Protocol of the Session on December 7, 2022

Demgemä‰ werden von uns im Doppelhaushalt das Produkt ÄF|rderung von « Schlern mit Migrationshintergrund³ konsequenterweise gestrichen

(Beifall AfD)

und die zugeh|rigen F|rderbeiträge von rund 300 Millionen ¼ im Jahr in ein von uns neu erstelltes Haushaltsprodukt mit dem Titel ÄF|rderung aller Schler mit schulischen Problemen³ berfhrt.

(Beifall AfD)

Hierdurch werden wir der Verantwortung fr gelingende Bildungsbiografien aller unserer hessischen Schler mehr als nur gerecht.

(Beifall AfD)

Meine Damen und Herren, dem Grundsatz der Einheit von Bildung und Erziehung folgend, kam dem sozialistischen Bildungssystem der DDR die Aufgabe zu, alle Kinder zu Äallseitig entwickelten sozialistischen Pers|nlichkeiten³ zu formen. Gemä‰ dieser Zielsetzung verbrachten die Kinder von frhester Kindheit an einen Gro‰teil ihrer Zeit in staatlichen Bildungsinstitutionen. Der Staat hat auf diese Weise ein effektives Instrument geschaffen, um fernab der Eltern die Erziehung der Kinder umfänglich beeinflussen zu k|nnen.

Dies scheint offenbar ganz im Sinne des Bundeskanzlers Scholz zu sein, der bereits 2002 seine Umgebung mit folgendem Zitat kontaminierte:

Die Regierung will mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung eine Äkulturelle Revolution³ erreichen. Wir wollen die Lufthoheit ber unseren Kinderbetten erobern!

Die hierin zum Ausdruck gebrachte Einstellung gegenber Familien ist anma‰end, bergriffig und zynisch.

Vizepräsidentin Karin Mller:

Lassen Sie eine Frage des Abg. May zu?

Nein.

(Beifall AfD)

Sie erinnert mich nicht von ungefähr an die angedeutete sozialistische Herrschaftspraxis. Meine Damen und Herren, Erziehung ist gemä‰ unserem Grundgesetz die vorrangige Aufgabe der Eltern innerhalb der Familie. Das ist fr die AfD nicht verhandelbar.

(Beifall AfD)

Eine schulische Ganztagsbetreuung ist damit sehr wohl verträglich, jedoch mit einer wesentlichen Einschränkung: Die Entscheidung der Eltern fr oder gegen eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder darf schulformbergreifend keine Frage des Familieneinkommens sein. Eltern, die ihre Kinder im familiären Umfeld betreuen wollen, muss dies auch finanziell erm|glicht werden. Nur unter dieser Voraussetzung besteht fr die Eltern eine tatsächliche Wahlfreiheit hinsichtlich ihrer zu treffenden Entscheidungen. Wenn sich Eltern fr eine schulische Ganztagsbetreuung entscheiden, muss diese auch in pädagogisch hochwertiger Form erfolgen. In Hessen ist das derzeit noch eine Ausnahme.

(Beifall AfD)

Dagegen berichten viele hessische Vereine ber Nachwuchsprobleme, deren Ursache von den Verantwortlichen oftmals in der Ganztagsbetreuung gesehen wird. Daher wollen wir mit einem Pilotprojekt ÄVereine gestalten Ganztag³ Grundschulen finanziell dabei untersttzen, Sportund Kulturvereine in die Gestaltung der Ganztagsbetreuung einzubinden. Die hierfr erforderlichen Aufwendungen in den Jahren 2023 und 2024 beziffern wir mit jeweils 2 Millionen ¼.

Weiterhin beantragen wir die Beauftragung und Durchfhrung einer repräsentativen Datenerhebung zur Feststellung des Ganztagsbetreuungsbedarfs ab 2026 und einer darauf basierenden Abschätzung der erforderlichen Finanzmittel.

Ergänzend soll die Datenerhebung ber den Bedarf der hessischen Familien an einer Zu-Hause-Betreuung ihrer Kinder Aufschluss geben, um auch hierfr einen finanziellen Rahmen begrndet setzen zu k|nnen. Das, meine Damen und Herren, versteht die AfD unter einer systematischen Vorgehensweise zur Installation einer hochwertigen Ganztagsbetreuung fr unsere Kinder ± einer Betreuung aus einem Guss und im Zusammenspiel von Schule, Vereinen und, natrlich, Eltern.

(Beifall AfD)

Damit komme ich zum Schluss. Bei der vorgestellten Auswahl unserer Änderungsanträge m|chte ich es belassen. Optimistisch nach vorne blickend, hege ich einmal mehr die Hoffnung, dass der eine oder andere von Ihnen sachliche Grnde ber vermeintliche politische Sachzwänge stellt und unseren Haushaltsanträgen zum Wohle der hessischen Schler zustimmt. ± Ich danke fr die geschätzte Aufmerksamkeit.

(Beifall AfD)

Vizepräsidentin Karin Mller:

Fr die Fraktion der CDU hat jetzt der Abg. Dr. Falk das Wort.

Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn die AfD redet, denke ich oft, das kann doch nicht wahr sein,

(Heiko Scholz (AfD): Dann haben Sie eine Erleuchtung!)

das muss ein Fehler in der Matrix sein. Dann suche ich berall nach einem Ausgang. Man muss hier irgendwie herauskommen. Das kann doch nicht wahr sein, das kann doch nicht passieren.

(Heiko Scholz (AfD): Dann haben Sie sich nicht schlaugemacht! Kommen Sie zum Thema!)

Aber vielleicht finden Sie bald den Ausgang. Ich gebe Ihnen einen kleinen Hinweis: Da ist der Ausgang. ± Das kann doch nicht wahr sein. Man kann es nicht stehen lassen, dass Sie den Bildungserfolg im Land Hessen von einem Migrationshintergrund oder von anderen Merkmalen abhängig machen.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ± Heiko Scholz (AfD): Das machen Sie doch! Sie spielen die Kinder doch gegeneinander aus!)

Das kann nicht wahr sein. Sie wollen hier hetzen, Sie wollen spalten, Sie verdrehen Tatsachen, und Sie konstruieren sich Ihre eigene ± scheinbare ± Realität.

(Heiko Scholz (AfD): H|ren Sie zu! Gott hat Ihnen Ohren geschenkt!)

± Ja, ich h|re Ihnen zu. Wir alle h|ren Ihnen zu. Wir wissen ganz genau, was wir davon zu halten haben.

(Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Freie Demokraten und DIE LINKE)

Auf der Tagesordnung steht heute der Einzelplan 04, der Bildungshaushalt des Landes Hessen. Aber ist es wirklich nur der Bildungshaushalt des Landes Hessen, ber den wir

hier sprechen? Jeder gut ausgebildete junge Mensch ist wichtig fr die Wirtschaft, ist wichtig fr die Hochschulen, ist wichtig fr das Land Hessen. Von daher sprechen wir hier auch ber den Wirtschaftshaushalt, den Wissenschaftshaushalt und den Finanzhaushalt des Landes Hessen. Wo lernen junge Menschen ein Musikinstrument? Wo lernen junge Menschen das Theaterspielen? Wo kommen sie in Kontakt mit Kunst? In der Schule. Deshalb sprechen wir hier auch ber den Kunsthaushalt des Landes Hessen.

(Zuruf Freie Demokraten: Leider kommen sie in der Schule nicht damit in Kontakt!)

Gute Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung fr einen guten beruflichen Weg, fr das Ergreifen eines Berufs. Sie ist Voraussetzung fr das Fhren eines eigenverantwortlichen, selbstbestimmten Lebens. Deshalb sprechen wir heute auch ber den Sozialhaushalt des Landes Hessen. Wer in der Schule soziale Kompetenzen erworben hat und Demokratiebildung hatte, kommt h|chstens als Polizist oder als Justizvollzugsbeamter mit dem Einzelplan 05 oder dem Einzelplan 03 in Kontakt. Deshalb ist das auch ein Haushalt fr das Innenministerium und fr die Justiz.

Wer in der Schule gute Kompetenzen in den Bereichen Energie und Umwelt erworben hat, leistet, im Interesse der nächsten Generationen, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb sprechen wir heute auch ber den Umwelthaushalt des Landes Hessen. Wer Fremdsprachen lernt, um sich mit Menschen in anderen Ländern auszutauschen, sie kennenzulernen, sie wertschätzen zu lernen und sie zu verstehen, trägt auch zur V|lkerverständigung bei, nicht nur in Europa. Deshalb sprechen wir hier auch ber den Europahaushalt des Landes Hessen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, dieser Haushalt ist weit mehr als der Bildungshaushalt. Er ist Hessens Zukunftshaushalt.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Der Kollege René Rock, der gestern angemerkt hat, es werde ihm zu wenig ber Bildung gesprochen, ist leider jetzt nicht da. Jetzt wäre fr ihn die Gelegenheit gewesen, ein bisschen ber Bildung zu erfahren.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Er hat gestern von einem Offenbarungseid gesprochen. Aber er hatte leider einen kleinen Fehler in seiner Rechnung. Das Vorzeichen stimmt nämlich nicht. Das Ergebnis der Rechnung ist nicht negativ, sondern das Ergebnis dieses Bildungshaushalts ist positiv.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

In Hessen sparen wir, leider im Gegensatz zur Bundesregierung, nicht bei der Bildung. Im Jahr 2023, also nächstes Jahr, werden wir 4,9 Milliarden ¼ fr Bildung ausgeben. Das sind 100 Millionen ¼ mehr als im letzten Jahr. Im Jahr 2024 werden wir in Hessen ± das wurde gestern schon gesagt ± 5,1 Milliarden ¼ fr Bildung ausgeben. Das ist ein wichtiger Meilenstein. Wir haben eine Unterrichtsabdeckung von 104 % und eine Lehrerzuweisung von ber 130 % der Grundversorgung. Wir haben mehr UBUSStellen ± unterrichtsbegleitende Untersttzung durch sozialpädagogische Fachkräfte ±, und wir schaffen, wie auch schon gesagt worden ist, in den nächsten zwei Jahren in den Schulen 4.000 zusätzliche Stellen.

Ein Teil der Arbeit ± das ist eine gro‰e Leistung, die die Schulen jetzt erbringen mssen ± besteht in der Integration

und der Beschulung von Flchtlingen, gr|‰tenteils aus der Ukraine. Das brauchen sie nicht mit Mitteln zu schaffen, die sie schon haben, also aus dem Bestand, sondern es sind fr diese zusätzlichen Aufgaben auch zusätzliche Mittel bereitgestellt worden. Das ist ganz wichtig. Dass noch andere Aufgaben hinzugekommen sind, wird auch mit der Schaffung dieser 4.000 Stellen abgebildet.

Fr Schulverwaltungsfachkräfte stellt das Land Hessen den Landkreisen und den Städten als Schulträgern knapp 50 Millionen ¼ zu Verfgung. Dadurch werden Schulverwaltungen und Sekretariate entlastet, und die Schulentwicklungsarbeit kann hier, wie der Kollege May zutreffend gesagt hat, gut durchgefhrt werden.