Protocol of the Session on December 15, 2023

Bitte schön!

Frau Präsidentin! Herr Abgeordneter! Zu zwei Dingen will ich etwas sagen:

Erstens. Selbstverständlich haben wir Geld in die Hand genommen und auch im Zuge der Haushaltsberatungen noch mal zusätzlich Geld nachgesteuert: 12,5 Millionen Euro. Das haben Sie nicht erwähnt, erwähne ich an dieser

Stelle, dass wir zum ursprünglichen Ansatz noch einmal 12,5 Millionen Euro draufgepackt haben,

(Julian Barlen, SPD: Hört! Hört!)

einmal 5 Millionen, einmal 7,5 Millionen. Das ist das eine.

Das Zweite ist, ich habe nicht kritisiert, dass Sie nicht gesagt haben, wo das Geld herkommen soll, sondern ich hatte kritisiert, dass Sie kein Problem mit der Ökonomisierung im Gesundheitswesen erkennen ließen.

(Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das stimmt ja nicht.)

Ich will das auch zurückführen auf einen Gedanken, der hier schon mal eine Rolle gespielt hat. Vor längerer Zeit hatte DIE LINKE den Vorschlag unterbreitet, es könne doch nicht sein oder es kann nicht sein, dass Versichertengelder in Krankenhäuser gehen und am Ende, wenn Leistungswertschöpfung in Krankenhäusern stattgefunden hat, Aktionäre am Ende stehen und Versichertengelder in ihre Aktionärstaschen fließen und wir konstatieren müssen, dass im Gesundheitswesen Geld fehlt.

(Marcel Falk, SPD: Richtig!)

Da haben wir gesagt, es kann nicht sein, dass man Gewinne macht und Renditen macht auf Kosten der Versicherten und der Patientinnen und Patienten.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

Und Sie können das nachlesen im Protokoll. Wer war dagegen? Die AfD.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Julian Barlen, SPD: Logisch! Die ist immer dagegen bei so was. Wenn es um sinnvolle Sachen geht, ist sie plötzlich dagegen.)

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

Vielen Dank, Herr Abgeordneter!

Das Wort hat jetzt für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der Fraktionsvorsitzende Herr Dr. Terpe.

(Julian Barlen, SPD: Das sind

die Experten für Doppelmoral. –

Sehr

verkürzt. Ich kann darauf nicht reagieren,

aber ich mach es später noch mal. – Zurufe

von Andreas Butzki, SPD, Horst Förster, AfD,

und Thomas de Jesus Fernandes, AfD –

Der Abgeordnete Dr. Harald Terpe

wendet sich an das Präsidium. –

Vizepräsidentin Beate Schlupp

spricht bei abgeschaltetem Mikrofon.)

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mich noch einmal informiert bei der Präsidentin. Es war

nicht eine Viertelstunde, die er überzogen hat, sondern eine Viertelsekunde. Ich musste das wissen, weil ich dann hätte auch noch mehr Redezeit gehabt.

(Heiterkeit bei Christine Klingohr, SPD, und Barbara Becker-Hornickel, FDP)

Man könnte an …

Also, das ist ja jetzt ganz nett, aber ich denke mal, zwischen Viertelsekunde und Viertelstunde kann man schon unterscheiden.

Genau!

(Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD – Zuruf von Christian Brade, SPD)

Also, aber ich muss es wissen, sicher wissen.

Also noch mal: Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Man könnte an jeder Rede jetzt andocken und anstricken. Es ist eben ein sehr umfassendes Thema. Ich will mal so anfangen: Die gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern für die konkrete Verantwortung für die Krankenhäuser ist klar, und das ist immer schon so gewesen in der Bundesrepublik Deutschland. Ich werde dazu auch noch weiter ausführen und würde jetzt an dem Redebeitrag von Herrn Koplin anstricken, der nämlich gesagt hat, 2,5 Milliarden Euro in der Finanzierung der letzten Jahrzehnte für die Investitionsfinanzierung. Davon stammt beispielsweise die Hälfte vom Bund, weil wir damals in der besonderen günstigen Situation waren, dass sich der Bund über den Solidarpakt mit der Hälfte beteiligt hat. Das deutet auch dahin, dass wir immer in gemeinsamer Verantwortung stehen.

(Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD)

Und es wurde dann ja auch von Herrn Koplin gesagt, die Ökonomisierung im Gesundheitssystem,

(Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD)

ob das das der richtige Weg war oder nicht, und er hat für meine Begriffe richtig gesagt, dass – und das ist auch immer meine Position gewesen, und das ist im Übrigen auch die Position von Landesgesundheitsexperten der CDU gewesen, mit denen ich da auf Bundesebene auch immer wieder gesprochen habe –, dass es nicht geht, dass Versichertengelder aus dem Gesundheitssystem rausgesteuert werden. Das haben Sie völlig richtig gesagt. Und Sie haben dann die Aktionäre angesprochen, kann man machen, stimmt ja auch, aber es sind auch Kommunen, die das aussteuern, ja?! Also es geht nicht! Und ich war der Einzige in Rostock im Klinikausschuss, der immer gesagt hat, die Gelder müssen im Klinikum bleiben und nicht irgendwo hingehen.

(Rainer Albrecht, SPD: Richtig!)

Also das sind die Zusammenhänge mit der Ökonomisierung. Man muss natürlich, wenn man das betrachtet, nur noch einmal sagen, man darf da auch nicht überziehen. Natürlich muss sich ein Krankenhaus – und das ist unabhängig von der DRG-Systematik auch vorher so gewesen – ökonomisch aufstellen, sonst werden die Krankenkassen sagen, nee, Leute, wir können euch nicht finanzieren für Sachen, die ihr nicht erbracht habt. Also es

steht ja nicht im leeren Raum. Man muss schon auch nachweisen im Solidarsystem des Gesundheitssystems, dass man seine Gelder verantwortungsvoll einsetzt. Finanzen können eine nachhaltige Ressource sein, und wir sind für nachhaltig einzusetzende Finanzen.

(Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD)

Das sage ich deswegen, weil es natürlich ein Grund ist, dass die Krankenhäuser jetzt wenig Geld sozusagen zur Refinanzierung haben, dass die Patientenzahlen sinken. Sie sind gesunken, besonders in der Corona-Pandemie, aber besonders an, nicht an den Krankenhäusern, die sich an der Corona-Behandlung beteiligt haben, aber an den anderen Krankenhäusern, weil planbare Operationen und sonst was zurückgestellt worden sind. Und das bringt natürlich Defizite. Da muss es einen Mechanismus geben, dass das ausgeglichen wird.

Aber dauerhaft davon auszugehen, dass man Krankenhäuser finanzieren kann, die nicht genügend Patienten haben, das wird nicht gehen. Und deswegen ist es ja richtig, dass wir in eine Krankenhausreform gehen,

(Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Oha!)

denn an der Stelle müssen wir sagen, wie wollen wir das machen.

(Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das klingt aber nach Schließung bei Ihnen.)