Protocol of the Session on January 27, 2000

- Ich ende. weil meine Zeit abgelaufen ist -

(Beifall bei der CD U)

Oder ist das ein Fehler"- Es ist richtig!

Ich ende wiederum mit einem Zitat von emem bcrülmltcn Philosophen:

,Jnnner wieder habe ich die Erfalmmg machen müssen, dass das Finanzministeriwu ,·or allem als Hauhaltsministerium betrachtet wird. olmedie großen gesellschafts- Ulld wirtschaftspolitischen Gestaltungsmöglichkeiten

zu erkcmwn, die in der Steuerpolitik liegen. Das mag erklären, \Vartull es inuner noch kei~ ne ökologische Steuerreform gibt."

Und dann schließt er:

,.Auch die ZukUIIft der liberalen Partei selber wird davon abhängen, ob sie den Schutz der natürlichen Lebensgrm1dlagen zu einem Schwerpunkt liberaler Politik der Zuk-uufts

verantwortUJlg macht.'·

(Beifall bei der F.D.P.)

So Hans-Dietrich Genscher 1997!

(Beifall bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN m1d vereinzelt bei der SPD - Wolfgang Ku- bicki [F.D.P.]: Sie müssen es aber auch ver- stehen, nicht nur vorlesen!)

(Kari-Martin Hentschel)

Ich hoffe, meine Damen und Herren, Sie sind lernf'ahig.

(Beifall bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD)

Vizepräsident Dr. Eberhard Daii'Asta:

Als nächster hat nach § 56 As. 4 Herr Abgeordneter Matthiessen das Wort.

(Zurufe)

Sie von der Opposition wollen eine Wahl gewinnen und jetzt zeigen Sie schon solche Konditionsschwierigkeiten0

(Lachen bei der CDU)

Meine Damen und Herren, der Kollege Kubicki hat von der Erhöhung der Dieselpreise gesprochen. Werm wir vom Lastverkehr reden, von der LKW

Konkurrenz. reden wir von den Niederlanden, von Dänemark und vom Diesel. Da ist das Problem im europäischen Vergleich, dass diese beiden Länder beim Dieselpreis mehr als einen Groschen über dem der Bundesrepublik Deutschland liegen. Also kann ich die Logik Ihrer Ausftihrung in keiner Weise erkennen.

Aber. meine Damen und Herren, ich habe auch eine ganze Zitatensarnmlwtg

(Zurufe)

alles Äußerungen aus der CDU, aus Wirtschaftskreisen, von der F.D.P. und so weiter. Dort ist ja schon sehr viel Bemerkenswertes gesagt worden. Ich will das nicht wiederholen, aber ich möchte doch auf einen Aspekt aufmerksam machen: Wenn die Politik erkannt hat. dass es so etwas wie die Anlastung externer Kosten verursachergerecht geben muss, wenn die CDU bereits Mineralölsteuererhöhungen gemacht hat, werm die F.D.P. sogar mit einer CO,-Komponente versehene Ökosteuermodelle vorgelegt hat, wenn die CSU, der Umweltarbeitskreis der CSU, auf der Zeitschiene irgendwo bei 4,20 DM landen würde,

(Unruhe und Zurufe)

dann muss man doch sagen, dass die Politik im Grunde in der Ökosteuer eine große Übereinstinnnung hat. Das hat Anke Spoorendonk ausgeftilut.

Es ist unredlich, in der Argwnentationsnot, in der Aktualität, hier im Lande eilten Wahlkampf bestehen zu müssen. populistisch in die Kiste zu greifen und daraus eine dicke Kampagne dagegen zu machen, eine Kampagne gegen die eigene und vielfach dokumentierte Vernunft.

(Zurufe von der CDU)

Und das empört mich an der CDU-Politik.

(Beifall bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vizepräsident Dr. Eberhard Dall' Asta:

Ebenfalls nach § 56 Abs. 4 hat Herr Abgeordneter Kubicki das Wort. - Er verzichtet.

D.lnn hat jetzt nach § 56 Abs. 4 die Frau Abgeordnete Schmitz-Hübsch das Wort.

·(Zurufe von der SPD: Oh, oh!)

Meine Damen und Herren, im Augenblick ist das die letzte W ortmeldmtg.

(Beifall)

Herr Präsident! Meine Damen mtd Herren! Herr Minister Steenblock, Sie haben mit bewegten Worten geschildert, wozu man eine ökologische Steuerreform braucht und was man damit alles machen könnte. Das ist ja wunderbar, bloß, das, was in Berlin verabredet worden ist mtd was uns hier belastet, ist keine ökologi

sche Steuer, sondern es ist eme Ökosteuer und die hat mit Ökologie so viel zu lW1 wie Gustav mit Gasthof.

(Beifall bei CDU und F.D.P.)

Das Problem unseres Landes am Ende des ausgehenden Jahrhmtderts ist doch, die gesamte Belastung der Bevölkerung wieder zu senken, nachdem die Wiedervereinigmtg geschultert werden musste.'

(lrene Fröhlich [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN]: Das haben wir gemacht! - Karl- Martin Hentschel [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Und wer qat das gemacht?)

Die Steuerreform ist stecken geblieben - das wissen Sie doch auch - an Ihrem eigenen Widerstand. Also war die erste Aufgabe, Steuern zu senken. Was haben Sie gemacht? - Sie haben Steuern erhöht. Die Gesamtbelas!Wlg ist gestiegen. Sie haben damit die Beiträge zur Rentenversicherung gesenkt mtd erwarten nun Beifall auf allen Ebenen. Bloß, der Beifall kommt nicht. Es wirl1 preistreibend - überall. Trotz der Liberalisierung des Strommarktes sind die Stromkosten gestiegen!

Ern letztes Wort - damt höre ich auf - zu Ihrer Be

hauptung, Herr Minister, die Beiträge aus der Ökosteuer würden wieder voll ausgeschüttet mtd gingen an die Bevölkerung zurück!

(Irexie Fröhlich [BüNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN]: Das ist längst geschehen!)

(Brita Schmitz-Hübsch)

-Das ist nicht wahr!

(lrene Fröhlich [BüNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN]: Natürlich!)

Im Jahre 2003 - in der jetzigen Endfassung, die jetzt vorgesehen ist wird die Ökosteuer etwa 38 Milliarden DM Einnahmen erbringen. Der Beitragssalz zur gesetzlichen Rentenversicherwtg, der vor der Einführung der Ökosteuer 20.3 % betragen hat, soll auf nmd 19% sinken. Das bedeutet eine Entlastung der Beitragszahler um gut 20 Milliarden DM. Das heißt fast die Hälfte. 18 Milliarden DM, sollen dem allgemeinen Haushalt zugefUhrt werden und bedeuten lediglich eine Umfinanzienmg der Beiträge, die bisher aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse fließen. Also, es stinnnt nicht, dass es wieder zurückfließt.

(Karl-Martin Hentschel [BüNDNIS 90/DIE GRüNEN]: Das stimmt nicht! Das ist falsch! Das ist schlicht falsch!)