Protocol of the Session on March 20, 2014

Vielen Dank, Herr Kollege. Einen Teil der Debatte haben wir heute Morgen schon in anderer Zusammensetzung geführt.

Gute Sachen kann man immer wiederholen!

- Deswegen will ich das alles nicht wiederholen, auch wenn sich die Besetzung erfreulicherweise erweitert hat.

Ich möchte Sie gern fragen, ob Sie sich erklären können - Sie haben gerade über Schuldenabbau und Haushaltskonsolidierung gesprochen -, dass Ihre Fraktion, übrigens nicht für den Bildungsbereich, sondern vor allem für Verkehrsprojekte und einige andere Sachen mit dem Volumen der Anträge für den Haushalt 2014, den wir im Dezember abschließend beraten haben, mit mehr als 40 Millionen € auf jeden Fall deutlich über dem lag, was die Küstenkoalition ausgeben wollte?

- Das kann ich mir erklären. Das kann ich auch Ihnen gern erklären. Bei Haushaltsdebatten wird deutlich: Wir können Geld selbstverständlich anders als Sie ausgeben. Das ist logisch und eine Frage der politischen Entscheidung. Es gibt Bereiche, in denen Sie Geld ausgegeben haben, wir aber nicht. Wir halten Investitionen in die Erhaltung unserer Infrastruktur deshalb für wichtig, weil sie im Gegensatz zu konsumtiven Ausgaben das künftige Wirtschaftswachstum beeinflussen werden.

(Beifall FDP und CDU)

Aber dass Sie das nicht verstehen oder verstehen wollen, leuchtet mir ein, Herr Andresen.

Gestatten Sie noch eine Nachfrage?

Bitte schön.

Mein Punkt ist, dass Sie nicht konsolidieren können, wenn Sie gleichzeitig mehr ausgeben wollen. Das passt rein logisch nicht zusammen.

(Zurufe FDP und CDU)

(Wolfgang Kubicki)

Herr Kollege Andresen, bevor Sie diese Behauptung in den Raum stellen, darf ich Sie ganz kurz korrigieren.

- Ich möchte meine Frage stellen.

- Auch unsere Vorschläge hielten sich im Korridor der Konsolidierung.

- Ich möchte meine Frage trotzdem stellen.

- Das ist völlig unbestritten.

(Beifall FDP und vereinzelt CDU)

- Das ist völlig richtig, aber weniger als wir. Das hängt ja nicht ganz zusammen.

Aber eine andere Frage:

(Lachen Dr. Heiner Garg [FDP])

Warum haben Sie in dem Bereich keine umfangreichen Haushaltsanträge gestellt, die zu einer besseren Situation bei der Inklusion geführt hätten?

(Lachen Dr. Heiner Garg [FDP])

- Herr Kollege Andresen, wenn Sie von der Regierungskoalition bereit wären, mit uns die Plätze zu tauschen, regeln wir das ganz ordentlich, wie wir das in der Vergangenheit getan haben.

(Lachen Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])

Ich halte diese Debatten und die Fragen, warum wir dieses oder jenes nicht getan haben, mittlerweile für relativ sinnlos.

(Beifall FDP - Rasmus Andresen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich messe Sie nur an Ih- rem Handeln!)

Ich halte sie für sinnlos. Lassen Sie uns die Plätze tauschen, und ich dokumentiere Ihnen, dass das funktioniert, wie es in der Vergangenheit auch der Fall war.

(Zuruf Detlef Matthiessen [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN] - Zuruf Rasmus Andresen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])

- Herr Kollege Matthiessen, kümmern Sie sich um Ihre Windkrafträder, und melden Sie sich nicht dauernd mit solchen Zwischenrufen zu Wort.

(Beifall und Heiterkeit FDP - Lachen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Gestatten Sie jetzt eine Zwischenfrage oder -bemerkung des Abgeordneten Sven Krumbeck?

Ja, selbstverständlich, gern.

Bitte schön, Herr Abgeordneter.

Sehr geehrter Herr Kollege Kubicki, stimmen Sie mit mir überein, dass wir vor nicht ganz zehn Minuten in diesem Saal noch über Inklusion diskutiert haben und dass wir uns alle einig waren, mehr für die Inklusion zu tun?

(Beifall Jens-Christian Magnussen [CDU])

Finden Sie es dem Thema angemessen, dass Sie jetzt mit Rasmus Andresen Ihren Privatfeldzug um den Haushalt der letzten Jahre führen?

(Zurufe FDP und CDU)

Ich habe die Frage nicht gestellt, sondern der Kollege Andresen.

(Heiterkeit und Beifall FDP - Beifall CDU)

Ich teile Ihre Auffassung, dass ich das nicht angemessen finde, weil wir uns einig sind. Wir versuchen nur zu erklären, dass ein Modell nur dann funktionieren kann, wenn die Fazilitäten stimmen, und dass es nicht funktionieren kann - das geht zulasten der Kinder -, wenn die Fazilitäten nicht stimmen. Die Regierung hat bislang nicht erklärt, wie sie weitere sonderpädagogische Bedarfe durch mehr Lehrkräfte an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen befriedigen will. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das funktionieren kann.

Solange das nicht geschieht, ist das alles nur eine PR-Maßnahme, die die Menschen im Zweifel enttäuschen wird. Das können wir als Parlament nicht zulassen. - Herzlichen Dank.

(Beifall FDP und vereinzelt CDU)

Herr Abgeordneter Kubicki, die Begriffswahl „dafür wollen wir Sie jetzt nageln“ ist unparlamentarisch.

(Anita Klahn [FDP]: Was? - Zuruf Wolfgang Kubicki [FDP] - Anita Klahn [FDP]: Was darf man jetzt noch sagen? - Weitere Zurufe)

Wir kommen jetzt zu einem Wortbeitrag der Frau Abgeordneten Anke Erdmann von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Ich habe mich jetzt doch zu Wort gemeldet, auch wenn ich nicht richtig bei Stimme bin. - Mir geht es wie Herrn Krumbeck. Ich habe den Eindruck, dass unsere Beiträge bei diesem Thema völlig auseinanderlaufen. Ich finde, dass der Antrag der CDU das nicht verdient hat.

(Beifall CDU, FDP und SSW)

Wir haben uns damit inhaltlich auseinandergesetzt. Ich fände es super, wenn sich hier weniger dramapolitische Sprecher produzieren würden. Wir wissen, dass wir alle das Thema bislang nicht vernünftig angegangen sind. Das stimmt, das war vorher so. Ich kann für die Grünen sagen, dass auch wir bis vor Kurzem gesagt haben, dass das möglicherweise aufkommensneutral geht, und einen großen Optimismus hatten. Ich meine, vielleicht könnten wir wieder einmal zu diesem Punkt zurückkommen. Das würde auch der Debatte und dem Ernst der Lage gerecht.

Ich danke für den Antrag. Ich freue mich auf das Konzept der Ministerin, und ich hoffe, dass wir uns im Ausschuss hart in der Sache, aber sachlich im Ton diesem wichtigen Thema widmen. - Danke schön.