Ich sehe, dass wir einen guten Haushalt haben und dass wir mehr Geld hineingeben. Ich sehe, dass wir immer noch 64 % der Kosten der Musikschulen durch Elternbeiträge decken. Das wäre für mich ein Punkt, bei dem ich denke, dass man hier mehr Engagement an den Tag legen könnte. - Ich bedanke mich.
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Ministerin Spoorendonk! Vielen Dank für diese Bestandsaufnahme. Mit Ihrem Kulturkonzept haben Sie Schleswig-Holstein kulturell und touristisch auf einen richtig guten Weg gebracht. Darauf kann eindeutig aufgebaut werden.
Die 20 Millionen € vom Bund zeigen auch, dass sich die Mühe lohnt und dass hoffentlich weitere Investitionen folgen werden.
Trotzdem muss auch ich hier, wie der Kollege Sönnichsen, ein bisschen Wasser in den Wein gießen oder ein bisschen Kritik äußern. Denn wie die Frau Kollegin Fritzen festgestellt hat, ist das leider mein Job. Nicht alles läuft nämlich rund in der hiesigen Kulturlandschaft. „Kultur ist kein Spaß, nichts, womit man irgendeinen öffentlichen Haushalt sanieren kann“. Das sagte Generalintendant Peter Grisebach 2012 in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur, als es um die Spielstätte in Schleswig ging und sie gerade dabei war, ziemlich sicher in der Schlei zu versinken. Seit Juni 2011 ist die Spielstätte geschlossen. Bis heute gibt es keine neue Heimat für das Theater. Das entspricht im Übrigen der Länge einer Legislaturperiode.
Kürzlich las ich in den „Kieler Nachrichten“, dass die Stadt eine neue Idee habe. Sie plane jetzt einen Anbau an dem ehemaligen Mannschaftsheim der Bundeswehr, und das Kulturministerium zeige sich gesprächsbereit. Darin setzen die Schleswiger jetzt ihre Hoffnung. Ich wünsche viel Glück dabei.
Liebe Frau Spoorendonk, Schleswig-Holstein braucht ein Theater, und Schleswig-Holstein als Flächenland braucht ein intaktes Landestheater.
Ob jetzt dieses oder jenes Gebäude als Spielstätte geeignet ist, ist doch mittlerweile wirklich zweitrangig. Kultur ist ein Grundbedürfnis, so abgedroschen das inzwischen klingen mag. Man muss es anscheinend aber immer wieder aufs Neue betonen.
Da pflegt das Land fast vorbildlich seine Denkmäler und baut seine Gedenkstätten aus. Das aber ist nur eine Seite der Medaille. Kultur bedeutet nicht nur, das Vergangene zu inventarisieren und zu bewahren; Kultur bedeutet auch, in der Gegenwart zu interagieren und Zukunftsentwürfe zu entwickeln. Und Kultur bedeutet Freiheit. Wenn Menschen so stark eingeschränkt werden, dass sie ein Leben in Stagnation führen müssen, solange bis sich die Projekte dann selber erledigt haben, dann sind die Voraussetzungen für künstlerische und kulturelle Freiheit eindeutig nicht gegeben.
So zäh die Entwicklungen beim Theater- und Gedenkstättenkonzept sind, so erfrischend war es, als die Ministerin verkündete, die Ergebnisse des Kulturdialogs auch politisch umsetzen zu wollen. Allen voran die Kulturknotenpunkte, die Einrichtungen und Kulturschaffende besser vernetzen sollen. Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis eine engmaschige Vernetzung gegeben ist. Sechs Kulturknotenpunkte sind zwar eine Anerkennung wert. Aber für ein Bundesland mit elf Kreisen und vier kreisfreien Städten ist das noch nicht vorzeigbar. Trotzdem bin ich gespannt auf den weiteren Fortgang.
Die Entwicklung des digitalen Landesarchivs bewerten wir PIRATEN positiv, sehen aber auch Ausbaupotenzial. Auch bei der digitalen Ausstattung der Gedenkstätten ist noch einiges zu tun.
Mit dem Programm „Schule trifft Kultur - Kultur trifft Schule“ wiederum wurde ein guter Schritt gemacht, den ich aus bildungspolitischer Sicht sehr begrüße.
Ich wünsche mir, dass die kulturelle Bildung zukünftig möglichst der allgemeinen Bildung gleichgestellt wird. Ich wünsche mir auch, dass Kulturschaffende für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden und dass Kinder und Jugendliche Konzerte besuchen und die Bastelstunde oder die Teilnahme an einem Filmprojekt nicht mehr als „on top“ verstehen, sondern als Selbstverständlichkeit des schulischen Alltags.
Dafür müsste auch viel mehr in die bereitgestellten Projekte, wie etwa die Schülerwoche, investiert werden; denn - wie auch dem Kulturbericht hervorgeht - die Fördersumme für solche essenzielle Bündnisse hat sich seit 2013 nicht mehr erhöht.
Kultur alltäglich machen, das sollte im Endeffekt das Ziel jeder Kulturförderung sein. Die Landesregierung hat hier trotz aller Kritik einen guten Weg eingeschlagen. Das sieht man auch an den Investitionen, die sie in den letzten drei Jahren getätigt hat. Nur das Hin und Her mit Schleswig sollte meiner Meinung nach beendet werden. Denn kein Theatermacher arbeitet gerne auf wackeligen Brettern, die für ihn doch die Welt bedeuten sollen. - Vielen Dank.
Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Werte Damen und Herren! Zuallererst möchte ich mich für diesen erfreulichen Bericht bei unserer Ministerin bedanken. - Tusind tak for det!
Wie wir erneut sehen, ist Schleswig-Holstein ein Bundesland, in dem kulturelle Vielfalt gelebt wird und durch unsere Regierung explizit unterstützt wird. Gerade aus Sicht der Minderheiten ist dies eine Besonderheit unseres Bundeslandes, die es zu schützen und zu fördern gilt. Wir wollen in Schleswig-Holstein, dass jede Bürgerin und jeder Bürger an dem kulturellen Leben teilhaben kann. Deswegen ist es uns auch so wichtig, ein breites Kulturangebot zu unterstützen.
Wer den Kulturbericht liest, merkt: Es gibt eine große Fülle an verschiedenen kulturellen Projekten. Wir fördern das Theater, die Literatur, die Musik, Film, Bibliotheken, soziokulturelle Zentren und Volkshochschulen, unsere Museen und Gedenkstätten. Wir unternehmen große finanzielle Schritte, die notwendig sind, und haben trotzdem die kleinen Bereiche im Auge, auch dann, wenn es um Einzelpersonen geht und wir durch Stipendien für den künstlerischen Nachwuchs sorgen. Dabei ist uns völlig bewusst, dass sich unsere Fördermaßnahmen nicht nur auf den urbanen Raum beschränken dürfen. Deswegen gibt es die Kulturknotenpunkte. Sie vernetzen regionale Kulturarbeit und unterstützen damit insbesondere kleinere, ehrenamtliche Initiativen.
Über Kreisgrenzen hinweg gibt es nun diese Knotenpunkte, die für eine landesweite Kulturvernetzung sorgen. Wir haben schon Knotenpunkte in Leck, Meldorf, Mölln, Plön, Pinneberg, und weitere sind noch in der Planung.
Nach unseren Regionalkonferenzen 2014 wurden Kulturschulen und -orte ernannt und mit der Stiftung Mercator das landeseigene Projekt ,,Schule trifft Kultur - Kultur trifft Schule“ geschaffen. Ich bin überzeugt von dem Nutzen dieses Projekts, das Kindern im Schulalter künstlerisches Ausleben ermöglicht.
Kultur- und Kreativwirtschaft sind nicht nur Standortfaktor und tourismusfördernd, sondern wirken sich auf unser aller Leben aus. Deswegen sollten wir sie immer mitdenken, wenn wir von Integration und Identität sprechen.
Die Pflege der Heimat- und Regionalkultur ist ein zentraler Bestandteil unserer Kulturpolitik in Schleswig-Holstein.
Regionalsprachen sind Teil unserer und auch meiner Identität, denn Schleswig-Holstein ist ein Mehrsprachenland. Minderheitenpolitisch ist hier bei uns ein ganz besonderer Reichtum vorhanden. Niederdeutsch als Regionalsprache und Nordfriesisch, Dänisch und Romanes als Minderheitensprachen prägen, wie wir wissen, die sprachliche Vielfalt und die Kultur in unserem Land. Das Land fördert daher sowohl den Schleswig-Holsteinischen Heimatbund mit dem angeschlossenen Plattdeutschen Rat als auch die beiden Zentren für Niederdeutsch in Leck und Mölln. Wir unterstützen über die verschiedenen Dachorganisationen das Leben der Minderheiten und stehen im engen Kontakt mit Sydslesvigsk Forening als Kulturträger der dänischen Minderheit und dem Friesenrat - Frasche Rädj -, der Friisk Foriining, Nordfriesisches Institut und die Ferring Stiftung vereint.
Ich freue mich natürlich besonders, dass die regionale Förderung so gut angenommen wird. Gucken wir uns beispielsweise die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein an, dann wurden mehr als zweihundert Filmprojekte alleine 2015 in diesem Rahmen umgesetzt. Immer öfter ist auch Schleswig-Holstein ein Drehort. Regionale Filmfestivals bereichern das kulturelle Leben in Städten von ganz Schleswig-Holstein.
Mir als Ostseeparlamentarierin sagt auch der Fokus auf den Ostseeraum in den Kulturkooperationen zu. Unser Kulturministerium arbeitet vorbildlich mit Partnern und Partnerinnen in andern Ländern zusammen, damit wir gegenseitig von unserer Kulturund Kreativwirtschaft profitieren. - Tusind tak.
Die grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit richtet sich natürlich auch nach Dänemark und mündet in der deutsch-dänischen „Kulturvereinbarung 2013 bis 2016“. Sie ist Zeichen des Miteinanders und praktischer Ansatz für die Kulturförderung im mehrsprachigen Grenzraum.
Ein weiteres besonderes Merkmal für die Region, in der wir leben, ist das materielle und immaterielle Kulturerbe. Auf Antrag des Friesenrats hin ist 2014 das Biikebrennen in die Liste des Weltkultur
erbes aufgenommen worden. Schleswig-Holstein hat Anfang dieses Jahres den Antrag gestellt, Haithabu und Dannewerk als UNESCO-Kulturlandschaft zu nominieren, ein Vorgang, für den sich der SSW schon seit Langem einsetzt.
Unsere Landesregierung will das kulturelle Erbe des Landes bewahren, die kulturelle Teilhabe und den Kulturstandort fördern und Kulturförderung sichern. Unsere Ministerin Anke Spoorendonk hat mit den Kulturperspektiven für eine nachhaltige Finanzierung der Kultur in Schleswig-Holstein gesorgt. Sie ist bekannt dafür, eine aufmerksame Partnerin zu sein und für die Kulturschaffenden immer ein offenes Ohr zu haben.
Schleswig-Holstein ist ein Land, in dem sich Menschen frei entfalten können, in dem es Freiräume für Kunst und Kultur gibt. Unsere Ministerin hat in den vergangenen Jahren einen großen Anteil daran gehabt. Tusind tak. - Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
- Sie zieht zurück. Dann liegen keine weiteren Wortmeldungen vor. Ich schließe die Beratung. Ich stelle zunächst fest, dass der Berichtsantrag in der Drucksache 18/4817 durch die Berichterstattung der Landesregierung seine Erledigung gefunden hat. Wir haben noch den Bericht der Landesregierung in der Drucksache 18/4591. Es ist Ausschussüberweisung beantragt worden, um im Bildungsausschuss abschließend über den Bericht zu beraten. Wer dem so zustimmen will, den bitte ich um das Handzeichen. - Das ist einstimmig beschlossen.