Protocol of the Session on May 2, 2024

Was uns verbindet, ist der Wille, das gemeinsame Musizieren und Singen in Orchestern und Chören zu fördern. Doch auch für Orchester und Chöre braucht es engagierte Musikpädagogen. Warum also nicht Musikschullehrkräfte bzw. Musiklehrkräfte dafür gewinnen, am Nachmittag nach dem Unterricht ein Orchester oder einen Chor zu leiten?

Um hier Unterstützung zu geben, gibt es unseren Antrag. Unter I. unseres Antrags haben wir einen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt, dessen Beantwortung uns in die Lage versetzen soll, ein detailliertes Bild von der Situation der Lehrkräfte für die Fächer Kunst und Musik zu gewinnen, um dann die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Mit II. fordern wir die Staatsregierung zum konkreten Handeln auf.

Wir wollen als Erstes eine Evaluation der Studiengänge, die für ein Lehramt als Musik- bzw. Musikschullehrer und Kunstlehrer befähigen, vor allem mit Blick auf eine gute Studienerfolgsquote. Wir wollen planen können, wie viele Musiklehrkräfte und Musikpädagogen wir zukünftig brauchen. Für diese benötigen wir Studienplätze, und wir müssen bei den jungen Menschen für ein Studium als Lehrkraft in diesen Fächern offensiv werben. Von der Staatsregierung erwarten wir deshalb ein Handlungskonzept zu folgenden Themen:

Vermeidung von Unterrichtsausfall oder fachfremder Vertretung in Kunst und Musik, Einstellung von sogenannten Ein-Fach- und Doppelfachlehrkräften auch in Teilzeit, um eine weitere Beschäftigung an einer Musikschule oder als Kirchenmusiker zu ermöglichen. Ganztagsangebote wollen wir nutzen, um Angebote wie Chöre oder Instrumentalensembles zu ermöglichen und Kooperationen mit außerschulischen Kulturanbietern zu befördern. Leistungsstarke Musikschülerinnen und Musikschüler sind zu unterstützen, um ein Studium an einer Musik- oder Kunsthochschule zu ermöglichen, und Referendariatsstellen für das Doppelfach Musik möchten wir gern an allen allgemeinbildenden Schulen ermöglichen – über § 4-Schulen hinaus.

Wenn das alles zu Beginn der kommenden Wahlperiode vorliegen würde, hätten wir eine ganz solide Basis für zukünftige politische Entscheidungen.

Dafür bitte ich um Ihre Unterstützung.

Danke.

(Beifall bei der CDU, den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung)

Das war Frau Kollegin Firmenich für die CDU-Fraktion. Für die BÜNDNISGRÜNEN spricht jetzt Christin Melcher. Bitte schön.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die künstlerische, ästhetische Bildung – oder anders: die kulturelle Bildung – gehört zur Allgemeinbildung. Sie ist unverzichtbar für die Persönlichkeitsentwicklung und für die kulturelle Teilhabe. Deshalb gehören Kunst und Musik mit gleicher Selbstverständlichkeit auf den Stundenplan wie Mathematik oder Deutsch.

Was in der Theorie unstrittig ist, erweist sich aber in der Praxis mitunter als schwierig. Dort dominiert die Einteilung in Haupt- und Nebenfächer. Wenn nicht genug Lehrkräfte da sind – das ist bekanntlich häufiger der Fall, als uns manchmal lieb ist –, wird zuerst dort gekürzt, wo es zunächst weniger weh tut. Ich beobachte, dass der Aufschrei aus den Schulen und den Elternhäusern eher ausbleibt, wenn der Kunstunterricht ausfällt als wenn der Matheunterricht ausfällt. Das ist auch nachvollziehbar; denn das eine ist unmittelbar relevant dafür, ob ein Schüler oder eine Schülerin versetzt wird, das andere ist nur ein Randfach. Lücken in Mathe wiegen im Zweifelsfall schwerer. Das kann man bedauern oder falsch finden, ist aber in unserem System so angelegt. Für mich steht deshalb zunächst fest: Die beste Lehrkräftesicherung für die Fächer Musik und Kunst ist eine umfassende Lehrkräftesicherung für alle Fächer. Die Unwucht bei der Zuschreibung von Relevanz bekommen wir anders nicht aufgelöst.

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was wollen wir aber mit dem Antrag erreichen? Warum soll – trotz meiner Vorrede – der Fokus auf die Lehrkräftesicherung in Musik und Kunst gerichtet werden? Zunächst bitten wir mit dem Antrag die Staatsregierung um einen Bericht: Wie steht es um die Unterrichtsversorgung in den Fächern Musik und Kunst? Wie viele Lehrkräfte werden überhaupt gebraucht, und wie viele werden derzeit ausgebildet? Stimmt der Eindruck, dass der musisch-künstlerische Bereich häufiger von Unterrichtsausfall und fachfremder Vertretung betroffen ist als andere Bereiche? Hinzu kommt die individuelle Perspektive; denn die Musik- und Kunstlehrkräfte teilen ein Spezifikum: Es gibt deutlich mehr sogenannte EinFach-Lehrkräfte als in anderen Fächern und bei Musik zusätzlich die sogenannten Doppelfach-Musiklehrkräfte. Diese Lehrkräfte haben an Kunst- und Musikhochschulen studiert, sind damit aber im Schuldienst in nur einem Fach

einsetzbar. Wie viele Lehrkräfte mit einer solchen Qualifikation sind an unseren sächsischen Schulen tätig? Wie viele Studierende gibt es? Wie ist der Zugang zum Studium geregelt, und wie werden die Lehrkräfte mit dieser Qualifikation vergütet?

Absolventinnen und Absolventen von Musik- und Kunsthochschulen haben häufig mehr als ein berufliches Standbein. Wenn sie überhaupt im sächsischen Schuldienst ankommen, sind sie in aller Regel nicht ausschließlich dort tätig. Sie arbeiten ebenso an Musik- und Jugendkunstschulen als freischaffende(r) Künstler(in) oder als Kirchenmusiker(innen). Auch an Schulen sind sie nicht nur im Unterricht tätig. Oftmals findet man sie auch als Leiterin oder Leiter eines Ganztagsangebotes oder eines Schulprojektes.

Das Herzstück des Antrags ist, Perspektiven zu schaffen. Auf der einen Seite geht es darum, den Absolventinnen und Absolventen von Musik- und Kunsthochschulen eine bessere Perspektive im sächsischen Schuldienst zu eröffnen; das gilt ebenso für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in den Fächern Musik und Kunst. Wenn jemand Englisch oder Biologie auf Lehramt studiert, ist die Sache einigermaßen klar. Nicht ganz so reibungslos läuft mitunter die Einstellung von Ein-Fach- bzw. Doppel-Fach-Musiklehrkräften. Das gilt umso mehr, wenn es um eine Teilzeitanstellung geht, weil die betreffende Lehrkraft einer weiteren Tätigkeit nachgeht, wie zum Beispiel in der Musikschule – ich sagte das bereits.

Auf der anderen Seite wollen wir bessere Perspektiven für die Einrichtungen schaffen. Wir wollen den Lehrkräftemangel an sächsischen Schulen lindern, ohne die personellen Bedarfe von Musik- und Jugendkunstschulen zu ignorieren.

Wenn man es klug anstellt und flexible Lösungen zulässt, ist die Einstellung von Ein-Fach- bzw. Doppelfach-Musiklehrkräften ein Gewinn für alle Seiten. Es ist ein Gewinn für die Schulen, weil der Kunst- und Musikunterricht abgesichert ist und weil gut ausgebildete Lehrkräfte die künstlerische, ästhetische Bildung durch weitere musikalische Angebote, wie Chöre oder Instrumentalensembles, stärken können. Es ist ein Gewinn für die außerschulischen Einrichtungen und Betätigungsfelder von Musiker(inne)n und Künstler(inne)n, weil diese für zehn oder mehr Wochenstunden auf Teilzeitbasis Personal beschäftigen können, das gleichermaßen künstlerisch wie pädagogisch qualifiziert ist. Es ist ein Gewinn für die musisch-künstlerischen Fach- bzw. Lehrkräfte, weil der sächsische Schuldienst eine gute und vergleichsweise sichere Anstellung bietet.

Ich bin überzeugt: Hier schlummert ein eigenes Potenzial. Der Antrag soll dabei helfen, dieses Potenzial zu heben, und ich bitte ebenfalls um Zustimmung.

Vielen Dank.

(Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der CDU, der SPD und der Staatsregierung)

Frau Abg. Friedel für die SPD-Fraktion, bitte.

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Ausführungen meiner Vorrednerinnen, Frau Firmenich und Frau Melcher, tragen dazu bei, dass ich mir viele Worte sparen kann und nur noch ein, zwei Ergänzungen machen möchte.

Sie haben ausführlich über die Wichtigkeit von künstlerischer, musischer, ästhetischer Bildung gesprochen, dass sie hilft, Kreativität zu entwickeln, dass sie hilft, Sozialverhalten auszubilden. Ich möchte noch einen dritten Punkt hinzufügen, weil auch das immer eine große Debatte in der Bildungspolitik ist. Musische, künstlerische, ästhetische Bildung – kurz gesagt: kulturelle Bildung – hilft auch in der emotionalen Entwicklung von Menschen.

Wir wissen alle selbst, wie es uns geht, wenn wir Musik hören, wie wir Musik mit bestimmten Emotionen verbinden, wie es auch hilft, sich mit Kunstwerken auseinanderzusetzen. Wenn wir relativ oft die Klage hören, dass eine ganze Reihe von Kindern nicht in der Lage wäre, sich emotional zu regulieren, dann liegt das vielleicht auch daran, dass sie nicht genügend Anknüpfungs- und Berührungspunkte mit kulturellen Sinneseindrücken haben. Deshalb ist es völlig richtig, was Frau Firmenich schon sagte: Wenn wir ganzheitliche Bildung wollen, dann gehören Fächer wie Musik, Kunst und Sport ganz klar dazu und auch fest in die Stundentafeln.

Ich bin ebenfalls sehr froh, dass wir in Sachsen bei aller Debatte um die basalen Kompetenzen und um die Kernfächer nicht den Weg gehen, der in Bayern diskutiert wird, und in der Stundentafel Musik und Kunst weiter hintanstellen, um Mathematik und Deutsch zu stärken, sondern, dass wir deutlich machen: Das sind Fächer, die einen festen Platz haben. Deshalb ist es auch wichtig und richtig, dass wir – Frau Melcher hat es als Kernstück des Antrags betrachtet – überlegen, wie wir es schaffen, den Unterricht sicherzustellen. Das heißt auch, sicherzustellen, dass die theoretisch in der Stundentafel verankerten Stunden praktisch auch wirklich gehalten werden. Dabei ist das Stichwort Ein-Fach-Lehramt das Stichwort für die Lösung der Probleme.

Ich möchte den Schirm ein wenig größer spannen, und ich sage das hier nicht zum ersten Mal: Deutschland geht nicht nur in der Frage des gegliederten Schulsystems einen Sonderweg. Weltweit lernen Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse zusammen und gehen danach entweder ins Abitur oder in die Berufsausbildung. Nur in Deutschland, in Österreich und der Schweiz trennt man bereits nach der 4. Klasse. Aber das ist nicht die einzige Besonderheit dieser drei Länder. Die zweite Besonderheit ist, dass nur in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz Lehrkräfte zwei Fächer haben müssen. Überall sonst auf der Welt gibt es Mathelehrer oder Chemielehrer oder Musiklehrer, aber keine Lehrer für Mathe-Bio oder Chemie-Physik. Natürlich können Lehrkräfte auch in anderen Ländern der Welt zwei, manchmal drei oder sogar vier Fächer unterrichten,

weil sie sich das Wissen in diesen Fächern angeeignet haben. Aber die Erstausbildung als Lehrkraft konzentriert sich auf ein Fach und auf das pädagogische Wissen. Der Sonderweg, den Deutschland seit vielen Jahrzehnten gemeinsam mit Österreich und mit der Schweiz wählt, führt auch dazu, dass wir einen solchen Lehrermangel haben. Nicht umsonst empfehlen Institutionen wie die Bertelsmann Stiftung bereits seit vielen Jahren, sich der Ausbildung Ein-Fach-Lehramt – also, nur einem Fach – zuzuwenden, weil das auch die Möglichkeit bietet, den bildungswissenschaftlichen Bereich im Lehramtsstudium zu stärken. Das ist dringend notwendig, damit Lehrkräfte sich besser mit Kindern auseinandersetzen und individuelle Förderung auch wirklich leisten können.

Insofern ist es eine tolle Sache, dass die Kultusministerkonferenz seit ein paar Wochen etwas gemacht hat, was man vorher nie für möglich gehalten hätte: Sie hat sich dafür ausgesprochen, den Weg ins Ein-Fach-Lehramt zu nehmen. Ich kann mich noch erinnern, als ich vor vielen Jahren hier mit Bildungspolitik anfing. Ich hatte lange Diskussionsrunden, in denen es immer – selbst wenn mein Gesprächsgegenüber manchmal sagte, dass es vielleicht sinnvoll mit nur einem Fach sei – am Ende darum ging, dass die Kultusministerkonferenzvorgaben das nicht zulassen. Nun hat sich der Wind gedreht, und deshalb ist der Punkt II 2 b in unserem Antrag Ein-Fach-Lehrkräfte einzustellen, wirklich ernst gemeint.

Sachsen sollte Vorreiter werden. Wenn die Kultusministerkonferenz schon eine Reform auf den Weg bringt, dann sollten wir auch die Ersten sein, die diese guten Möglichkeiten nutzen und damit auch den Mut haben, dasselbe wie bei den Seiteneinsteigern zu machen. Darin waren wir bundesweit Vorreiter. Wir haben als eines der ersten Bundesländer nicht nur Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger eingestellt, sondern wir haben sie vorher qualifiziert, bevor wir sie in die Schulen geschickt haben. Wir haben ihnen eine berufliche Qualifizierung im Laufe ihrer Lehrtätigkeit angeboten.

Dieses Vorreiterdasein, das Sachsen sich damit erworben hat, könnten wir auch im Bereich Ein-Fach-Lehrämter machen. Musik und Kunst sollten dabei der erste Schritt sein; dem dient der Antrag.

Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN)

Und für die AfD Herr Kühne, bitte.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Musik, Theater, Tanz oder Malerei gehören ganz selbstverständlich zur Bildung eines jeden Menschen. Bereits ungeborene Kinder nehmen im Bauch ihrer Mutter Töne und Geräusche wahr. Es ist quasi ihr erstes Konzert im Leben. Kinder singen, tanzen, musizieren oder malen spontan und ohne Zwang, wenn ihnen der Raum dafür gegeben wird.

Da gibt es zum Beispiel die Kreativ-Kita, in welcher Kinder verschiedene Techniken der Malerei ausprobieren können. Am Ende findet eine Ausstellung mit Vernissage für Eltern, für Erzieher oder auch für Anwohner statt. Sie würden staunen, wie gut die kleinen Künstler sind. Der positive Effekt des Ganzen ist: Kinder können ihre Fantasie und Kreativität ausleben. Sie lernen unbeschwert den Umgang mit Farben und Materialien und sie trainieren ganz nebenbei ihre Fein- und Grobmotorik. Aber das Wichtigste ist: Sie stärken ihr Selbstwertgefühl und sind stolz auf sich.

Sehr geehrte Damen und Herren! In der Schule lernen Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen. Später kommen weitere Naturwissenschaften, Technik, Geschichte, Geografie oder Sprachen hinzu. Wie Sie natürlich alle wissen, ist uns das sehr wichtig. Dennoch gehört für uns die musischkünstlerische Bildung ebenso dazu wie Sport und Bewegung.

Es ist also ganz in unserem Sinne, wenn Sie mit Ihrem Antrag nun dafür Sorge tragen möchten, dass es – erstens – genug Lehrer für den regulären Musik- und Kunstunterricht gibt und – zweitens – außerschulische Angebote, wie Chöre und Orchester, besser gefördert werden. Besser spät als nie, kann ich da nur sagen.

Auch wenn wir Ihrem Antrag zustimmen, möchte ich daran erinnern, dass es bisher schon in Ihren Händen lag, etwas zu ändern. Ich nenne ein Beispiel: die Förderung der Musikschulen. Die Musikschulen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um besonders Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Musik, zu Tanz oder zu bildender Kunst zu schaffen.

Mit dem Programm „Jedem Kind ein Instrument“ sollen Grundschüler die Möglichkeit bekommen, in der 1. und 2. Klasse ein Instrument zu erlernen. Dazu kommt ein Musikschullehrer direkt in die Schule. Das ist auch gut so; denn insbesondere in ländlichen Regionen ist das Bildungsangebot oft begrenzt oder mit langen Fahrzeiten verbunden.

Wir kritisieren aber seit Jahren, dass das zweite Jahr im Gegensatz zum ersten Jahr nicht mehr kostenfrei ist. 120 Euro im Jahr klingen für Sie vielleicht nicht viel, meine Damen und Herren. Aber da ist in der einen oder anderen Familie auch noch der Sportverein oder die Tanzschule, die das Kind besucht. Dann müssen sich die Eltern am Ende doch entscheiden, eines davon nicht mehr zu finanzieren. Ich finde, unsere Kinder sollten es uns doch wert sein, insbesondere dann, wenn man weiß, wofür der Freistaat sonst so alles Geld ausgibt.

(Beifall bei der AfD)

Wir haben uns in den Haushaltsverhandlungen dafür ausgesprochen, dass die Förderung von Musikschulen erhöht wird. Mit einer Million Euro mehr im Jahr sollen vor allem die Lehrkräfte angemessen bezahlt werden. Das ist ein wichtiger Punkt, meine Damen und Herren; denn wie Sie in Ihrem Antrag formuliert haben, wollen Sie auch Musikschullehrer in Teilzeit gewinnen, um den Unterricht abzusichern.

Damit möchte ich zu einem letzten Hinweis kommen: Angesichts der gestiegenen Kosten sollte die Staatsregierung für den kommenden Haushaltsentwurf ausreichend Mittel für die Musikschulen einplanen.

Sehr geehrte Damen und Herren! Musik und Kunst sind in der Schule für eine umfassende Bildung genauso wichtig wie Mathematik und Deutsch.

(Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD)

Es ist aus unserer Sicht wichtig, einen Weg zu finden, wie Musik- und Kunstlehrer, die nur ein Fach studiert haben, an allen Schulformen tätig werden können. Wir müssen angesichts des akuten Lehrermangels über alle Fächer und Schularten hinweg neue Wege ausprobieren. Das heißt aber nicht, an der Qualität zu sparen. Für uns sind noch immer grundständig ausgebildete Lehrer die erste Wahl; wohlwissend, dass es natürlich auch sehr gute Seiteneinsteiger gibt.

Mit den Fächern Musik und Kunst einen Anfang zu machen, begrüßen wir sehr. Möglicherweise kann man aus den gewonnenen Erkenntnissen auch einen Weg für die Absicherung des Sportunterrichts finden. Letztendlich muss es das Ziel sein, allen Kindern eine umfassende Bildung zu ermöglichen; denn in einem sind wir uns sicherlich alle einig: Eine gute Bildung für unsere Kinder ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft.

Ich danke fürs Zuhören.

(Beifall bei der AfD)

Und für die Linksfraktion Frau Neuhaus-Wartenberg, bitte.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Gleich vorweg will ich sagen, dass wir diesen Antrag begrüßen und ihm auch zustimmen werden. Warum tun wir das? Auch wir haben im Zusammenhang mit dem Lehrkräftemangel immer wieder darauf hingewiesen, dass vor allem die Fächer, die die Kreativität und musischen Fähigkeiten fördern, nicht unter die Räder geraten dürfen. Das wäre bei den gesellschaftlichen Entwicklungen im Land eine Katastrophe.