Protocol of the Session on March 24, 2023

Wir lehnen natürlich Ihren Antrag ab.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

Vielen Dank, Frau Abgeordnete! Einen Moment bitte! Einen Moment bitte, Frau Abgeordnete! Es liegt ein Antrag auf Kurzintervention vor.

Herr Schult, bitte!

Ja, vielen Dank, Frau Landtagspräsidentin!

Sehr geehrte Frau Kollegin, Sie sprachen an, wir mögen doch zur Kenntnis nehmen als AfD-Fraktion, dass Russland die Gaslieferungen gestoppt hat. Das wissen wir. Wir wissen aber auch, dass Russland über viele Jahre hinweg ein verlässlicher Partner war.

(Zuruf aus dem Plenum: War!)

Deutschland hat das Zertifizierungsverfahren für Nord Stream 2 sozusagen eingestellt. Und Deutschland war es auch in der Tat, das Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Also quasi ist das eine Reaktion auf, also eine Gegenreaktion auf einen Umstand, der sich dort sozusagen abgespielt hat und der da so eingetreten ist. Das bitte ich Sie dann noch zur Kenntnis zu nehmen.

Aber das war eigentlich gar nicht der Hauptgrund hier für meine Kurzintervention. Ich möchte Sie fragen, es ist ja

wichtig, im Dialog zu bleiben, im Kontakt zu bleiben, und da bietet sich ja wirklich ein wirtschaftlicher Austausch,

(Thomas Krüger, SPD: Das macht der Bundeskanzler schon.)

wirtschaftliche Beziehungen böten sich da ja tatsächlich sehr an, um quasi mit Russland auch im Gespräch zu bleiben oder um den Krieg sozusagen auch abzuwenden oder einzustellen.

(Julian Barlen, SPD: Was hat denn das jetzt noch mit dem Antrag zu tun?)

Wie sehen Sie das denn? Wie sehen Sie das denn, Frau Dr. Rahm-Präger?

(Julian Barlen, SPD: Das hat gar nichts mehr damit zu tun.)

Ist es klug, wirtschaftliche Beziehungen dauerhaft einzuhalten oder aufzunehmen, oder würden Sie Russland auf Jahrzehnte jetzt isolieren? Ist das die Position, die Ihre Partei vertritt?

(Zurufe von Julian Barlen, SPD, und Thomas Krüger, SPD)

Wenn ich mir die Redebeiträge anhöre, dann komme ich manchmal zu dem Schluss, dass Sie dauerhaft Russland isolieren wollen. Und ich glaube, bei einem so großen wirtschaftlichen und, ja,

(Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Julian Barlen, SPD: Dann mach mal einen Antrag dazu!)

nicht tierisch starken Nachbarn ist es völlig utopisch, diese Politik zu fahren. Bitte können Sie dazu kurz ausführen? – Vielen Dank!

Möchten Sie darauf reagieren, Frau Abgeordnete?

Ja, natürlich!

Ich habe das vielleicht schon gesagt, wir sind dabei, unseren Energieeinkauf zu diversifizieren. Und das soll auch in Zukunft so sein. Das wird Deutschland oder auch Europa sichern oder besser sicherstellen, als wir das jetzt hatten. Aber solange ein solcher Krieg vonseiten Russlands ausgeht auf die Ukraine und solange er mit dieser Vehemenz und mit dieser Brutalität geführt wird, wird es nicht möglich sein, Gespräche über Energielieferungen mit Russland zu führen. Wenn dieser Krieg irgendwann unter einer anderen russischen Führung beendet wird und wir vielleicht normale Beziehungen wieder zu diesem Land aufnehmen, das wäre sehr wünschenswert

(Jens-Holger Schneider, AfD: Da können Sie noch lange warten!)

und das wünschen wir uns, glaube ich, alle. Auch dann wird es wieder normale wirtschaftliche Beziehungen geben.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

Vielen Dank, Frau Abgeordnete!

Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat das Wort der Abgeordnete Herr Damm.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete der demokratischen Fraktionen! Ich beantrage für Ziffer I.2 des CDUAntrags eine getrennte Abstimmung.

Liebe CDU, ich bin ja dabei, wenn Sie sagen, aktuelles Genehmigungsverfahren beim Bergamt entbehrt möglicherweise der Rechtsgrundlage, jedenfalls für den Genehmigungsabschnitt 2. Da habe ich ins LNG-Gesetz auch gerade noch mal geguckt, Paragraf 2 Absatz 1 Punkt 3 Genehmigung einer Pipeline, die den Punkt, wo genehmigt werden soll, ans Fernleitungsnetz anbindet, nicht vom Fernleitungsnetz irgendwohin. Insofern ist das meine Interpretation.

Ich bin natürlich kein Jurist, aber was meine Aufgabe ist als Oppositionspolitiker, ist, hier einzufordern von der Landesregierung, sich das genau anzugucken und gegebenenfalls, wenn es notwendig ist, eine Rechtsaufsicht dann auch wahrzunehmen gegenüber dem Bergamt Stralsund. Das ist alles, aber ich finde, das ist rechtmäßig und fair, einer Opposition sozusagen angemessen.

(Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Und deswegen überzeugt mich natürlich die Argumentation des Ministers, dass man mit einem Änderungsantrag dann arbeiten könnte, erst mal nicht. Insbesondere finde ich es wichtig, dass die Rechtsgrundlage besteht, wenn das Verfahren eröffnet wird, weil es gibt verkürzte Beteiligungsfristen, da gibt es Verbände zum Beispiel, auch Menschen vor Ort, die sich beteiligen sollen. Wenn das nicht vorher in einem Gesetzesverfahren im Bund diskutiert wird, öffentlich, und dann beschlossen, hat keiner eine Chance, sich darauf vorzubereiten. Dann kann auch, also man kann nicht von den Bürgern erwarten, vielleicht von den Vorfeldorganisationen, aber jedenfalls nicht von allen, die ganze Zeit alle digitalen Aushänge aller Genehmigungsbehörden in der Bundesrepublik im Blick zu behalten.

Und deswegen hätte ich mir das an dieser Stelle gewünscht, insbesondere auch, weil ja jetzt mit dem Änderungsantrag noch mal hier die Aarhus-Konvention, das wurde auch angesprochen, eigentlich bemüht werden muss, wenn man auf Mukran umschwenkt. Und das Verfahren, was gerade läuft, da ist zumindest das bisher noch nicht, also noch nicht angelaufen, auch das müsste ja für so ein Verfahren in Gang gesetzt werden. Und auch da finde ich, dass man das Verfahren eröffnet, wenn die Rechtssicherheit dann auch besteht.

(Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

So, aber, aber, liebe CDU, da richtigerweise auf die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu pochen an dieser Stelle, gleichzeitig im Antrag I Ziffer 2 von einer „unterstellten“ Gasmangellage zu sprechen, das ist tendenziös.

Erstens. Rechtlich – und das wissen Sie und darauf pochen Sie an dieser Stelle – besteht diese rechtliche Grundlage.

Und zweitens. Auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt, so sagen Sie selbst, die Zahlen, die Sie zitieren, im Jahr 2023 wird es richtig eng. Also es ist durchaus angemessen.

Und Sie haben uns leider auch gar keine Mitzeichnung angeboten, also dieses Beteiligungsverfahren. Zu sagen, dass wir hier alle miteinander nicht reden und so, das würde ich mal zurückweisen. Auch das BMWK lädt nach Berlin ein, die Landesregierung, da gibt es mindestens einmal die Woche jetzt auch einen Austausch vor Ort. Da redet man miteinander. Dass es keine Debatte gegeben hatte, Entschuldigung, aber ich habe es am Anfang gesagt, wir als GRÜNE, ohne auch den verständlichen Protest auf der Insel, sind losgerannt und haben eine Welle, wie ich sie noch nicht angeschoben habe bisher, in unsere Bundesrichtung losgeschickt und gesagt, prüft das, guckt euch an, was ist notwendig, was sind Alternativen, wie können wir es besser machen.

(Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ja, und am Ende würde ich mir wünschen, dass wir, wenn wir über Studienlage reden, nicht, wer hat die eine Studie, wer hat die andere Studie... Wir haben den Gesamtplan Gas.

Das ist der letzte Satz.

Ich würde gern mit diesem argumentieren, wenn wir hier politisch unterwegs sind, weil am Ende bringt das nichts, wenn alle darüber reden, wer hat irgendwo was aufgeschrieben. Wir haben die Bundesregierung, die hat etwas gesagt, und wir werden das politisch auslegen.

Das ist aber jetzt ein sehr langer Satz.

Das ist Aufgabe der Politik. – Vielen Dank!

(Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vielen Dank, Herr Abgeordneter!

Für die Fraktion DIE LINKE hat das Wort der Abgeordnete Daniel Seiffert.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich bin noch mal ans Pult getreten, um auf einen Punkt zu reagieren, den Herr Peters angebracht hat. Er meinte ja, es hätte ja unbedingt, also er hat den Aufschrei der LINKEN vermisst, hat dabei angedeutet, dass es natürlich einen Aufschrei der CDU gab, und ich habe mich versucht zu erinnern,

(Horst Förster, AfD: Ein zweiter Aufschrei.)

was gab es denn da für einen Aufschrei der CDU zum Thema, konnte mich vage an eine PM entsinnen, habe die dann auch wiedergefunden, und Überschrift dieser Pressemitteilung war: „Sämtliche rechtlichen Regeln müssen bei Genehmigung des LNG-Terminals … eingehalten werden“.