Protocol of the Session on July 3, 2008

Dies vorausgeschickt, werden die Fragen namens der Landesregierung wie folgt beantwortet:

Zu 1: Schon die bewusste Akzentuierung des Kulturwirtschaftsberichts auf den Musiksektor zeigt deutlich, dass das Musikland Niedersachsen höchste Priorität im Rahmen der Kulturförderung des Landes genießt. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Berichts zeigen, dass die Landesregierung mit der Weiterentwicklung des Musiklandes Niedersachsen die richtigen Schwerpunkte setzt und auf einem guten Weg ist.

Insgesamt wird im Rahmen und unter dem Schlagwort des Musiklandes Niedersachsen eine zukunftsorientierte und nachhaltige Musikförderung gestaltet. Um dieses Ziel zu erreichen, sind im Zusammenwirken mit zahlreichen Fachleuten und Multiplikatoren Ansätze und Projekte entwickelt worden, die kulturelle Schwerpunkte in der Förderung, im Ausbau und in der Vernetzung der Aktivitäten und Institutionen unseres Musiklandes setzen. Dazu ist eine Reihe von Bausteinen entwickelt worden:

- Praetorius Musikpreis Niedersachsen

Im Rahmen der Preisverleihung am 22. August in der Staatsoper Hannover werden die erstmals um die Kategorien Musikinnovationspreis, Internationalen Friedensmusikpreis und Niedersächsischer Kompositionspreis erweiterten Auszeichnungen vergeben.

- Projekt Musikland Niedersachsen

Gemeinsam mit der Stiftung Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung führt die Landesregierung das Projekt Musikland Niedersachsen durch. Am 1. Mai 2008 hat das Projekt seine Arbeit aufgenommen und ist mit seinem Geschäftsführer Klaus Georg Koch an die Stiftung Niedersachsen angegliedert.

Das Projekt wird als Koordinations- und Servicestelle für Musikschaffende und -veranstalter dienen, es wird einen deutlichen Vernetzungs- und Vermittlungsschwerpunkt haben und zudem eine bessere Außenwahrnehmung des Musiklandes bewirken.

- Landesmusikakademie

Die Bauarbeiten für die Landesmusikakademie in Wolfenbüttel schreiten gut voran, Ende August wird Richtfest sein. Wolfenbüttel stellt für den Bau des Jugendgästehauses rund 4 Millionen

Euro zur Verfügung, das Land beteiligt sich mit einer Summe von rund 7,2 Millionen Euro an der Finanzierung der Akademie.

Die Landesmusikakademie wird ein wichtiger Baustein für das Musikland Niedersachsen sein. Sie wird ein Zentrum für die Aus- und Weiterbildung von Ensembleleitern in der Laienmusik, für Arbeitsphasen von Ensembles, für musisch-kulturelle Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zur Förderung musikalisch Hochbegabter. Betreiber der Landesmusikakademie ist der Landesmusikrat.

- Musikschulkooperationsprojekte

Die Landesregierung hat die Musikschulkooperationsprojekte aufgelegt, um eine intensive Vernetzung von Angeboten der Musikschulen mit denen allgemeinbildender Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen zu bewirken. Nur so kann es gelingen, dass Kinder, die ansonsten nicht oder nicht so früh mit Musik in Kontakt kommen, einen Zugang finden und so Schwellenängste gar nicht erst entstehen. Damit bleibt die musikalische Bildung ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit.

- Symposium Zukunftskonzert: Musikvermittlung und Aufführungskultur

Das Thema Musikvermittlung umfasst aber weit mehr als nur seine pädagogische Seite. In einem Symposium in Wolfenbüttel mit dem Titel „Zukunftskonzert: Musikvermittlung und Aufführungskultur“ wurde im April 2008 mit Experten aus Theorie und Praxis darüber diskutiert, wie die klassische Musik aus ihrer Randposition wieder ins Zentrum der kulturellen Aufmerksamkeit gerückt werden kann und was Kulturpolitik dazu beitragen kann.

- Förderprogramm Musikvermittlung

Der Versuch, die Schaffung neuer und spannender Konzertformen bei Musikern und Veranstaltern anzuregen, wird begleitet vom Förderprogramm Musikvermittlung.

- Neue Musik: „Musik 21 Niedersachsen“/„klangpol“

Ein weiterer Baustein betrifft die Neue Musik, die das Land gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes fördert. Zwei Netzwerkprojekte aus Niedersachsen hatten im letzten Jahr Erfolg bei der Ausschreibung des „Netzwerks Neue Musik“ der Kulturstiftung des Bundes, nämlich zum einen „Musik 21 Niedersachsen“ und zum anderen

„klangpol“ in der Metropolregion Bremen-Oldenburg.

Für den Bereich Rock/Pop werden die vom MWK geführten intensiven Sachdebatten mit den in Niedersachsen Aktiven fortgeführt. Das im November 2007 in Celle vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur veranstaltete Popmeeting, das von Teilnehmerinnen und Teilnehmern als „ein Meilenstein der Debatte“ angesehen wird, hat weitere Ergebnisse gezeigt, die eine intensive Beschäftigung mit dem Themenkomplex erfordern. Dort wurde der im Kulturwirtschaftsbericht geäußerten Annahme, die Zahl der Clubs mit Auftrittsmöglichkeiten sei in den letzten Jahren zurückgegangen, von Veranstalterseite heftig widersprochen. Vielmehr wurde im Rahmen der Diskussionen beim Popmeeting deutlich, dass die Zahl der qualifizierten und guten Musiker, die Liveauftritte und damit Veranstalter nachfragen, in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Zudem sind Erkenntnisse, die sich aus der Entwicklung des digitalen Musikmarkts ergeben, zu berücksichtigen.

Die Entwicklung des Musiklandes Niedersachsen ist ein stetiger Prozess, den die Landesregierung unter Beteiligung der Multiplikatoren des Musiklandes schwerpunktmäßig entwickelt und begleitet. Die Handlungsempfehlungen des Kulturwirtschaftsberichtes sind einer von einer Reihe Bausteinen, die zur Weiterentwicklung beitragen.

Zu 2: Die 2002 erschienene Publikation „The Rise of the Creativ Class“ von Richard Florida hat auch in Deutschland enorme Resonanz gefunden. Florida hat nachgewiesen, dass Standorte mit einem „kreativen Ökosystem“ bessere Wachstumschancen als Standorte mit geringerem kreativen Potenzial besitzen. Kulturpolitik wird insofern auch zu einem Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung. Allerdings sind Floridas Aussagen eher auf den urbaren Raum bzw. metropolitane Regionen bezogen. Dort bilden weniger die formalisierten Angebote der großen Kultureinrichtungen die Hauptattraktionen für die „neuen Kreativen“, sondern vor allem die kleinen Off-Einrichtungen im Zusammenspiel mit urban belebten Plätzen, Cafés und Restaurants. Nicht thematisiert werden bei Florida mögliche Verdrängungsprozesse bei der Revitalisierung der Innenstädte (Gentrification).

Unter Berücksichtigung der Grenzen der Übertragbarkeit der Untersuchungen von Florida setzt die Landesregierung auf die Stärkung kultureller und kreativer Bildung.

Zu 3: Die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Lage der Künstlerinnen und Künstler wird durch das Urheberrecht und das Künstlersozialversicherungsrecht maßgeblich beeinflusst. Die Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages hat dieses Thema in ihren Schlussbericht aufgenommen. Die Kultusministerkonferenz wird die einzelnen Themenfelder des Berichts systematisch in ihren Gremien aufbereiten.

In diesem Zusammenhang werden auch die in der Frage genannten Aspekte zu prüfen sein. Hinsichtlich der Künstlersozialversicherung stimmt die Landesregierung der Einschätzung des Deutschen Kulturrats zu, dass die derzeitige konsequente Prüfung von abgabepflichtigen Unternehmen unabdingbar für die Beitrags- und Wettbewerbsgerechtigkeit ist.

Anlage 1 zu Anlage 30

Lehrnachfrage (Studierende (grundständ. Studium ohne Master)), Deutschland (Niedersachsen) nach Fächergruppen (Stud), Geschlecht, Zeitpunkt semesterweise, Studiensem. nach Fachsem. (1.)

SS 1998

WS 1998/

SS 1999

WS 1999/

SS 2000

WS 2000/

SS 2001

WS 2001/

SS 2002

WS 2002/

SS 2003

WS 2003/

SS 2004

WS 2004/

SS 2005

WS 2005/

SS 2006

WS 2006/

SS 2007

Studiensem. nach Fachsem.

1.

Studierende (grundständ. Studium ohne Master)