- Von mir aus. Nun nehmen Sie doch das Kompliment einmal hin und vermuten nicht jedes Mal etwas anderes.
Das Zweite ist, dass wir mit der ganz dringend benötigten Ortsumgehung Coswig sehr weit und auf einem guten Wege sind. In einem Guss damit erfolgt der Bau der Ortsumgehung Griebo, damit sind wir sehr weit.
Des Weiteren haben Sie Apollensdorf bereits angesprochen. Jetzt mĂŒssen wir aufpassen, dass wir die Ortsumgehung Nordumfahrung Wittenberg so anschlieĂen können, dass wir nicht wie im Bogen um die Orte herumgehen, sondern dass wir versuchen, in einer Linie zu bleiben.
Nun gibt es einen Bundesverkehrswegeplan. Darin steht leider, dass die Nordumfahrung Wittenberg - das wurde so vom Bundestag verabschiedet - erst in den weiteren Bedarf eingeordnet worden ist, das bedeutet: im Jahr 2015. Ich habe den Bundesverkehrswegeplan nicht verabschiedet. Wir als Land Sachsen-Anhalt haben aber zumindest erreicht, dass wir mit den Planungen beginnen können.
Nun gibt es ein Seveso-Urteil. Sie brauchen uns nicht vorwurfsvoll zu fragen, ob wir das Bundes-Immissionsschutzgesetz kennen oder nicht kennen. Das kennen wir sehr wohl.
Wir haben zwei Dinge zu berĂŒcksichtigen: zum Ersten die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Stickstoffwerks Piesteritz - flĂ€chenmĂ€Ăig - und zum Zweiten, dass wir die Dessauer StraĂe in der Stadt Piesteritz entlasten. Deshalb mĂŒssen wir prĂŒfen, wie wir die Anschlussstelle Griebo, Apollensdorf jetzt schon bei den Planungen mit einem Gelenk versehen, damit wir dann tatsĂ€chlich weiter bauen können.
DafĂŒr gibt es zum einen die Möglichkeit, dass wir als ersten Schritt versuchen, die Anbindung des Stickstoffwerkes Piesteritz ĂŒber diese Ortsumgehung von Coswig ĂŒber Griebo, Apollensdorf bis zum Gewerbegebiet zu erreichen. Ich möchte damit auch nicht bis zum Jahr 2020 warten; wir wollen eher etwas machen. Wir sind dabei und untersuchen auch, wie wir das finanzieren können, ohne im Prinzip in den Bundesverkehrswegeplan einzugreifen.
Wir sind in den Planungen sehr weit. Wir werden das raumordnerisch untersuchen. Ich kann Ihnen keine Jahreszahl sagen, bis wann wir das realisiert haben. Aber wir werden alles dafĂŒr tun, dass so schnell wie möglich diese Nordumfahrung bzw. die Entlastung der Dessauer StraĂe kommt.
Aber, wie gesagt, ich habe vorhin mit Frau Fischer gesprochen: In Bad Kösen warten sie und in vielen anderen StÀdten auch.
Das Problem ist nicht nur erkannt; wir wollen es vielmehr auch umsetzen, um den Industriestandort, um die Weltkulturerbestadt zu fördern. DiesbezĂŒglich hĂ€tte ich mir fĂŒr die Zeit von 1949 bis 1989 gewĂŒnscht, dass man sich besser daran erinnert hĂ€tte, dass das Lutherstadt Wittenberg heiĂt. Das haben wir nunmehr alles auf den Weg gebracht. Wir werden uns auch in der Zukunft weiter darum kĂŒmmern.
Aber den Vorwurf, dass sich diese Landesregierung nicht ausreichend um die Einhaltung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes kĂŒmmere, muss ich zurĂŒckweisen. Lassen Sie uns im Ausschuss noch einmal ĂŒber die Detailplanungen reden. Ich gebe zu, dass es in der Dessauer StraĂe ein Riesenproblem gibt. Es ist gar keine Frage, dass bei uns auf der Agenda ganz oben steht,
Viele Kollegen, mit denen ich gemeinsam im Stickstoffwerk gearbeitet habe, wohnen dort; deshalb weiĂ ich um die Belastung. Wir mĂŒssen etwas dagegen tun. Aber das geht, wie gesagt, nur StĂŒck fĂŒr StĂŒck.
Sie können eines tun: Stellen Sie einen Antrag im Landtag bei den Haushaltsberatungen, dass mein Etat um soundso viel aufgestockt wird, und zwar damit wir die Nordumfahrung Wittenberg schnell planen und realisieren können. Stellen Sie einen solchen Antrag und sofort hĂ€tten wir das Problem gelöst. Sie können dann den Leuten, denen Sie dort etwas versprechen, sagen, Sie haben dafĂŒr gesorgt, dass Mittel in Höhe von 10 Millionen bis 12 Millionen ⏠dafĂŒr zur VerfĂŒgung gestellt werden. Sofort hĂ€tten wir eine andere Situation.
Aber reden Sie nicht davon, dass damit eine Umweltbelastung verbunden sei, wĂ€hrend Sie sonst immer erklĂ€ren, es sollten nicht so viel Beton verbaut und nicht so viele StraĂen errichtet werden.
Die letzte Anmerkung. Ich hĂ€tte die groĂe Bitte, dass mich auch die Linkspartei in einem Punkt unterstĂŒtzen wĂŒrde: dass wir auch an der Elbe etwas machen, damit im Prinzip die Verlademöglichkeiten im Stickstoffwerk Piesteritz durch die Nutzung der Elbe erweitert werden. Aber auch dort muss ich mir anhören: Lasst die HĂ€nde weg von der Elbe! Macht nichts an der WasserstraĂe! Und am Ende haben wir die unangenehme Situation.
Meine Damen und Herren! Im Ausschuss werden wir ĂŒber den Antrag der Fraktionen der CDU und der SPD beraten. Dort werden wir auch alle AktivitĂ€ten vorstellen. Insbesondere in Bezug auf den Bereich Wittenberg muss diese Landesregierung kein schlechtes Gewissen haben. - Herzlichen Dank.
Herr PrÀsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bereits in der 22. Sitzung des Landtages hat im Rahmen der damaligen Fragestunde die Thematik der Ortsumfahrungen Griebo und Coswig sowie die Nordumfahrung Wittenberg ihre Behandlung gefunden.
Minister Herr Dr. Daehre hat in der Antwort der Landesregierung auf die Anfragen der Abgeordneten GrĂŒnert und Heft ausfĂŒhrlich zu den aufgeworfenen Fragen Stellung genommen. Nachzulesen ist das alles im Protokoll ĂŒber die 22. Sitzung.
Diesen AusfĂŒhrungen und den ErgĂ€nzungen, die der Minister heute gemacht hat, wĂ€re eigentlich nicht viel hinzuzufĂŒgen.
Meine Damen und Herren von der PDS, der von Ihnen vorgelegte Antrag zur Nordumfahrung Wittenberg hat fĂŒr erhebliche Verwunderung gesorgt, ist er doch an Populismus und an - ich sage es an dieser Stelle - Scheinheiligkeit kaum zu ĂŒberbieten.
Ihr Antrag datiert vom 2. Oktober 2007. Am 3. Oktober dieses Jahres haben wir den 17. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert. HĂ€tten sich die Menschen in der damaligen DDR am 9. November 1989 nicht erhoben und die SED sprichwörtlich zum Teufel gejagt, dann hĂ€tten wir in der vergangenen Woche den 58. Geburtstag der DDR gefeiert. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie es heute in Sachsen-Anhalt aussehen wĂŒrde. Bei einem allerdings bin ich mir sehr wohl sicher: Eine Ortsumgehung Wittenberg hĂ€tte es nicht gegeben.
Zum Thema Luftverschmutzung und Feinstaub. Ich denke dabei zurĂŒck an die Region Bitterfeld, an Buna und Leuna. Das wĂ€re sicherlich kein Thema fĂŒr eine öffentliche Diskussion gewesen, sondern eher ein Tabu und ein Thema fĂŒr die GiftschrĂ€nke.
Der MinisterprĂ€sident wies heute frĂŒh in seiner Rede darauf hin, wie katastrophal die ZustĂ€nde in unseren KrankenhĂ€usern im Jahr 1989 waren. Fakt ist, dass in den 40 Jahren DDR die öffentliche Infrastruktur, StraĂen, Schienen, Wasser- und Abwasseranlagen, weitgehend auf VerschleiĂ gefahren worden ist. Genau deshalb mĂŒssen heute der Bund und die ostdeutschen LĂ€nder MilliardenbetrĂ€ge aufwenden, um diese Infrastruktur wiederherzustellen bzw. fĂŒr die Zukunft fit zu machen.
Wer sich vor diesem Hintergrund und angesichts der seit 1990 auch in der Lutherstadt Wittenberg getĂ€tigten Investitionen hinstellt und selbstgefĂ€llig einfordert, die Verkehrsinfrastruktur im Raum Wittenberg mĂŒsse möglichst sofort auf den Idealzustand gehoben werden, der muss sich zu Recht den Vorwurf des Populismus gefallen lassen.
Herr Gallert hat heute Vormittag in seiner Erwiderung auf die Rede des MinisterprĂ€sidenten gesagt, es wĂŒrde eine Renaissance der DDR geben. Um genau dem zu begegnen, mĂŒssen wir Sozialdemokraten den Menschen immer wieder vor Augen fĂŒhren, was sie erwartet hĂ€tte, wenn es die DDR heute noch geben wĂŒrde. Dann gĂ€be es marode StraĂen und KrankenhĂ€user, Umweltzerstörung, Mauer und Stacheldraht, den Verfall der historischen InnenstĂ€dte, tote FlĂŒsse und GewĂ€sser. Wer diesem realsozialistischen Ideal nachtrauert, der soll dem Flötenspiel von Gysi und Lafontaine weiter nachlaufen.
Meine Damen und Herren! Der von den Koalitionsfraktionen eingereichte Ănderungsantrag erklĂ€rt sich selbst und bedarf keiner weiteren ErlĂ€uterungen.
Wir kennen die Probleme in Wittenberg. Wir mĂŒssen den BĂŒrgern vor Ort aber auch ehrlich sagen, dass es die schnelle Lösung bei der Realisierung der Nordumgehung leider nicht geben wird. Im Rahmen des Aktionsplanes 2006 gilt es im Interesse aller Beteiligten, eine schnelle und praktikable, aber auch finanzierbare Lösung vor Ort anzustreben.
Herr Doege, ich habe eine Nachfrage. Sie sprachen von der Umweltzerstörung zu DDR-Zeiten. In welchem Umfang ist Ihnen bekannt, dass der jetzige Klimawandel, die Ausweitung des Ozonlochs und das Abholzen der tropischen RegenwĂ€lder insbesondere auf die Produktionsweise der westlichen IndustrielĂ€nder zurĂŒckzufĂŒhren sind?
(Oh! und Lachen bei der CDU und bei der FDP - Frau FeuĂner, CDU: Schwachsinn! - Weitere Zurufe von der CDU und von der FDP)
Herr Heft, das ist sicherlich eine interessante Debatte. Ich möchte mich an dieser Stelle allerdings auf das Land Sachsen-Anhalt beschrÀnken.
Als Mitglied im Verwaltungsrat der Altlastenanstalt weiĂ ich, wie viel Geld wir in den nĂ€chsten Jahren und Jahrzehnten aufwenden mĂŒssen, um das, was auch in 40 Jahren DDR an Dreck und Verschmutzung hinterlassen worden ist, zu beseitigen.
(Frau Bull, DIE LINKE: Da bin ich gespannt! - Herr Miesterfeldt, SPD: Wir machen keine Kasper- stunde, Kollegen!)
Herr PrĂ€sident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Belastung der BĂŒrger von Wittenberg durch Feinstaub und LĂ€rm ist unumstritten und bekannt. Herr Heft, Sie haben richtig dargestellt, was zum einen bekannt ist und was die Landesregierung zum anderen in den letzten Jahren unternommen hat, um das Problem, das in Wittenberg vorhanden ist, so schnell wie möglich zu lösen.