Protocol of the Session on June 4, 2015

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wir haben so viele Gespräche gehabt. Die sind ergebnis- orientiert verlaufen, mit einem Ergebnis!)

Herr Nieszery! Herr Dr. Nieszery!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Und Sie erzählen, es gäbe hier kein Ergebnis!)

Herr Dr. Nieszery, jetzt rede ich und Sie können hier nicht immerzu Monologe führen. Hier vorne ist ein Podium, dann melden Sie sich bitte an. Das stört alle. Wir haben alle anderen vorhin darauf hingewiesen und Sie müssen sich auch daran halten.

(Zurufe von Manfred Dachner, SPD, und Michael Andrejewski, NPD)

So, Herr Suhr, jetzt können Sie weiterreden.

Frau Drese hat hier gerade gefragt: Na ja, warum gehen die demokratischen Oppositionsfraktionen nicht mehr her und führen die Gespräche weiter? Ich kann die Antwort hier relativ einfach kundtun. Wir führen seit Januar keine Gespräche mehr in der Sache,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sie wissen auch, warum.)

weil wir an einem Punkt waren, wo wir Einigkeit erzielt haben.

(Egbert Liskow, CDU: Sie wollen Krawall!)

Das hatte NDR-online in seiner Ausgabe am 14. Dezember, durch wen auch immer, öffentlich richtig dargestellt, und dann gab es keine Folge mehr. Parallel dazu lief das Volksbegehren, dann entsprechend mit dem Ziel des Volksentscheids. So ist die Situation.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Bei unserem letzten Treffen haben wir genau gesagt, warum wir die aussetzen, die Gespräche.)

Und es ist seinerzeit …

(Helmut Holter, DIE LINKE: Das haben Sie uns nicht gesagt! – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Natürlich haben wir das gesagt!)

Es wird behauptet, es ist gesagt worden.

Wenn ich als SPD oder CDU die Entscheidung treffe und sage, ich will das aussetzen, weil ich den Volksentscheid befürchte, muss ich doch das Kreuz haben, dies auch öffentlich zu tun

(Zurufe von Manfred Dachner, SPD, und Egbert Liskow, CDU)

und mich der öffentlichen Diskussion zu stellen!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Haben wir die ganzen Gespräche öffentlich geführt?)

Das haben Sie nicht getan und deshalb nehmen wir als LINKE und GRÜNE schlicht und ergreifend für uns in Anspruch, dies öffentlich in dieser Sitzung zu thematisieren.

(Beifall vonseiten der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von Dr. Norbert Nieszery, SPD – Glocke der Vizepräsidentin)

Also, Herr Nieszery, ich habe das jetzt mehrfach gesagt, hier vorne ist das Podium,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja.)

und ich bitte Sie einfach, von Ihren Monologen Abstand zu nehmen und ansonsten dieses Podium hier vorne zu nutzen!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das ist ein Dialog mit Herrn Suhr.)

Das …

(Johannes Saalfeld, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Sie haben hier nicht zu kommentieren! – Andreas Butzki, SPD: Das ist ja ein Ding!)

Meine lieben Kollegen! Herr Suhr, kleinen Moment bitte!

(Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD)

Ich denke, Sie halten sich jetzt alle zurück. Wir wollen diese Debatte zu Ende führen

(Johannes Saalfeld, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Ja, genau.)

und dies einigermaßen in Ruhe.

(Minister Dr. Till Backhaus: Herr Saalfeld auch.)

Das gilt auch für die Regierungsbank.

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

Also, Herr Suhr, bitte.

Wenn es irgendwie noch eines Belegs gebraucht hätte, dass Ihnen das nicht passt, dass wir das öffentlich thematisieren, dann ist es die Form, wie hier die Auseinandersetzung läuft, sehr geehrte Damen und Herren.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wir haben bisher immer hinter verschlossenen Türen verhandelt.)

Ja, genau das ist der Punkt.

(Zuruf von Barbara Borchardt, DIE LINKE)

Aber ich glaube, und das will ich Ihnen zugestehen, die Motivation dafür, das anzusprechen, dies in der Aussprache zu machen, war eindeutig die, wofür ich hier gerade den Zusammenhang hergestellt habe. Das wollten wir an der Stelle ausdrücklich, weil ich nicht finde, dass es Aufgabe der Opposition ist, stillschweigend darüber hinwegzusehen, sondern das muss öffentlich erklärt werden.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Weil ich immer davon ausgehen muss, dass alles in der Öffentlichkeit landet.)

Herr Suhr, noch einen kleinen Moment!

Also Herr Nieszery, ich erteile Ihnen jetzt einen Ordnungsruf. Ich hoffe, Sie halten sich jetzt ein Stück weit zurück,

(Zuruf von David Petereit, NPD)

und ich kann Sie nur noch mal ermutigen, das Podium hier vorne zu nutzen.

Jetzt hat Herr Suhr noch mal das Wort. Bitte.

Meine Redezeit geht langsam zu Ende, ich will aber noch kurz auf drei Punkte hinweisen, und zwar fernab von diesem Dissens, den wir jetzt diskutiert haben.

Ich kann nur dafür werben – und das, was hier öffentlich im Dezember propagiert worden ist, war ja quasi so etwas wie ein Kompromiss –, ich kann nur öffentlich dafür werben, die direktdemokratischen Elemente in diesem Land zu stärken. Ich will noch einmal daran erinnern, dass ein Gesetzentwurf – und auch das spricht für meine These – seit Mai oder Juni des Jahres 2012 – Frau Borchardt

hat darauf hingewiesen – in den Beratungen des Ausschusses ist und eigentlich seit der Anhörung im September 2012 nicht mehr weiter bearbeitet wurde.

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Das ist so.)