wir haben schon klare Vorstellungen davon, wie es ablaufen kann. Da das einfach ist, kann das die Landesregierung zügig in die Wege leiten, wenn sie das denn will.
Liebe grüne Fraktion, falls Sie jetzt fragen, warum wir nicht einfach selbst einen Gesetzentwurf eingebracht haben: Nun, in der Kürze der Zeit wäre das abenteuerlich gewesen, aber seien Sie versichert, auch daran arbeiten wir,
Meine Damen und Herren! Ob die Umstellung der Stufenlehrerausbildung tatsächlich mehr Geld kosten würde, müsste sicherlich geprüft werden. Eigentlich würden die Kapazitäten nur zusammengefasst und besser genutzt, aber ich will nichts kleinreden. Die Umstellung ist mit Aufwand verbunden und eine Zeit lang würden eventuell noch parallel die Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden. Natürlich müssten etwaige Mehrkosten ausgeglichen werden.
Der richtige Weg, um darüber mit den Hochschulen zu verhandeln, ist es, dafür die Neufassung der Zielvereinbarungen für die Periode ab 2025 zu nutzen. Es ist zu befürchten, dass ein Nachverhandeln über dieses wichtige Anliegen eher zu Verwerfungen führt, als wenn es gleich richtig in die Zielvereinbarungen aufgenommen wird. Daher bitte ich um Zustimmung zu unserem Alternativantrag. Allerdings habe ich vernommen, dass wir darüber noch einmal in den Ausschüssen diskutieren wollen. Auch darauf freue ich mich. - Vielen Dank.
Danke, Herr Lange. - Bevor Frau Pähle kommt, nutzen Sie mit mir bitte die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler der Schule des Zweiten Bildungswegs aus Magdeburg zu begrüßen.
deren Debatte habe ich einmal gesagt, dass wir in der Bildungslandschaft Sachsen-Anhalts gerade in einer Phase sind, in der wir unglaublich viele Dinge ausprobieren müssen. Es ging z. B. um die Aufhebung des 45-Minuten-Unterrichts. Es ging darum, muss Unterricht tatsächlich fünf Tage lang in der Schule stattfinden. Damals haben wir schon gemerkt, Revolution in Deutschland hat immer Grenzen - es ist ja gut so -, insbesondere an Schulen.
Ganz ehrlich, etwas Ähnliches erlebe ich auch heute hier. Wir sind uns alle darin einig, dass die Lehramtsausbildung in Sachsen-Anhalt auf andere Füße gestellt werden muss. Deshalb haben wir die Idee des dualen Studiengangs ent- wickelt.
(Hendrik Lange, DIE LINKE: Das finden wir nicht schlecht! - Zuruf von der CDU: Wer? - Dr. Anja Schneider, CDU: Die CDU-Fraktion!)
An anderer Stelle, an der es auch darum geht, etwas Neues zu wagen, funktioniert es aber nicht. Ich gebe zu, ich verstehe es nicht. Ich kann Ihnen auch gleich darlegen, warum ich es nicht nachvollziehen kann.
So neu, wie Kollegin Sziborra-Seidlitz gesagt hat oder wie man den Eindruck haben konnte, ist es gar nicht.
(Angela Gorr, CDU: Genau! - Siegfried Borg- wardt, CDU: Genau so ist es! - Angela Gorr, CDU: Das ist der Punkt!)
dentin - für das Lehramt Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II aus. Es gibt keine Einheitsschule im Saarland. Sie haben es hingekriegt, ohne dass es hinterher eine Einheitsschule gibt.
(Marco Tullner, CDU: Aber nicht alles muss unbedingt richtig sein! Saarland ist ein schlechtes Beispiel!)
die Ausbildung für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II integriert. Ich habe noch nicht gehört, dass sich alle Studierenden in diesen Bundesländern in andere Bundesländer um- orientiert hätten, weil sie dort die feste Struktur der Sekundarschule und des Gymnasiums hätten und sie ansonsten nicht wüssten, was sie dort eigentlich tun sollten.
Zudem, unter dem Aspekt, wir wollen das Beste für unsere Kinder: Dann wollen wir doch auch die am besten ausgebildeten Lehrkräfte. Wir wollen doch keine Lehrer zweiter Klasse, die Kinder an einer bestimmten Schulform unterrichten. Gerade die Sekundarschule, die wir stärken wollen, braucht doch gut ausgebildete Lehrkräfte. Diesen Lehrkräften, die übrigens alle ein Abitur in der Tasche haben, die also alle Abiturstoff gelernt haben, trauen wir es dann nicht
zu, diesen Stoff in einem integrierten Schulfach für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II an der Universität in ihrem Studium abzuarbeiten? Was trauen wir denn den jungen Menschen überhaupt noch zu?
Ich sage Ihnen auch ganz deutlich - der nächste Punkt, der ganz elementar gegen viele Dinge spricht, die hier angeführt wurden -, die MartinLuther-Universität tut das schon. Die Studierenden im Lehramt für die Sekundarschule und für das Gymnasium sitzen in ihren Fachwissenschaften im gleichen Seminar. Unglaublich!
Die lernen den gleichen Stoff. Die machen die gleichen Modulprüfungen. Soll ich Ihnen sagen, warum: weil es effizient und richtig ist. Deshalb tut es die Martin-Luther-Universität.
Weil wir aber nicht dafür sorgen, dass sich die Studierenden in einem Studiengang einschreiben können, wird sie von den gleichen Menschen, die heute bemängeln, dass man das nicht tun soll, damit wir keinen Einheitslehrer schaffen, dafür gescholten, dass sie die Studierendenzahlen für das Lehramt nicht erfüllt. Schauen Sie sich die Zahlen für das Lehramt an der Sekundarschule an der Martin-Luther-Universität an und Sie sehen, wo das Problem liegt. Die Studierenden kennen nur das Gymnasium. Sie wählen die Schulform, die sie kennen. Sekundarschule erfüllt die Plätze nicht. Nachher im Studium wird gewechselt, auch vom Lehramt am Gymnasium zum Lehramt an der Sekundarschule. Das ist übrigens Teil der Abbrecherquote, über die wir auch immer kritisch diskutieren.
etwas ändern. Ich sage, ja, mit einem Modellversuch für 30 Studienplätze, um jungen Menschen einfach zu sagen, bleib hier, studiere hier das Lehramt, wir geben dir die Möglichkeit, dich im Studium zu organisieren und zu orientieren und hinterher auch eine Schule zu finden, an der du gebraucht und herzlich willkommen ge- heißen wirst, egal wie der Statusname vor dem eigentlichen Schulnamen aussieht. Ich glaube, wir sind reif für diesen Modellversuch, für diese Veränderung. Ich hoffe, dass wir darüber ambitioniert und engagiert in den Ausschüssen diskutieren werden. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Zum Schluss der Debatte spricht für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN noch einmal Frau Sziborra-Seidlitz.
Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Damen und Herren! Selbstverständlich - für den kleinen Fauxpas am Beginn möchte ich mich entschuldigen - ist das Wissenschaftsministerium und nicht das Bildungsministerium originär für dieses Thema zuständig. Deswegen freue ich mich, dass die Bildungsministerin zumindest in Teilen der Debatte gefolgt ist.