Was die Kritik an den GRÜNEN angeht, bin ich bei Ihnen. Das ist doch die Partei der Ökosozialisten, die jedwede wirksame Maßnahme zur Bekämpfung der Probleme im Frankfurter Bahnhofsviertel verhindert.
Was den Teil „zu Gast bei Dealern und Junkies“ angeht, möchte ich Ihnen vehement widersprechen. Wir sind trotz der schlechten Politik auf Bundes- und Landesebene und der indiskutablen Zustände um den Frankfurter Hauptbahnhof herum grundsätzlich immer noch ein stolzes Land und ein stolzer Gastgeber dieses wichtigen Turniers.
Lassen Sie uns nun einen kritischen Blick auf einige Aspekte werfen, die in diesem Entschließungsantrag nicht ausreichend berücksichtigt wurden. In Ihrem Entschließungsantrag betonen Sie die Bedeutung des Fair Plays sowie die Ablehnung von Gewalt und Diskriminierung. Das ist richtig und wichtig. Jedes Wochenende spielen Zehntausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihren geliebten Fußball. Der großen Mehrheit muss man die Bedeutung des Fair Plays nicht immer und immer wieder erklären. Sie leben das Woche für Woche auf und neben dem Platz.
Aber wie so oft sind es die Ausnahmen, die für negative Szenen sorgen. Leider treten diese Ausnahmen immer häufiger auf. Bei dem Spiel Dörnigheimer SV gegen die Spielvereinigung Hüttengesäß wurde ein 19-jähriger von einem 27-jährigen mit einem gezielten Schlag gegen den Kopf bewusstlos geschlagen.
Beim Spiel JFC Berlin gegen FC Metz kam es in Frankfurt zu einem besonders tragischen Fall, der Ihnen bekannt sein dürfte. Vergangenes Jahr schlug ein 16-jähriger Marokka
ner vom FC Metz dem 15-jährigen Paul von hinten auf den Kopf. Kurze Zeit später wurde der Junge für hirntot erklärt. Die größte Schande daran ist: Der Täter bekam lediglich zwei Jahre auf Bewährung.
Wir müssen die folgende Realität anerkennen: Es gibt Gruppen, die immer wieder negativ auffallen und für Unruhe sorgen. Die jahrzehntelang gelebte Praxis war es, nach dem Abpfiff die Differenzen auf dem Platz zu lassen und gemeinsam noch ein Bier oder eine Cola zu trinken. Genauso wie bei der generell steigenden Kriminalität sind auch hier bestimmte Tätergruppen wieder stark überrepräsentiert.
Da muss die Politik klare Kante zeigen und durchgreifen, anstatt nur wohlklingende Worte zu formulieren. Reden Sie einmal mit Schiedsrichtern darüber, welche Mannschaften die meisten Probleme verursachen. Die Antwort wird Ihnen höchstwahrscheinlich nicht gefallen. Sie wird schon gar nicht in Ihr Weltbild passen.
Ich möchte einen weiteren Aspekt ansprechen. Dabei geht es um die Rolle der Politik im Sport. Im Entschließungsantrag der Fraktionen der CDU und der SPD steht etwas hinsichtlich der Bedeutung des Demokratieverständnisses, der Toleranz und der Integration im Zusammenhang mit der Europameisterschaft der UEFA im Jahr 2024. Natürlich sind das wichtige Werte, die wir alle teilen sollten. Jedoch bin ich der Meinung, dass der Sport nicht als Plattform für politische Botschaften missbraucht werden darf.
Der Sport sollte in erster Linie Sport bleiben. Es sollten die Leistungen, der Teamgeist und die Fairness im Vordergrund stehen. Die Politik muss darauf achten, dass der Sport nicht zur Bühne für politische Symbolik wird.
Lassen Sie uns die Gäste willkommen heißen und ihnen die bestmögliche Gastfreundschaft bieten. Dabei dürfen wir aber die eigentlichen sportlichen Ziele nicht aus den Augen verlieren.
Wohin zu viel Politik und zu viel Haltung-Zeigen führen können, haben wir in der Vergangenheit anhand unserer Nationalmannschaft sehen können. Diese kämpfte in den letzten Jahren leider mit sinkendem Interesse. Das Binden-Chaos in Katar, die Mund-zu-Geste in Katar und das Zeichensetzen gegen Ungarn, all das ist den Fans gut in Erinnerung geblieben.
Wie Sie sich alle erinnern, hatte der Deutsche FußballBund mit anderen nationalen Fußballverbänden bei der Weltmeisterschaft in Katar angekündigt, mit der sogenannten „One Love“-Binde ein Zeichen zu setzen. Nach der Androhung der FIFA, Strafzahlungen zu verhängen, wurde dieses Projekt schnell wieder eingestellt. Da zeigt sich übrigens, wie schnell sich die Haltung ändern kann, wenn es ums Geld geht.
Die Mund-zu-Geste, die dann zu Beginn des Spiels gegen Japan gezeigt wurde, konnte auch nur durch Druck des Deutschen Fußball-Bundes auf die Spieler erreicht werden.
Ich glaube, ich habe Ihnen beim letzten Mal schon erklärt, wie das mit der Wortmeldung funktioniert. Ich mache das jetzt nicht noch einmal.
Ich möchte noch schnell auf eine Geste der Frau Ministerin Stolz zu sprechen kommen. Frau Ministerin Stolz, ich finde es schön, dass Ihnen die Bratwurst im Stadion am besten schmeckt. Das konnte man in der „Frankfurt Allgemeinen Zeitung“ lesen.
Sie haben 500 Tickets in einer Topkategorie mit bis zu 200 Euro Kosten gekauft und damit dem Steuerzahler rund 90.000 Euro zusätzliche Kosten aufgebürdet. Wohlgemerkt, das geschah in einem Jahr, in dem der Haushalt bereits 2,8 Milliarden Euro mehr Schulden aufweist. Das zeigt, dass Sie das Prinzip der Sparsamkeit nicht verinnerlicht haben.
Wir freuen uns natürlich für die Mitglieder der Sportvereine und für die Familien, die jetzt dieses Fußballfest genießen können. Wir sagen aber auch klar und deutlich, dass dieses Geld in wichtigere Projekte hätte investiert werden müssen.
Abschließend möchte ich diese Gelegenheit nutzen, einen Dank an die vielen Ehrenamtlichen zu richten, die Woche für Woche uns und unseren Kindern ein schönes Hobby ermöglichen. Das bereichert uns oft ein Leben lang. Ihr Engagement ist unverzichtbar und verdient höchste Anerkennung.
Genau deshalb müssen wir sicherstellen, dass diese Menschen nicht nur gelobt, sondern auch aktiv unterstützt und vor allem geschützt werden. Besonders gilt das für die Angriffe und Bedrohungen, denen sie immer häufiger ausgesetzt sind.
Ich fasse zusammen: Die Mitglieder der AfD-Fraktion unterstützen die positiven Ansätze dieses Entschließungsantrags. Wir sehen aber auch die Notwendigkeit, kritische Themen offen anzusprechen und die Politik aus dem Sport herauszuhalten.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Europameisterschaft der UEFA im Jahr 2024 ein sportliches Fest wird, bei dem die Freude am Spiel im Mittelpunkt steht. – Vielen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Der DFB-Kapitän İlkay Gündoğan appellierte zum Start dieses Turniers:
„Wir können bei dieser Heim-Europameisterschaft auf so vielen Ebenen gewinnen. Als gute Gastgeber, als weltoffene Gesellschaft. Und hoffentlich am Ende auf dem Platz. Helft uns bitte, damit unser Traum gemeinsam wahr wird!“
Ich habe das Gefühl, dass zumindest in den ersten Tagen diese Worte gehört wurden – nicht nur wegen des Erfolgs unserer Nationalmannschaft mit diesem bravourösen 5 : 1 gegen Schottland, sondern auch auf ganz anderen Ebenen, und das ist klasse.
Die sozialen Netzwerke sind plötzlich sympathisch. Wir sehen es an vielen Stellen, dass auf einmal Botschaften im Raum sind, über die man sich freut und die man mit einem Lächeln sieht. Gestern am Rande des Abends des Sports hatte mir ein junger Mann gesagt, nach Corona sei es plötzlich wie ausgewechselt.
Es sind positive Nachrichten: Man sieht Bilder feiernder Fans nach dem Spiel in Berlin, ein schottischer Dudelsack spielt plötzlich die deutsche Nationalhymne, und alle liegen sich in den Armen und teilen Freude. In Hamburg tanzen Tausende Niederländer auf der Straße, von rechts nach links, die Hansestadt bebt. In einem Zug von irgendwo nach Frankfurt treffen sich plötzlich Menschen, die gedacht haben, nicht zu gemeinsamen Fanlagern zu gehören, und zwar waren das zahlreiche Fans der slowakischen und belgischen Nationalmannschaften – die saßen plötzlich im Zug zusammen, haben Fußballgeschichten ausgetauscht, Fußballgesänge ausgetauscht, und auf einmal gehen die gemeinsam in ein Fußballstadion und schauen sich dort ein Fußballspiel an. Das sind Bilder, die wir im Moment haben.
In den Stadien erleben wir Kinder, die zusammen mit Stars wie Cristiano Ronaldo, der dann abklatscht, ins Stadion einlaufen und sich wie irre freuen: Das ist ein Erlebnis, das werden die ihr Leben lang nicht vergessen. Was mich persönlich sehr gefreut hat, betrifft den dänischen Nationalspieler Christian Eriksen. Wir erinnern uns alle an die Bilder von 2021, als er auf dem Spielfeld zusammenbrach und wir alle um sein Leben bangten. Er hat das erste Tor für seine Nationalmannschaft geschossen. Das sind die Bilder, die wir sehen, das ist ein toller Start in diese Europameisterschaft.
Auch in den Stadien, den Fanzones und in den Städten verläuft alles recht friedlich. Es gibt einige wenige Ausnahmen; ich kann, ehrlich gesagt, nur zwei erkennen: Bei dem zu Recht von der UEFA als Hochrisikospiel eingestuften Spiel Serbien gegen England gab es im Umfeld des Stadions eine Situation, in der es Ärger gegeben hat. Da wurde schnell und gut reagiert, die Sicherheitskräfte waren gut vorbereitet. Und ja, das Bier hatte einen reduzierten Alkoholgehalt, soll aber nicht schlecht gewesen sein. Das ist am Ende Geschmackssache. Das heißt, es wird auf bestimmte Situationen reagiert, also auch da funktioniert alles.
Auch gestern gab es im Stadion von Dortmund im Spiel der Türkei gegen Georgien Einzelne, die sich nicht so ganz an das gehalten haben, was wir uns wünschen. Das sprechen wir hier auch klar an. Das sind eben diese Einzelnen, die wir auch aus der ersten, zweiten und dritten Liga kennen, die diesen Sport einfach kaputt machen wollen. Da müssen wir alle gemeinsam dagegenhalten und denen ganz klar sagen: Ihr seid nicht Teil dieses Sports und gehört in keine Stadien.