Was haben Sie denn getan, um Vorschriften abzubauen? – Dafür haben Sie auch nichts getan. Das Beispiel von Jörg Urban möchte ich aufgreifen. Wir haben gefordert, um unsere Bauwirtschaft anzuschieben, um jungen Menschen, aber auch älteren Menschen Eigentum zu ermöglichen, die Grunderwerbssteuer auf 1 % zu senken. Sie haben sie auf 5,5 % angehoben! Das Perfide war, dass Sie kurz vor Weihnachten einen Änderungsantrag gestellt haben, in dem Sie behaupten, sich auf Bundesebene dafür stark zu machen, die Grunderwerbsteuer zu senken. Was haben Sie im Bundesrat in dieser Sache bisher getan? – Nichts.
Ich möchten Ihnen an einem Beispiel zeigen, was es heißt, wenn man sich in Sachsen für 300 000 Euro eine Immobilie anschafft. Bei uns, unter AfD-Regierung, hätte das 3 000 Euro Grunderwerbssteuer bedeutet. Bei Ihnen bedeutet das 16 500 Euro. Das ist eine Differenz von 13 500 Euro! Dafür könnte man sich eine schöne Küche kaufen, oder man könnte das anderweitig investieren. Sie
sind ein Ausbeuter der Menschen, weil Sie die 13 500 Euro für sich einstecken, anstatt dieses Geld den Konsumenten zu lassen.
Das hat mich auch sehr, sehr geärgert, Herr Ministerpräsident, als wir uns neulich im Handelsverband trafen und Sie erzählt haben – –
– Das ist aber sehr schade. Ich möchte noch einen Satz loswerden. – Wir hatten am Wochenende fantastische Wahlergebnisse, und ich kann der CDU nur sagen: Macht weiter so, macht weiter so, so macht Ihr die Sachsen nimmer froh.
Gibt es jetzt noch Redebedarf vonseiten der Fraktionen? – Diesen kann ich nicht sehen. Damit kann ich diesen Tagesordnungspunkt schließen. Ich bedanke mich noch einmal sehr herzlich bei Frau Lindner und Herrn Mischke, die uns als Gebärdensprachdolmetscher begleitet haben.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Am 14. Juni beginnen die Spiele der Fußballeuropameisterschaft 2024 in
Deutschland. Das ist eines der größten Sportereignisse in der Welt. Unser Land wird wieder ein toller Gastgeber für Millionen von Fußballbegeisterten aus ganz Europa sein. Deutschland ist ein Fußballland. Eine Vielzahl von Welt- und Europameistertiteln bei den Frauen und bei den Männern macht dies deutlich.
Fußball ist auch im Freistaat Sachsen eine der beliebtesten Sportarten. In über 860 Fußballvereinen sind fast 200 000 Mitglieder organisiert. Für viele dieser Menschen ist Fußball mehr als nur ein Sport. Fußball vereint Leidenschaft, Teamgeist, Zusammenhalt und die Erfahrung, Ziele gemeinsam zu erreichen, Niederlagen gemeinsam auszuhalten und füreinander einzustehen.
Umso mehr freut es mich als Sportpolitiker und direkt gewählter Abgeordneter aus Leipzig, dass diese lebenswerte und dynamische Stadt als einziger sächsischer Standort in den nächsten Wochen ein Austragungsort der Fußballeuropameisterschaft sein wird. Dies ist ein besonderes Zeichen an die vielen fußballerisch aktiven und fußballbegeisterten Sachsen und zudem eine Auszeichnung für die Stadt Leipzig, die den Sport und besonders den Fußball lebt.
Leipzig als Austragungsort wird den Freistaat Sachsen in seiner Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit hervorragend repräsentieren. Dabei werden nicht nur die sächsischen Fußballfans mit offenen Armen empfangen, sondern auch nationale und internationale Freunde und Gäste des Sports sind in Leipzig herzlich willkommen. Wir erwarten, dass alle friedlich und freundschaftlich kommen. Wo dies nicht der Fall ist, müssen wir vorbereitet sein und entsprechend handeln.
Der Freistaat Sachsen hat die Bewerbung der Stadt Leipzig als Austragungsort der Spiele maßgeblich unterstützt und gefördert. Dafür bedanke ich mich bei der Staatsregierung ganz herzlich.
Mit der Fanzone auf dem Augustusplatz und vielen weiteren sportlichen Veranstaltungsorten in der Stadt wird Leipzig allen Einheimischen und Besuchern eine einzigartige Atmosphäre bieten. Auf diese Weise werden öffentliche Räume geschaffen, die Potenzial und Platz für Emotionen und Leidenschaft sowie für Gemeinschaft und Gemeinsamkeit möglich machen.
Leipzig überzeugt auch durch seine hervorragende Infrastruktur und idealen Trainingsbedingungen für die Mannschaften.
Dass das alles möglich ist, liegt nicht zuletzt an den über 1 500 Ehrenamtlichen, die im Rahmen des Volontärprogramms der EURO 2024 hinter den Kulissen fleißig daran arbeiten, dass die Fußballeuropameisterschaft für Leipzig ein Erfolg wird. Sie repräsentieren stellvertretend die vielen anderen Ehrenamtlichen in Sachsen. Ohne sie wäre das vielfältige Vereinsleben Sport in allen anderen ehrenamtlichen Bereichen – und wie in diesem Fall besonders im Fußball – nicht denkbar. An dieser Stelle mein herzliches Dankeschön an alle, die sich im Ehrenamt engagieren.
Mit der Fußballeuropameisterschaft wird deutlich: Sport und Ehrenamt sind untrennbar miteinander verbunden; denn beides wird von Leidenschaft und Herzblut gelebt und getragen.
In diesem Sinne: Sport frei und eine erfolgreiche Fußballeuropameisterschaft für Sachsen und für Deutschland!
(Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE – Sören Voigt, CDU: Nur Ruhe! – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aber nicht bei Fußball!)
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Heute möchte ich über die Faszination des Sports im Kontext der Europameisterschaft sprechen und dabei einen Bogen von der unvergesslichen WM 2006 in Deutschland bis hin zu den aktuellen Ereignissen spannen. Ein besonderer Aspekt, den ich dabei hervorheben möchte, ist die Sicherheit bei Großveranstaltungen.
Die Weltmeisterschaft 2006 wird vielen von uns als Sommermärchen in Erinnerung bleiben. Dieses Turnier hat gezeigt, wie der Fußball Menschen zusammenbringen kann. Fans aus der ganzen Welt kamen nach Deutschland, um ihre Teams zu unterstützen.
Deutschland und speziell wir Sachsen präsentierten uns als guter und herzlicher Gastgeber. Die friedliche und freudige Atmosphäre war beispielhaft. Unsere Gäste reisten mit angenehmen Erinnerungen zurück in ihre Heimat.
Wir freuen uns auf die Europameisterschaft und natürlich ganz besonders auf die Teams, auf die Fans, welche in Leipzig spielen bzw. anwesend sein werden. Wir begrüßen die Mannschaften, die Offiziellen und die Fans aus Tschechien, Portugal, Frankreich und den Niederlanden. Zum dritten Gruppenspiel kommen die Italiener und die Kroaten nach Sachsen. Auch das Achtelfinale dürfen wir in Leipzig bestaunen. Wir freuen uns auf den Fußball, auf spannende Spiele und auf hoffentlich viele Tore. Deshalb sagen wir auch von diesem Ort aus: Sie alle sind herzlich willkommen in unserem schönen Freistaat Sachsen.
Die Europameisterschaft bietet die einzigartige Gelegenheit, sportliche Höchstleistungen zu erleben und die besten Fußballer in Europa zu feiern. Von der WM 2006 in Deutschland bis heute hat sich viel verändert, aber die Begeisterung für den Sport bleibt ungebrochen. Die Menschen wollen einen Sport, aus dem sich die Politik weitestgehend heraushalten sollte. Ein Stadion ist kein Parteitag und auch kein Ort für Botschaften einer einseitigen politischen Propaganda. Der Sport muss für alle da sein und darf niemanden ausgrenzen, solange man sich an die selbst auferlegten Regeln hält.
Die Aufgabe der Politik ist es, dem Sport in all seinen Facetten möglichst gute Bedingungen zu bieten. Es ist ganz
klar nicht der Job von Politikern, den Vereinen und Verbänden politische Ratschläge zu erteilen. Ich sage es ganz offen: Die europäischen Fans kommen nicht nach Deutschland, um von der Politik belehrt zu werden. Sie wollen Fußball schauen und ihre Mannschaft unterstützen. Sie wollen aber auch feiern und vielleicht das Land etwas erkunden. Wenn das ungestört und ohne Gefahr für Leib und Leben jedes Einzelnen möglich ist und am Ende alle zufrieden und gesund in ihre Heimatländer zurückkehren, dann war es ein erfolgreiches Turnier.