Inzwischen stehen sie bei manchen Zeitgenossen für alles Schlechte, was es auf dieser Welt nur gibt. So ändern sich Einstellungen. Ich denke, wir sollten im Jahr 2013 ethisch und moralisch so weit sein, dass wir eine Haltung zu diesen faszinierenden Tieren finden, die sich durch Wertschätzung und Realitätsnähe auszeichnet.
Dass nach dem Kormoran nun auch noch der Graureiher für angebliche Schäden in Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft verantwortlich gemacht wird, ist völlig absurd.
Wo sind denn hier wissenschaftlich fundierte Belege, dass diese Art, die seit jeher unsere Gewässer bewohnt, irgendjemandem schadet? Sind wir bald wieder dort angekommen, dass wir jedem Tier, das sich seit Jahrtausenden von Dingen ernährt,
die auch wir schmackhaft finden, nachstellen? Sehen wir Tiere wieder als Konkurrenten unserer eigenen Lebensweise? Wir haben doch moderne Gegenmaßnahmen, wir sind doch nicht mehr in der Steinzeit, wir können uns doch wunderbar dagegen zur Wehr setzen.
Wir sind eigentlich schon viel weiter in der ethischen Diskussion und betrachten Tiere als Mitgeschöpfe und erkennen sie an und billigen ihnen Rechte zu. Ein Abschuss wäre auch bei Graureihern völlig unangemessen, denn es gibt für Teichwirtschaften erprobte tötungsfreie Abwehrmaßnahmen. Die sind im Antrag in der Begründung erläutert. Schäden durch Reiher können so ver- hindert werden. Verdrängungsmaßnahmen und Abschüsse haben bei Vögeln nie einen nachhaltigen Erfolg gebracht.
Wir sind gut beraten, meine Damen und Herren, uns mit den Verhaltensweisen dieser wunderbaren Tiere zu arrangieren. Überdurchschnittliche Schäden sollten wir mit alternativen Abwehrmaßnahmen verhindern, nicht mit der Waffe.
Unterstützen Sie deshalb eine andere Artenschutzpolitik und Tierschutzpolitik in diesem Land, mit einer Beratung und technischer Hilfe, aber nicht mit fast schon mittelalterlich anmutenden Bewertungen und Methoden. Es ist unser Auftrag, diese Tiere zu schützen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Egbert Liskow, CDU: Das haben wir gern gemacht.)
Im Ältestenrat ist vereinbart worden, eine Aussprache mit einer Dauer von bis zu 60 Minuten vorzusehen. Ich sehe und höre keinen Widerspruch, dann ist das so beschlossen. Ich eröffne die Aussprache.
(Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Oha, oha! – Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Zehn Minuten.)
Und zwar ist es folgendermaßen: Die Vogelarten – und jetzt hören Sie mir bitte ausdrücklich zu –, die Vogelarten Kolkrabe,
Ja, was Sie hier die ganze letzte halbe Stunde gemacht haben, ist nichts anderes, als die Verdummung dieses Hohen Hauses vorzunehmen.
(Dr. Ursula Karlowski, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Mir ist bekannt, dass sie unter Schutz stehen, aber Sie haben eine Ausnahmeregelung erlassen.)
Jetzt hören Sie mir mal ganz in Ruhe zu! Und zwar werden wir uns mal an Ihre Kollegin in Rheinland-Pfalz wenden und dann gucken wir uns mal die Zahlen an. Ja, das wollen Sie alles nicht hören.
und im letzten Jahr, meine Damen und Herren, hat es in Rheinland-Pfalz sage und schreibe das Erlegen von 16.000, ich betone noch mal:
Und die Zahlen aus Baden-Württemberg, die sage ich Ihnen jetzt lieber nicht. Fragen Sie mal bei Ihren grünen Kollegen nach! Und das Gleiche gilt im Übrigen – und da ist es in das Jagdrecht aufgenommen worden – sowohl in Baden-Württemberg als auch in Nordrhein-Westfalen.
Das sind die Vorboten, das sind die grünen Vorboten und ich will mich nicht so verhalten wie Ihre Kolleginnen und Kollegen.
(Dr. Ursula Karlowski, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Ja, wenn Ihnen sonst keine Argumente einfallen! Was ist denn mit der Verwaltungsvorschrift?)