Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Wie sagt man so schön: Nach den Spielen ist vor den Spielen. – Bei den Paralympics in Paris zeigten die Athletinnen und Athleten großartige Leistungen. Die Paralympics in Paris haben, wie schon die Olympischen Spiele, für viele besondere Momente gesorgt – sportliche wie auch menschliche. Über 2 Millionen verkaufte Eintrittskarten – wir haben es gerade schon gehört – sprechen eine eindeutige Sprache.
Paris war ein toller Gastgeber mit einem begeisterungsfähigen Publikum. Ich konnte am vergangenen Wochenende vor Ort sein und die besondere Magie der Paralympics erleben. Sie präsentieren großartigen Sport und noch viel mehr als das: Bei den Paralympics werden beeindruckende sportliche Leistungen gezeigt. Die Sportlerinnen und Sportler sind Vorbilder für unsere Gesellschaft.
Es war toll, die Atmosphäre vor Ort live erleben zu können – ob beim Judo mit dem enthusiastischen französischen Publikum in der vollen Halle, beim Anfeuern unseres hessischen Startes Daniel Goral oder beim Tischtennis mit der Medaillenzeremonie für Juliane Wolf. Auch konnte ich viele interessante Gespräche führen: mit dem Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees, mit dem Präsidium des Deutschen Behindertensportverbandes und der Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Committees.
Ich muss Ihnen aber sagen, dass mich besonders die Gespräche mit den Sportlerinnen und Sportlern inspiriert und beeindruckt haben. Eine Aussage ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Vielleicht kann Deutschland etwas von den Paralympics lernen. Im Behindertensport fokussieren wir uns nicht darauf, was nicht mehr geht – wir schauen darauf, was geht.
Diese Aussage hallt bei mir nach. Das ist in unserer Gesellschaft leider nicht immer selbstverständlich. Auch hier sind der Behindertensport und seine Akteure ein großes Vorbild für uns alle.
Die Athletinnen und Athleten bei den Paralympics motivieren und inspirieren Menschen mit und ohne Behinderungen. Sie zeigen auf beeindruckende Weise, wozu Menschen mit Einschränkungen in der Lage sind. Sie erzählen der Welt ihre Geschichten und begeistern mit ihren Leistungen. Die Paralympics ändern die Art und Weise, wie viele in der Gesellschaft auf Menschen mit Behinderungen schauen: ohne Mitleid, stattdessen mit Bewunderung und Anerkennung. Auch wurde mir gespiegelt, dass Veranstaltungen wie die Paralympics anderen Menschen mit Behinderungen helfen, ihre Schicksalsschläge besser zu akzeptieren, neuen Lebensmut zu schöpfen und neue Perspektiven zu eröffnen.
Meine Damen und Herren, unsere hessischen Sportlerinnen und Sportler haben sich in Paris großartig präsentiert.
Mehr als 50 % unserer hessischen Athletinnen und Athleten holten eine Medaille. Ich gratuliere daher von ganzem Herzen unseren Parasportlern – Schützin Natascha Hiltrop, Tischtennisspielerin Juliane Wolf, Leichtathlet Felix Streng sowie den Rollstuhlbasketballern Thomas Böhme, Matthias Güntner und Nico Dreimüller – zu ihrem olympischen Edelmetall.
Sie haben das Sportland Hessen herausragend vertreten und bringen mit ihrer Medaille ein kleines Stück vom Eiffelturm mit nach Hessen. Die Erfolge zeigen, dass wir mit der Unterstützung genau richtigliegen, weil sie zum Beispiel Mitglied unserer hessischen Sportfördergruppe Verwaltung sind. Wir unterstützen, Beruf und Sport miteinander zu vereinbaren. Solche Möglichkeiten sind für Leistungssport Treibende von großer Bedeutung. Auch das habe ich in meinen Gesprächen in Paris gehört.
Meine Damen und Herren, die Förderung des Behindertensports und der Inklusion im Sport sind für die Hessische Landesregierung enorm wichtig. Wir fördern die wichtige Arbeit der Behindertensportverbände. Diese Verbände
kümmern sich sowohl um den Breitensport als auch um den Nachwuchsleistungssport, also um die nächste Generation potenzieller Teilnehmender. Unsere Athletinnen und Athleten aus dem Behindertensport sind den olympischen Sportlerinnen und Sportlern in Bezug auf die Unterstützung durch die Sportstiftung und den Olympiastützpunkt selbstverständlich gleichgestellt
und sie haben von der Unterstützung in hohem Maße profitiert. Zusätzlich stellen wir Fördermittel für Vereine und Sportkreise zur Verfügung, die inklusive Maßnahmen an der Basis anbieten möchten. Diese Maßnahmen sind ungemein wichtig, um Menschen mit Behinderungen überhaupt das Sporttreiben zu ermöglichen. Wir sind auf vielen Ebenen aktiv, um dem Sport für Menschen mit Behinderungen die Anerkennung zu verschaffen, die er verdient. Deshalb kann man für diese Sportlerinnen und Sportler gar nicht genug klatschen.
Und wer weiß, vielleicht können wir in ein paar Jahren auch den paralympischen Athletinnen und Athleten in Deutschland zujubeln. Es würde uns allen guttun.
Vielen Dank. – Mir liegen keine weiteren Wortmeldungen vor. So sind wir am Ende der Aktuellen Stunde und haben diese besprochen.
Fünftes Gesetz zur Änderung des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Wasserverbandsgesetz – Drucks. 21/1064 zu Drucks. 21/766 –
Der Berichterstatter, Maximilian Ziegler, ist derzeit nicht im Raum. Dürfte ich eine Kollegin oder einen Kollegen bitten, die Berichterstattung zu übernehmen? – Frau Geis, vielen Dank, dass Sie das so spontan übernehmen.
Frau Präsidentin! Der Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt empfiehlt dem Plenum, den Gesetzentwurf in zweiter Lesung unverändert anzunehmen. Der Beschluss war einstimmig. – Vielen Dank.
Wie Sie gerade gehört haben, ist vereinbart, über den Gesetzentwurf in der Fassung der Beschlussempfehlung abzustimmen. Wer dem Gesetzentwurf seine Zustimmung in der Fassung der Beschlussempfehlung geben kann, den bitte ich um das Handzeichen. – Das sind CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten und die AfD. Fraktionslose Abgeordnete sehe ich nicht im Saal. Somit erfolgte der Beschluss einstimmig. Damit ist der Gesetzentwurf in zweiter Lesung zum Gesetz erhoben.
Die vereinbarte Redezeit beträgt fünf Minuten. Als Erster hat sich Herr Mulch von der AfD zu Wort gemeldet.
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute um 17 Uhr findet die Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum des Landesamtes für Denkmalpflege statt. Es ist schön, dass wir am selben Tag zum Thema Denkmal sprechen können.
In meiner Heimatstadt Wetzlar hängt am Dom, unserem Wahrzeichen, ein Banner. Darauf steht „Der Dom braucht Hilfe“. Ein paar Hundert Meter entfernt von diesem Dom lässt die Stadt ein Mahnmal, das an die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges erinnert, verfallen. Ich kann Ihnen versichern: Dieses Denkmal braucht ebenfalls Hilfe. In meinem Wahlkreis steht eines der bedeutendsten Denkmäler meiner Heimat. Die Mitglieder des Eigentümervereines kümmern sich mit bewundernswertem Engagement im Ehrenamt um die Erhaltung der Burgruine Greifenstein. Diese Höhenburg braucht dringend Hilfe.
Wenn Sie in Google das Wort „Denkmal“ eingeben, erhalten Sie mehr als 60 Millionen Ergebnisse. Wenn Sie Ihre Anfrage präzisieren und „Denkmal in Not“ eingeben, erhalten Sie noch immer mehr als 20.000 Treffer. Wenn Sie in unserer Parlamentsdatenbank das Wort „Denkmal“ eingeben und damit im Register „Reden“ recherchieren, erhalten Sie vier Treffer angezeigt, und zwar vier Treffer für die letzten 25 Jahre.
Allzu viele Fürsprecher scheint also das Denkmal in diesem Haus nicht zu haben. Und dabei geht es dem Denkmal in sehr vielen Fällen nicht nur nicht gut; nein, es geht vielen Denkmälern schlecht. Zu diesem Ergebnis kam auch die FDP, die 2021 eine Kleine Anfrage zum Thema Kulturdenkmäler an das Ministerium richtete. Wenn Sie die Antworten der Staatsministerin a. D., Frau Dorn, lesen, wissen Sie anschließend vor allen Dingen eines: Die Ministerin und ihr Ministerium wussten nicht viel. Auf die entscheidende Frage der FDP nämlich, wie viele der hessischen Kulturdenkmäler restaurierungsbedürftig seien, antwortete Frau Dorn, dass dazu keine Informationen vorlägen.
Diese Bankrotterklärung, dieser kulturpolitische Offenbarungseid wirft zum einen ein Licht auf die Arbeitsweise der von Dr. Naas angeführten Zwergpartei.
Denn was hat die FDP mit dieser unglaublichen Antwort auf ihre berechtigte Frage tatsächlich gemacht? Ich sage es Ihnen: nichts, gar nichts.
Aber deutlich kritischer für das Schicksal unserer Denkmäler als die Untätigkeit der FDP-Kollegen war die Arbeitsweise des Ministeriums, der obersten Denkmalschutzbehörde. Wie will man Denkmalschutz ernst nehmen, wenn der, der unsere Denkmäler schützen soll, nicht weiß, in welchem Zustand sie sich befinden? Kann mir das irgendjemand hier in diesem Hause erklären?
Kann man so arbeiten? Nicht, wenn man weiß, dass der Schutz unserer Kulturdenkmäler Verfassungsrang hat. Ich lese Ihnen noch einmal den in den Reihen der Blockparteien