Protocol of the Session on October 11, 2023

es wird ein bisschen hin- und hergeschoben, auch zwischen Klimageld und

Brückenstrom. Klar ist, dass wir diese Form von Brückenstrom brauchen. Wir

brauchen es für die Existenz der Stahlwerke, im Wesentlichen, um diesen

Transformationsprozess da hinzuhalten. Was in diesem Zusammenhang klar

ist: Klimawandel lässt sich nur durch Kredite finanzieren. Ansonsten

belastet es die Menschen, ansonsten belastet es die Unternehmen.

Wir haben im Moment eigentlich drei Standortnachteile in Deutschland, mit

denen wir dort schon zu kämpfen haben. Erstens ist es die

Schuldenbremse, die sinnvolle Investitionen verhindert. Zweitens ist es die

Privatisierung der Stromversorger. In Frankreich ist die Finanzierung gar

kein Problem. Da gibt es einen großen staatlichen Energieversorger, der

kriegt das Geld, kann sozusagen seinen eigenen Brückenstrompreis

finanzieren. Wir in Deutschland haben erst mal die Übergewinnsteuer

abgeschafft beziehungsweise auslaufen lassen. In den ersten vier oder fünf

Monaten waren es 400 Millionen Euro an Einnahmen, die da gekommen

sind. Das lassen wir einfach weg. Deswegen kommen wir zum dritten

Problem, das wir haben: Das ist die FDP in der Bundesregierung. Die steht

da mit beiden Füßen auf der Bremse. Deswegen müssen wir auch dringend

von Bremen ein Signal setzen: Wir brauchen das Klimageld wegen der

sozialen Gerechtigkeit, und wir brauchen den Brückenstrom für den

Transformationsprozess. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

(Beifall DIE LINKE, SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Als nächstes erhält der

Abgeordnete Martin Michalik das Wort.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr

geehrte Damen und Herren, liebe Gäste! Es ist schon ein dickes Ding, dass

die Koalition gerade dieses Thema heute auf die Tagesordnung für die

Aktuelle Stunde setzt, denn ich meine mich zu erinnern, dass sowohl die

SPD als auch die Grünen in Bremen und im Bund regieren. Sie haben

eigentlich das Heft des Handelns in der Hand. Sie versuchen jetzt in dieser

Aktuellen Stunde, den Brückenpreis für Strom und das Klimageld irgendwie

in Verbindung zu bringen. Aber wenn wir uns ehrlich machen: Worüber

reden wir hier? Über die nicht eingelösten Versprechen der

Bundesregierung?

Das Klimageld steht im Koalitionsvertrag. Der Bundeskanzler Olaf Scholz

hat im Wahlkampf mit dem Industriestrompreis geworben, er sagte 2021,

4 Cent pro Kilowattstunde. Wir haben jetzt Ende 2023, und wir haben

immer noch keine Lösung, nur Streit in der Koalition. Die letzten Bremer

Stimmen, die ich dazu gehört habe, waren Sonntag und Montag im „Weser

Report“ in der Spalte Pro und Contra. Da hat sich der Fraktionsvorsitzende

der SPD geäußert und Herr Dr. Schröder von der FDP, und es liest sich im

Kern so: SPD sagt Stahlwerk, FDP sagt, Markt regelt das irgendwie.

Die Grünen – oder, es waren die Grünen, jetzt ist es ist es die Koalition –

erwähnen auch noch mal das Stahlwerk, lassen dabei aber völlig außen vor,

dass wir noch viel mehr Industrie in Bremen haben. Wir haben auch andere

energieintensive Unternehmen wie Kaffeeröstereien, Fliesenbrennereinen.

Wir haben Konzerne wie Mercedes-Benz und Airbus hier. Deswegen finde

ich, dass Sie da zu kurz greifen in Ihrer Begründung.

(Beifall CDU)

Sie versuchen auch, in der Begründung und jetzt in Ihren Redebeiträgen ein

sehr komplexes Thema in zwei Sätzen runterzubrechen, und das klappt