Maßnahmen und Einrichtungen gegen Extremismus, Rassismus und Gewalt müssen dort ansetzen, wo Demokratie abgelehnt wird und Toleranz nicht vorhanden ist.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Landesprogramm „Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!“ ist Ausdruck für den gemeinsamen politischen Willen, das Miteinander der Menschen in MecklenburgVorpommern auf der Basis des im Grundgesetz verankerten Demokratieprinzips zu fördern. Demokratie, aus dem Griechischen übersetzt: „Herrschaft des Volkes“,
bedeutet nichts weiter, als die Einhaltung der Menschenrechte zu garantieren. Die Menschenrechte sind im Grundgesetz besonders geschützt.
Dank der Ewigkeitsklausel in Artikel 79 kann selbst eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag diese nicht ändern. Ein ganz entscheidendes Grundrecht ist dabei die Meinungsfreiheit.
Ich will gerne auf Sie eingehen, meine Herren von der NPD. Rechtsextreme berufen sich gerne auf die Meinungsfreiheit.
Wenn sie zu politischen Veranstaltungen nicht eingeladen werden oder ihnen dort das Mikro abgedreht wird, beschweren sie sich:
Doch ganz so einfach ist es nicht. Die Erfahrungen mit dem Ende der Weimarer Republik und dem Umgang in der Nazidiktatur zeigen, dass Demokratie nicht alles tolerieren muss
und dauerhaft umgesetzt werden. Dies gilt insbesondere auch für die Maßnahmen der Regionalzentren für demokratische Kultur.
und die Größe des Einzugsgebietes machen eine Fortführung der Arbeit der Regionalzentren nach 2013 erforderlich. Sie bedürfen einer stetigen Anpassung und Optimierung.
Vor diesem Hintergrund ist das Konzept der fünf Regionalzentren im Land kontinuierlich weiterzuentwickeln und das Landesprogramm „Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!“ fortlaufend umzusetzen.
Das schließt die Gewährleistung einer finanziellen Förderung nach dem Auslaufen der ESF-Förderperiode nach 2013 ein. – Danke schön.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Als ich Ihren Antrag das erste Mal las, kam mir das Geschriebene etwas mager vor. Es schien so, als würde etwas fehlen – und da meine ich jetzt nicht die Begründung, die ist sicher untergegangen. Verständlich bei all der Euphorie, der Mühe und der kostbaren Zeit, die der Verfasser dieser anspruchsvollen Zeilen investierte.
Ich meine auch nicht die Worte „Linksextremismus“ oder „aggressiver Islamismus“, deren Bekämpfung sich zumindest die Bundesinitiative „Demokratie und Toleranz“
noch mit auf die Fahnen schreibt. Nein, was wirklich fehlt, ist eine Person, die symbolisch für den, wie Sie ihn nennen, gemeinsamen Willen steht, die das Miteinander in Frieden und Harmonie für Ihre demokratische Kultur gegenüber den bösen Nazis verkörpert. Vielleicht ein Opfer von rechtsextremistischer Gewalt, das in Zivilcourage und Aufrichtigkeit stellvertretend für Ihr Programm „Demokratie und Toleranz“ steht. Ein Vorteil wäre, dass die Menschen im Lande die personifizierte Demokratie vielleicht besser verstehen.
Ich denke da zum Beispiel an die arme bedauernswerte Rebecca aus Mittweida als Schirmherrin für Ihr Landesprogramm. Die couragierte junge Frau war doch vom bundesweiten „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ für ihr mutiges Eintreten gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet worden.