Protocol of the Session on March 21, 2024

Totalaufhebung –, vor dem Sie so zittern.

(Heiterkeit des Abg. Albrecht Pallas, SPD)

Meine Damen und Herren! Man könnte leicht annehmen, die Arroganz, ich glaube, die Angst der Bundesregierung: Das ist die wirkliche Triebfeder.

(Zuruf des Abg. Dr. Joachim Keiler, AfD)

Die Angst der Bundesregierung, das Schlottern von Karl Lauterbach gegenüber den Ländern und Experten ist extrem verräterisch.

(Zuruf des Abg. Ulrich Lupart, AfD)

Wer sich die Mehrheitsverhältnisse im Vermittlungsausschuss anschaut, muss nicht die geringste Angst haben, dass er da verliert, wenn er von der Ampel kommt.

(Beifall bei der CDU)

Wenn Sie diese Muffe trotzdem haben, dann trauen Sie Ihrem eigenen Lager nicht. In den Ländern, in denen Sie mitregieren, haben Sie Sorge, dass die ausbüxen, weil sie das Gesetz für so schlecht halten.

(Sabine Friedel, SPD: Es macht keinen Sinn mehr! Sie wollen nicht reden! Das hat keinen Sinn!)

In Wirklichkeit schlottern Sie vor Ihrem eigenen Lager.

(Beifall bei der CDU)

Auf so dünnem Eis machen wir hier ein Gesetz. Ich habe nicht die geringste Sorge vor einer Debatte zur Totalaufhebung. Ich habe nicht die geringste Sorge vor einer Debatte zur Verhandlung über Einzelanträge. Wo ist eigentlich Ihr Selbstbewusstsein bei den Mehrheitsverhältnissen im Bund? Ich verstehe es nicht.

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Hä?)

Aber, meine Damen und Herren, das Selbstbewusstsein Sachsens wackelt nicht.

(Beifall bei der CDU – Sabine Friedel, SPD: Nö, nur Ihres! Ihre Gefühle sind verletzt!)

Wir sehen vielleicht gar keine Mehrheit, aber wir setzen auf Verhandlung.

(Sabine Friedel, SPD: Was? – Rico Gebhardt, DIE LINKE: Da hat aber der Ministerpräsident was anderes erzählt!)

Und da haben Sie Sorge, dass unsere Argumente Ihr eigenes Lager erschüttern könnten

(Antonia Mertsching, DIE LINKE: Nee, keine Sorge! – Henning Homann, SPD: Ganz im Gegenteil!)

und wir trotzdem im Vermittlungsausschuss Erfolge erzielen. Meine Damen und Herren! Wir haben einen Kabinettsbeschluss, diesen halte ich übrigens für wichtiger als Kabinettspressekonferenzen.

Ich schließe mit einer persönlichen Bemerkung: Es ist eine sehr pikante Situation; ich bin Kollegin Köpping sehr dankbar, dass sie ausgerechnet mich gebeten hat, sie hier zu vertreten.

(Heiterkeit und Beifall bei der CDU)

Ja, aber so ist es.

(Henning Homann, SPD: Haben Sie sich nicht übers Verhöhnen beschwert?)

Ich möchte nicht über sie sprechen, aber – –

(Albrecht Pallas, SPD: Sie ist auf der Integrationsministerkonferenz, Herr Staatsminister! – Carsten Hütter, AfD: Herr Pallas, rauchen und chillen!)

Ja, ich mache das ja auch gern, ich habe mich ja gar nicht beklagt.

Meine Damen und Herren! Ich möchte nur eines sagen, mein ganz persönliches Empfinden: Was am Dienstag abgelaufen ist, habe ich persönlich als Foulspiel von hinten in die Beine verstanden; denn wir hatten einen Kabinettsbeschluss. Wir sind in einer bestimmten Reihenfolge in die Pressekonferenz gegangen. Dieses Foul war unfair.

(Henning Homann, SPD: Nein, Sie hätten zuhören müssen!)

Trotzdem appelliere ich noch einmal stellvertretend an den Kollegen Dulig: Ich habe noch nie in meinem Leben einem Gesetz zugestimmt – und ich musste schon vielen zustimmen –, wenn ich vorher Erklärungen abgegeben habe, dass es so nicht geht, wenn ich Mängel angezeigt habe. Wenn man sich nicht einverstanden erklärt hat, dann steht man und stimmt nicht zu, sondern verhandelt.

(Henning Homann, SPD: Frau Köpping hat gerade verhandelt!)

Das darf ich doch auch von der SPD erwarten.

(Beifall bei der CDU)

Meine Damen und Herren! Erst das Land, dann die Partei und dann die Person.

(Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha! Das gilt wahrscheinlich …!)

Das sollte uns morgen früh leiten.

(Zuruf von der AfD: Oh!)

Ich wünsche den Ministerpräsidenten, wie man bei den Markgräflern sagt, gute Kutteln bei den Verhandlungen.

Danke.

(Beifall bei der CDU –

Sabine Friedel, SPD, und

Jörg Urban, AfD, stehen am Mikrofon.

Ich glaube, Frau Friedel stand eher für die Kurzintervention. Frau Friedel, bitte.

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Es ist nicht das erste Mal, aber es ist schon in besonders herausragender Weise eine bemerkenswerte Rede des Innenministers gewesen.

Ich bin ein wenig überrascht, dass Sie glauben, hiermit die Stellungnahme der Staatsregierung vorgetragen zu haben; denn das ist eigentlich Ihre Aufgabe. Dennoch vermuten Sie das möglicherweise sogar. Ich kann es gar nicht anders richtigstellen. Ich habe lediglich gehört, dass im Kabinett ausführlich beraten worden ist und keine Überraschung passierte, aber ich kann es Ihnen nicht beweisen, Sie saßen dort, nicht ich.

Was ich tatsächlich – ich suche jetzt nach einem weichen Wort, ich finde keines – unangenehm finde, ist, dass Sie sich hier vorne hinstellen, sagen „erst das Land, später die Partei“ und dann nur über die CDU sprechen. Dass Sie hier insinuieren,

(Zuruf des Abg. Sören Voigt, CDU)

es gäbe nur gesellschaftliche Verbände, die Ihre Meinung vertreten und keine anderen. Sie erwähnen den Richterbund, Sie lassen die Neue Richtervereinigung unerwähnt

(Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE)

und das gilt für viele wissenschaftliche, juristische und sonstige Institutionen. Das, obwohl Sie beim Amtseid geschworen haben, Gerechtigkeit gegenüber Allen zu üben.