Protocol of the Session on June 1, 2023

(Unruhe bei der AfD)

Noch eine Meldung des BKA. Jeden Tag gibt es fast zwei Vorfälle von Gruppenvergewaltigungen. Die sind momentan auf einem Rekordhoch. Ich frage mich in dem Zusammenhang: Jeder tritt hier für eine Frauenquote ein. Warum wird dann nicht an der Grenze eine Frauenquote eingeführt, dass die einfach mal ihre Frauen mitbringen? Wo sind wir denn da mit dem Frauenrecht? - Danke.

(Beifall bei der AfD - Unruhe)

Herr Erben, wenn Sie wollen, können Sie antworten.

Herr Lizureck - so war es, glaube ich -, Sie haben mehrmals betont, ich wüsste ganz genau. Im Unterschied zur AfD - was Sie immer behaupten - behaupte ich nicht von mir, dass ich alles ganz genau weiß.

(Zuruf von der AfD: Ach!)

Das ist ein riesen Unterschied.

(Unruhe bei der AfD)

Es ist Aufgabe des Staates, vulnerable Gruppen unter Flüchtlingen zu schützen.

(Zuruf von der AfD: Was?)

Es ist aber auch Aufgabe des Staates, auch allen anderen, die eines Schutzes bedürfen, Sicherheit zu gewähren.

(Zurufe von der AfD)

Dann ist - um bei Ihrer platten Argumentation zu bleiben - keinesfalls ein Zaun das richtige Mittel, um den Schutz zu gewährleisten.

(Zurufe von der AfD)

Wenn Straftaten begangen werden, dann sind die zu verfolgen oder vorher zu verhüten, völlig egal, woher der potenzielle Straftäter kommt.

Was Sie daraus machen wollen: Sie wollen natürlich Ihre ganze Mischung aus Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Flüchtlingsfeindlichkeit

(Unruhe bei der AfD)

darum garnieren.

(Zuruf von der AfD: Warum? - Weitere Zurufe von der AfD)

- Na gut. Ich meine, Sie können mir zuhören, weil er mir eine Frage stellt. Sie können aber auch dazwischenbrüllen. - Vielen Dank.

(Unruhe bei der AfD)

Um auf Ihre platte Argumentation zu antworten:

Herr Lizureck.

Der Zaun muss um die Leute, die kriminell sind.

Herr Lizureck, Sie haben nicht noch einmal das Wort. Sie haben bereits zwei Minuten geredet. Deshalb sind wir jetzt durch. - Wir kommen zur nächsten Rednerin. Das ist Frau Quade für die Fraktion DIE LINKE. - Frau Quade, Sie haben das Wort. Bitte sehr.

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Was die extrem rechte AfD will,

(Zuruf von der AfD: Was?)

hat nicht nur mittlerweile auch der Verfassungsschutz verstanden,

(Unruhe bei der AfD)

sondern es liegt auch auf der Hand.

(Zuruf von der AfD)

Wir haben es wieder gehört: die Spaltung der Gesellschaft, die rechtliche und die gesellschaftliche Einteilung in ein völkisch definiertes „Die“ und „Wir“

(Oh! bei der AfD)

und die Entrechtung von Geflüchteten und Asylsuchenden.

(Beifall bei der LINKEN)

Das wäre für sich genommen problematisch genug, weil rassistische Worte rassistische Taten befeuern, weil Menschenrechte teilbar gemacht werden sollen und weil es himmelschreiend ungerecht ist und zugleich hier kein einziges real existierendes Problem gelöst wird.

(Zuruf von der AfD: Doch, aber zu wenig!)

Das eigentliche Problem aber ist: Sie haben damit sogar Erfolg.

(Zuruf von der AfD: Ja!)

Und ja, ich hätte nicht erwartet, dass aus dem Hause einer SPD-Innenministerin vorgeschlagen wird, was Seehofer nicht durchsetzen konnte.

(Beifall bei der LINKEN - Oh! bei der AfD)

Was er nicht durchsetzen konnte, auch weil SPD und GRÜNE - zu Recht - dagegengehalten haben, im Übrigen.

(Zuruf von der AfD)

Die von mir sehr geschätzte Kollegin Heide Richter-Airijoki hat unlängst an dieser Stelle zu Recht auf die historischen Wurzeln des Rechtes auf Asyl und die Begründung hingewiesen. Das, was Ihre Bundesinnenministerin vorgelegt hat, wird dem nicht ansatzweise gerecht.

(Beifall bei der LINKEN - Zurufe)

Denn was der Gipfel hätte tun müssen: eine stetige und verlässliche Übernahme der

Kosten, die in den Kommunen für Integration entstehen, durch den Bund zu realisieren, einen Plan zur Überwindung des vielfachen Stillstands und des Chaos bei den Ausländerbehörden, rechtssichere Entscheidungen des BAMF statt einer Fehlerquote um die 30 % und 17 Millionen € bis 25 Millionen € Steuergeld jährlich für verlorene Gerichtsprozesse aufgrund fehlerhafter Entscheidungen, einen Plan für soziales Wohnen und öffentlich geförderten und geschützten Wohnraum, realistische und praktikable Strukturen für die Erstaufnahme von Menschen und - so weit es möglich ist - belastbare Vorgaben und Unterstützung für Reserveplanungen, Vorschläge für die Verbesserung des Schutzes Asylsuchender und Geflüchteter und eine solidarische Verteilung in Europa,

(Ulrich Siegmund, AfD: Wie wollen Sie die denn schützen?!)

endlich Perspektiven für die Menschen, die mit unterschiedlichem Status im Land sind. Der allergrößte Teil der Geflüchteten ist schutzberechtigt.

(Zuruf von der AfD: Nee!)

Auch die, die keinen Schutzstatus zuerkannt bekommen haben,