Protocol of the Session on January 21, 2011

des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur auf die Frage 48 der Abg. Axel Miesner (CDU)

Aktive Klimafolgenforschung in Niedersachsen

Der zu erwartende Klimawandel wird sich in den vielfältigen Natur- und Wirtschaftsräumen Niedersachsens in sehr unterschiedlicher Weise bemerkbar machen. Entsprechend werden dessen Folgen in den Watten und Marschen andere sein als in den Sandgebieten der Geest, den grundwasserbeeinflussten Tälern, den Lössfluren sowie im Berg- und Hügelland und im Harz.

Die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel erfordert eine räumlich und zeitlich differenzierte Analyse des Klimawandels und der Klimafolgen sowie die Berücksichtigung ökologischer und gesellschaftlicher Bezüge.

Ziel von KLIFF (Klimafolgenforschung in Nie- dersachsen) ist es, die dafür notwendige Wissensbasis zu schaffen, um, darauf aufbauend, sinnvolle und realisierbare Anpassungsstrategien zu entwickeln und um Wege aufzuzeigen, diese umzusetzen.

Ich frage die Landesregierung:

1. Mit welchem Mitteleinsatz fördert das Land die Klimafolgenforschung (KLIFF)?

2. Welche Bereiche werden auf mögliche Auswirkungen des Klimawandels hin untersucht?

3. Welchen Zeitrahmen hat KLIFF, und wie werden die dann vorliegenden Forschungsergebnisse in der Arbeit der jeweiligen Bereiche bzw. Disziplinen berücksichtigt?

Niedersachsen hat als erstes Bundesland eine Regierungskommission zum Thema Klimaschutz ins Leben gerufen, die im Oktober 2008 unter der Leitung von Herrn Professor Dr. Uwe Schneidewind ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Regierungskommission beabsichtigt, bis 2012 Empfehlungen an die Landesregierung für ein Klimaprogramm zu erarbeiten, in dem Grundlagen, Ziele und Maßnahmen für eine niedersächsische Klimapolitik der Landesregierung systematisch entwickelt werden.

Neben der Erarbeitung von Vorschlägen für Handlungsstrategien werden auch die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Folgen des Klimawandels für Niedersachsen beschreiben und mögliche Anpassungsmaßnahmen beleuchtet. Als Ergebnis dieses Prozesses werden Vorschläge für eine umfassende Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels an die Landesregierung erwartet, die die für Niedersachsen erforderlichen Maßnahmen im Hinblick auf Zeitplanung, Ressourceneinsatz und Umsetzungsverantwortung konkret beschreiben, gleichzeitig aber im Hinblick auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Anforderungen offen und flexibel bleiben soll.

Neben der Einsetzung der Regierungskommission ist die zweite entscheidende Initiative der Niedersächsischen Landesregierung die Einrichtung des Forschungsverbundes Klimafolgenforschung in Niedersachsen (KLIFF). Übergeordnetes Ziel dieses Forschungsverbundes ist die Erweiterung der Wissensgrundlage über Auswirkungen der Klimaveränderungen auf regionaler und lokaler Ebene,

um nachhaltige Anpassungsstrategien aufzuzeigen. Das Aller-Leine-Einzugsgebiet, der Harz, die Lüneburger Heide und die Nordseeküste dienen dabei als Modellregionen, die unterschiedlich empfindlich auf klimatische Veränderungen reagieren können. An dieser anspruchsvollen Aufgabe arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 21 Universitäten und Forschungseinrichtungen im Verbund zusammen.

Der Koordinator und Sprecher des Forschungsverbundes, Professor Dr. Friedrich Beese, Universität Göttingen, ist Mitglied der Regierungskommission Klimaschutz und des Arbeitskreises Klimafolgenanpassung.

Dies vorausgeschickt, werden die Fragen namens der Landesregierung wie folgt beantwortet:

Zu 1: Für den Forschungsverbund KLIFF stehen aus Mitteln des Niedersächsischen VW-Vorab über einen Zeitraum von fünf Jahren (2009 bis 2013) insgesamt rund 13,7 Millionen Euro zur Verfügung. Wie bei der Förderung von Forschungsverbünden üblich, wurden zunächst Mittel für drei Jahre bewilligt; die Bewilligung der Mittel für das vierte und fünfte Jahr erfolgt auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Zwischenevaluation, die im Herbst 2011 durchgeführt wird.

Zu 2: Der Forschungsverbund KLIFF befasst sich mit sieben Forschungsthemen: regionale Klimaprojektionen und Raumplanung als Querschnittsthemen sowie Pflanzenproduktion, Tierproduktion, Wald, Binnengewässer und Küste als sektorale Themen. Die Aufgabenstellungen dieser Forschungsthemen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Regionale Klimaprojektionen

Dieses Forschungsthema stellt für die Region Niedersachsen Prognosen für Temperatur und Niederschlag zur Verfügung. Die Prognosen basieren auf Annahmen hinsichtlich künftiger Treibhausgasemissionsszenarien und werden mit hintereinandergeschalteten Klimamodellen (global-regional) vorgenommen. Das Hauptziel ist es, den KLIFFPartnern die bestmöglichen Projektionen als Arbeitsgrundlage liefern zu können. Daneben werden die Möglichkeiten und Grenzen von gegenwärtig zur Verfügung stehenden regionalen Klimamodellen ausgetestet. Die Bestimmung von Unsicherheitsbereichen mithilfe von modernen statistischen Verfahren ist ein methodischer Schwerpunkt. Die Vermittlung dieser Unsicherheiten nach außen, an die Öffentlichkeit und an die Entscheidungsträger,

hat eine herausragende Bedeutung neben der wissenschaftlichen Forschung.

2. Raumplanung

Die Auswirkungen des Klimawandels weisen regionale Bezüge mit entsprechenden Konsequenzen für die räumliche Planung auf. Eine rechtzeitige, raum- und flächenbezogene Anpassung an den Klimawandel kann Gefahrensituationen entschärfen, das Schadenspotenzial reduzieren und somit die volkswirtschaftlichen Kosten des Klimawandels und die Belastungen für Mensch und Umwelt verringern. Das Forschungsthema ist in erster Linie als Dienstleistung für die Planungspraxis - insbesondere die Regionalplanung - angelegt und daher vor allem handlungs- und umsetzungsorientiert. Dazu werden folgende Ziele verfolgt: die Erarbeitung von Beiträgen zur Weiterentwicklung des planerischen Instrumentariums zur Anpassung an den Klimawandel, die Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Planungspraxis sowie zwischen den unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen einerseits und den planerischen Bereichen andererseits, die Entwicklung und Implementierung konkreter Anpassungsmaßnahmen in der räumlichen Planung mit den thematischen Schwerpunkten Küstenschutz, Hochwasser, Land- und Forstwirtschaft sowie Tourismus, der Aufbau einer internetbasierten Austauschplattform zum Thema Klimaanpassung und Raumordnung in Niedersachsen. Zudem sollen die Ergebnisse für die Regionalplanung aufbereitet und zugänglich gemacht werden.

3. Pflanzenproduktion

Acker- und Gartenbau sind wichtige Wirtschaftssektoren Niedersachsens. Der Pflanzenschutz ist ein Schlüsselfaktor für den Anbau von Kulturpflanzen. Die biotischen und abiotischen Schadfaktoren werden maßgeblich von Witterung und Klima beeinflusst. Jedoch sind die potenziellen Einflüsse der Klimaänderungen auf zukünftig zu erwartende Pflanzenschutzprobleme noch nicht erforscht. Diese Forschungen werden Anpassungsstrategien an das sich ändernde Klima entwickeln und damit Entscheidungshilfen für Stakeholder in der Landwirtschaft bereitstellen. Auf der Basis mittel- (2001 bis 2030) und langfristiger (2071 bis 2100) regionaler Klimaszenarien werden potenzielle Klimaeinflüsse auf Insekten, Nematoden, Pflanzenpathogene und Unkräuter sowie damit verbundene Pflanzenschädigungen theoretisch und experimentell untersucht. Mithilfe dieser Ergebnisse sollen Risikobewertungen abgeleitet und geeignete An

passungsstrategien im Pflanzenschutz für Weizen, Mais, Raps und Zuckerrübe entwickelt werden. Insektenbefall und abiotische Schadwirkungen werden auch an ausgewählten Obst- und Gemüsearten untersucht. Die Rolle des Bodens wird ebenfalls in die Studien mit einbezogen. Darüber hinaus ergänzen ökonomische Analysen und Szenarien die naturwissenschaftlichen Fragestellungen, um erforderliche betriebliche und agrarstrukturelle Anpassungen der Landwirtschaft an den Klimawandel aufzuzeigen.

4. Tierproduktion

Rinderhaltung und Milchproduktion haben in Niedersachsen eine enorme ökonomische Bedeutung. Rund die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen hält Rinder und erzeugt ca. 20 % der deutschen Milch. Deren Produktion ist direkt von Klimaeinflüssen betroffen. Daher sind die Abschätzung möglicher Auswirkungen des Klimawandels und die Entwicklung von Anpassungsstrategien in diesem Bereich unerlässlich. Das genetische Leistungspotenzial der Tiere sowie die Erhaltung ihrer Gesundheit können nur dann realisiert werden, wenn die Produktionsumwelt in optimaler Weise auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt ist. Kühe, insbesondere im hohen Leistungsbereich, reagieren empfindlich auf Umwelteinflüsse. Dies betrifft die Fütterung, Haltung sowie das sonstige Management. Die Forschungen zielen darauf ab, Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit von Rindern zu analysieren. Das betrifft besonders die Bereiche Epidemiologie und Therapiemaßnahmen gegen wichtige Infektionserreger, Nährstoffinhalte und Zusammensetzung von Pflanzen des Grünlands, Auswirkungen des Futters auf die Rinder, physiologische Effekte auf den Pansen sowie sozioökonomische Parameter. Daraus werden ökonomische Anpassungsstrategien und Handlungskonzepte abgeleitet.

5. Wald

Durch den Klimawandel werden Waldökosysteme und Waldlandschaften Umweltfaktoren ausgesetzt sein, die sich grundsätzlich von denen der Vergangenheit unterscheiden. Klimaveränderungen, wie Temperaturanstieg, Veränderung der Niederschlagsverteilung und -intensität, Häufung von Witterungsextremen und auch Änderungen des chemischen Klimas, werden die ökologischen und ökonomischen Produktionsbedingungen der Forstwirtschaft und die Funktion von Wäldern in der Kulturlandschaft tiefgreifend verändern. Ziel des

Forschungsthemas Wald ist es, in einem interdisziplinären Ansatz Adaptationsstrategien an sich ändernde Klimabedingungen für die unterschiedlich sensitiven Waldlandschaften Niedersachsens am Beispiel des Harzes und der Lüneburger Heide zu entwickeln. Im Fokus stehen die zentralen Leistungen Holzproduktion, Regulierung des Wasserhaushaltes, Naturschutz und Tourismus, die unter Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Gegebenheiten bearbeitet werden. Für die Realisierung wurde ein breiter Forschungsansatz gewählt, der von den genetischen und molekularen Grundlagen bis in die waldbauliche Anwendung unter Berücksichtigung von Naturschutz- und Tourismusaspekten reicht. Durch die Einbeziehung der Stakeholder in das Projekt sollen die Belange der Praxis von Beginn an berücksichtigt werden.

6. Binnengewässer

Die Folgen des globalen Klimawandels können sich stark auf die regionalen Wasserressourcen auswirken mit entsprechenden Folgen für die Landwirtschaft oder den Naturschutz. Potenzielle Beeinträchtigungen sind zunehmende Hochwassergefährdung, eingeschränktes Wasserdargebot, Niedrigwasserführung der Flüsse in Trockenphasen sowie als Konsequenz die Veränderung von Ökosystemen und Biodiversität. In diesem Forschungsthema werden die Auswirkungen verschiedener Szenarien des Klimawandels auf Hydrologie und Wasserbewirtschaftung mit Simulationsmodellen vorhergesagt. Es werden Anpassungsstrategien entwickelt und in ihren Wirkungen untersucht. Ziel ist es, sowohl die Relevanz der Auswirkungen regional differenziert aufzuzeigen als auch Strategien zu entwickeln, die Folgen des Klimawandels für die Natur und die menschlichen Tätigkeiten im Flusseinzugsgebiet abzumildern. Die Unsicherheit langfristiger Aussagen über regionale Klimaänderungen stellt dabei eine große Herausforderung dar. Die Forscher wollen aufzeigen, welche Trends ersichtlich sind und welche Bandbreite der Entwicklung nach aktuellem Stand der Forschung am wahrscheinlichsten ist. Besondere Beachtung finden die Häufigkeit von extremen Ereignissen (wie Hochwasser und lang anhal- tende Hitze mit Niedrigwasser) sowie regionale Verschiebungen durch den Klimawandel. Durch die Einbeziehung von Praxispartnern und Stakeholdern soll eine praxisbezogene fachliche Begleitung der Forschungsarbeiten von Beginn an berücksichtigt werden. Der Ergebnistransfer in die behördliche Praxis wird durch direkte Beteiligung

der Wasserwirtschaftsverwaltung an den Forschungen unterstützt.

7. Küste

Die Folgen des zukünftig zu erwartenden Klimawandels sind im Küstengebiet vielfältig: beschleunigter Meeresspiegelanstieg, stärkere Stürme mit einem höheren Stau der Sturmfluten und höherer Seegangsintensität, die sich infolge größerer Wassertiefen verstärkt an der Küste auswirken, insbesondere bei verzögertem Mitwachsen der Watten bei beschleunigtem Meeresspiegelanstieg. An der niedersächsischen Küste mit ihren großen Ästuarien von Ems, Weser und Elbe bildet der Schutz gegen Sturmfluten eine zwingende Voraussetzung für die Sicherung eines rund 6 600 km² großen Siedlungsgebietes, in dem 1,2 Millionen Menschen leben. Diese Forschungen untersuchen unter Federführung der Forschungsstelle Küste (Nieder- sächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) in einem wirklichkeitsnahen technischen Maßstab sowohl Belastungen von konventionellen Küstenschutzwerken für vorgegebene Bandbreiten von Klimaänderungsszenarien (Sturm-, Wasserstands- und Seegangsentwick- lung) als auch vergleichend alternative Strategien für die Zeitscheiben 2030, 2070 und 2100. Vorrangiges Ziel des Projektes ist, eine für die Belange des Insel- und Küstenschutzes optimierte und bedarfsgerechte regionale Datenbasis von Klimaänderungsfolgen zu schaffen, die über den Bedarf des Verbundprojekts hinaus für die Anpassungen von erheblichem Nutzen sein wird.

Zu 3: Der Forschungsverbund KLIFF hat eine Laufzeit von fünf Jahren (1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2013). Die Berücksichtigung der Forschungsergebnisse in den jeweiligen Bereichen bzw. Disziplinen erfolgt auf verschiedenen Wegen. Ziel der einzelnen Forschungsthemen ist, wie in der Antwort zu Frage 2 bereits detailliert ausgeführt, die Entwicklung von Anpassungsstrategien für die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie den Küstenschutz. Darüber hinaus fließen alle raumrelevanten Ergebnisse des Forschungsverbundes im Rahmen des Querschnittsthemas Raumplanung in die niedersächsische Raumplanung ein. Bereits während der Forschungsarbeiten werden relevante Akteure wie beispielsweise Landwirte, Küstenschutzingenieure oder Raumplaner beteiligt, um die Projekte praxisorientiert zu bearbeiten und die Umsetzbarkeit der Anpassungsstrategien zu gewährleisten. Zudem veranstaltet der Forschungsverbund KLIFF ein jährliches Statusseminar, das für alle Interessierten offen ist

und damit den Kontakt zwischen Wissenschaft und Praxis explizit fördert.

Vor allem werden die Ergebnisse von KLIFF eine wesentliche Grundlage für die niedersächsischen Anpassungsstrategien darstellen, die unter Federführung des Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz im Dialog und in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund erarbeitet werden.

Anlage 47

Antwort

des Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration auf die Frage 49 des Abg. Jürgen Krogmann (SPD)

Ganz Niedersachsen bekommt Seniorenservicebüros - Nur die Stadt Oldenburg nicht? Hält das Land die Zusage ein, alle kreisfreien Städte bis 2011 zu fördern?

Niedersachsen fördert nach Angaben der Landesregierung seit dem Jahr 2008 den Aufbau von Seniorenservicebüros (SSB). Die Landesregierung hat angekündigt, in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt die Förderung eines solches Büros mit bis zu 40 000 Euro jährlich sicherzustellen.

In Niedersachsen sind bis zum Ende des Jahres 2010 u. a. Seniorenservicebüros in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Harburg, Leer, Nienburg, Northeim, Peine, Soltau-Fallingbostel, Vechta, Wesermarsch sowie in vielen anderen Orten an den Start gegangen. Insgesamt gibt es derzeit ausweislich der Internetseite des Sozialministeriums 38 Servicebüros in Niedersachsen.

Vorrangig wurden offenbar zunächst Anträge aus der Fläche bewilligt. Einige Oberzentren wie die Stadt Oldenburg wurden bisher trotz mehrfacher Antragstellung nicht gefördert - und das, obwohl Oldenburg (siehe NLS, Nieder- sachsen-Monitor 2006) einen überdurchschnittlich hohen Anteil von älteren Menschen aufweist.

Das eingereichte Oldenburger Konzept mit dem Beratungsbüro bei der Stadtverwaltung als Bündelungsstelle sowie der Einbindung schon vorhandener Strukturen der Altenhilfe insbesondere auch in den Stadtteilen, aber auch die Anbindung eines Pflegestützpunktes sowie die Aktivierung von ehrenamtlichen Strukturen und Freiwilligendiensten wie dem FSJ setzt die Idee des SSB um und vermeidet zugleich aufwändige Doppelstrukturen.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie bewertet die Landesregierung grundsätzlich den Ansatz, das Seniorenservicebüro mit einem Beratungsbüro als Bündelungsstelle zentral bei der Kommune zu installieren?

2. Warum wurde der Antrag der Stadt Oldenburg im Gegensatz zu den Projekten anderer Oberzentren wie Osnabrück oder Hannover bislang trotz mehrfacher Antragstellung nicht berücksichtigt?

3. Wird die Landesregierung noch ihre Ankündigung umsetzen, spätestens im Jahr 2011 alle kreisfreien Städte und Kreise versorgt zu haben, und damit auch den Antrag der Stadt Oldenburg in diesem Jahr bewilligen? Wann genau ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Niedersachsen fördert seit dem Jahr 2008 den Aufbau von Seniorenservicebüros. Das Konzept der Seniorenservicebüros sieht vor, alle die Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren betreffenden Informationen und Beratungen z. B. auch über haushaltsnahe, ehrenamtliche Dienste an einem Ort zur Verfügung zu stellen und die Leistungen zu koordinieren.