Protocol of the Session on December 7, 2022

Das sind nur die ersten Bausteine unserer auf fnf Jahre ausgelegten Pflegestrategie. Auf der Grundlage des Pflegeberichts, der Ende nächsten Jahres vorliegen und die Angebote und Bedarfe differenziert nach Landkreisen und kreisfreien Städten sichtbar machen wird, werden wir die notwendigen Ma‰nahmen zur Verbesserung insbesondere der häuslichen Pflege evidenzbasiert definieren, planen und umsetzen. So wird verantwortliche Pflegepolitik gemacht, meine Damen und Herren.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Wir setzen im Doppelhaushalt 2023/2024 au‰erdem einen Schwerpunkt auf die Hebammenversorgung. Wir untersttzen unter anderem die Einfhrung hebammengeleiteter Krei‰säle und f|rdern ein Pilotprojekt am Brgerhospital in Frankfurt zur Untersttzung von Wiedereinsteigerinnen in den Hebammenberuf.

Mit der Schaffung des Landesamts fr Gesundheit und Pflege, die wir morgen beschlie‰en werden, steigern wir die Schlagkraft des |ffentlichen Gesundheitsdienstes in Hessen.

Meine Damen und Herren, jedes Kind in Hessen hat die gleichen Chancen verdient, gut aufzuwachsen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen fr gute frhkindliche Bildung sind gute Fachkräfte, deshalb untersttzen wir als Land die Kommunen bei dieser gro‰en Herausforderung. Im Rahmen unserer Fachkräfteoffensive ist dafr das wichtige und attraktive Modell der praxisintegrierten vergteten Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin besonders wichtig. In drei Jahrgängen haben wir auf diesem Weg schon 1.800 angehende Erzieherinnen und Erzieher gef|rdert, und zwar mit gro‰em Erfolg. Wir haben die Ausbildungszahlen durch diese Landesf|rderung um insgesamt 7,2 % gesteigert ± 7,2 % mehr Erzieherinnen und Erzieher in Ausbildung durch diese Landesf|rderung. Wir setzen dieses Erfolgsprojekt fort, wir finanzieren mit ber 50 Millionen ¼ in diesem Doppelhaushalt zwei weitere Jahrgänge, und so kommen wir auf 1.400 zusätzliche Ausbildungsplätze. Das geht dann ber mehrere Jahrgänge, und das ist auch die Erklärung fr die Fragen, die Sie hier gestellt haben.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Frau Gnadl, wenn Sie die Übergangszeiten in diesem Bereich kritisieren, dann rate ich Ihnen wirklich ± heute frh hat irgendwer gesagt, die SPD sei die Kommunalpartei ±, einmal Ihre Brgermeisterinnen und Brgermeister nach diesem Thema zu fragen. Dann wissen Sie vielleicht, wie die Realität aussieht, und das wrde Ihnen wirklich guttun.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Dann lassen Sie uns auch noch einen Blick auf das Sozialbudget werfen. Das ist der geschtzte Bereich im Haushalt, von dem vor allem Menschen in schwierigen Lebenssituationen und in Armut profitieren. Auch das Sozialbudget

steigt 2023 und 2024 wieder um jeweils 3 Millionen ¼ und erreicht damit 2024 die Rekordsumme von 134 Millionen ¼ ± wenn sich das nicht sehen lassen kann. Mathias Wagner hat gestern vorgestellt, wo wir 2014 gestartet sind und wo wir jetzt sind. Da k|nnen Sie sehen, wie erfolgreich die Sozialpolitik dieser Landesregierung ist.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Davon profitieren ber 200 Familienzentren in Hessen, die es inzwischen gibt, und die wichtigen Arbeitsmarktprogramme ± zwei Bausteine, die ganz wesentlich zur Teilhabegerechtigkeit beitragen und die unsere nachhaltige Politik zur Armutsprävention und Armutsberwindung sttzen. Sie sind aber auch wichtig fr geflchtete Menschen aus der Ukraine, aber auch aus anderen Teilen der Welt.

Mit diesem Sozialbudget investieren wir in den kommenden beiden Jahren rund 9,1 Millionen ¼ in den weiteren Ausbau der Familienzentren. Wir verankern die Sprachund Arbeitsmarktf|rderung mit einer eigenen Programmlinie im Europäischen Sozialfonds Plus.

(Zuruf René Rock (Freie Demokraten))

Wir stellen zusätzliche 5 Millionen ¼ Landesmittel bereit, damit die Qualifizierungsträger der Arbeitsmarktf|rderung ihre Sprachf|rderung ausbauen k|nnen. Und wir stocken 2023 die Mittel fr das Landesprogramm ÄMitSprache ± Deutsch4U³ noch einmal um 1 Million ¼ auf, damit wir dem steigenden Bedarf an alltagsorientierter Sprachf|rderung begegnen k|nnen. Damit stehen fr die beiden Jahre 2023 und 2024 insgesamt 7 Millionen ¼ fr dieses Programm zur Verfgung ± klare Schwerpunktsetzung in einer schwierigen Zeit, dank eines klaren Kompasses dieser Koalition.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Herr Richter, Sie haben sich eben beim Vortrag des Kollegen Martin gegen die eine oder andere Aussage gewehrt, die Ihnen zugeschrieben wurde. Ich glaube, unstrittig ist, dass Sie davon gesprochen haben, wir wrden Täter ignorieren, die nicht in unser Weltbild passten. Ich glaube, so haben Sie es dargestellt.

(Volker Richter (AfD): Das habe ich gesagt!)

Ich finde, es geh|rt schon viel Chuzpe dazu, an einem Tag, an dem die Sicherheitsbeh|rden eine terroristische Vereinigung ausheben, zu deren K|pfen eine ehemalige MdB Ihrer Partei geh|rt, eine solche Behauptung aufzustellen. Sie zeigen mit dem Finger auf andere, und vier Finger zeigen auf Sie zurck.

(Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und Elisabeth Kula (DIE LINKE) ± Robert Lambrou (AfD): Sie vermischen hier Dinge, die nicht zusammengeh|ren!)

Meine Damen und Herren, wir leben in einer Zeit sich berlappender Krisen, teils von erheblicher Dauer. Das fordert alle Brgerinnen und Brger, aber auch alle Verwaltungsebenen, besonders das Ministerium fr Soziales und Integration, in mehrfacher Hinsicht. Deshalb ist es mir heute besonders wichtig, allen Beschäftigten in meinem Ministerium, aber auch allen, die uns von au‰erhalb untersttzen, fr ihren kräftezehrenden Einsatz ausdrcklich zu danken. Hessen bewältigt diese Krisen vor allem wegen ihnen so gut. Vielen Dank.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vizepräsidentin Karin Mller:

Vielen Dank, Herr Staatsminister Klose.

(Minister Kai Klose: Ich bin noch nicht fertig!)

± Ah so; dann weise ich Sie aber darauf hin, dass elf Minuten bald rum sind.

Kai Klose, Minister fr Soziales und Integration:

Mit dem Entwurf dieses Einzelplans ± und mit den Mitteln aus dem Sozialbudget ± legen wir in herausfordernden Zeiten einen gleicherma‰en ambitionierten wie ausgewogenen Entwurf vor. Wir schaffen damit die Voraussetzungen, um die sozialen Folgen der Krisen zu mildern, um gleichzeitig wichtige familien-, arbeitsmarkt-, sozial-, gesundheits- und integrationspolitische Schwerpunkte zu setzen. Deshalb freue ich mich darauf, wenn wir diesen Haushalt beschlie‰en. ± Danke sehr.

(Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vizepräsidentin Karin Mller:

Vielen Dank, Herr Staatsminister Klose. ± Fr eine Kurzintervention hat sich der Abg. Richter zu Wort gemeldet.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Lieber Herr Staatsminister Klose, angesichts des heutigen Tages ist es gerade wichtig, es anzusprechen; denn wir haben die Augen nicht geschlossen vor dem, was geschehen ist.

(Beifall AfD)

Wir finden es auch v|llig richtig, dass diese Razzien stattgefunden haben und dass die entsprechenden Personen jetzt im Prinzip zur Verantwortung fr das gezogen werden, was sie tun. Wir wnschen uns das aber auf der linken Seite genauso. Wir wnschen uns das bei Linksextremisten.

(Beifall AfD ± Zuruf Felix Martin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN))

± Wissen Sie, da k|nnen Sie noch so viel schreien. Gehen Sie doch einfach einmal auf die Internetseite der Antifa Kassel. Dann sehen Sie entsprechende Bilder von uns, wie wir verfolgt werden. Das ist die Realität. Wenn ich mir die Täter anschaue, denke ich gerade ± deswegen habe ich es heute gesagt ± an die zwei Mädchen, die umgebracht worden sind.

(Beifall AfD ± Zurufe)

Das ist furchtbar; und darber darf man in unserem Land nicht mehr sprechen, weil man es sonst angeblich instrumentalisiert. Aber wenn man nicht darber spricht, dann k|nnen wir das doch auch nicht verhindern. Hier geht es gar nicht darum, irgendjemanden gegen den anderen auszuspielen, sondern hier geht es darum, die Dinge einfach beim Namen zu nennen. Sie nennen sie auf der rechten Seite beim Namen. Da bin ich bei Ihnen. Nennen Sie es beim Namen. Kritisieren Sie es. Das mssen wir als Gesellschaft tun. Das mssen auch wir als Partei tun. Aber das mssen die LINKEN ganz genauso tun.

(Beifall AfD)

Wenn Sie heute bei den Reden hingeh|rt haben, haben Sie immer nur vom Rechtsextremismus geh|rt. Sie haben nichts von Linksextremismus geh|rt. Da habe ich ± auch als jemand, der betroffen ist ± im kleinen Ma‰e ± ±

(Saadet S|nmez (DIE LINKE): Was hat das mit dem Einzelplan zu tun? ± Zurufe AfD ± Zurufe)

± Entschuldigung; Sie k|nnen sich berall treffen, wo auch immer Sie wollen. Sie mssen keine Sorge vor Anschlägen haben.

(Robert Lambrou (AfD): Bei ihm waren sie schon zweimal! ± Zurufe DIE LINKE)

Im kleinen Ma‰e haben auch wir Angst vor einer Radikalisierung der linken Seite.

(Unruhe)

Vizepräsidentin Karin Mller:

Ein bisschen Ruhe.

Sie k|nnen den Kopf noch so viel schtteln. ± Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Linksextremismus genauso bekämpft werden muss wie Rechtsextremismus. Damit ist doch eigentlich eine Einigkeit geschaffen; denn das schtzt die Demokratie.

(Beifall AfD ± Zurufe DIE LINKE)

Warum man darber berhaupt diskutieren muss, ist mir ein Rätsel. Es ist mir ein noch gr|‰eres Rätsel, warum sich DIE LINKE darber aufregt, die ganz stark mit der Antifa zusammengeht. Wir haben keine solche Organisation,

(Lachen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE)