Protocol of the Session on October 11, 2023

hineinschlittern, und es sind sehr lange Prozesse, um das überhaupt

bewusst zu machen und um es dann entsprechend abzubauen. Das ist ein

Zeitfaktor, den man nicht unterschätzen darf. Da ist eine Drogenhilfe, die

darauf eingeht, und das ist bei allen Abhängigkeitsstrukturen so, egal, wo

wir hingucken – –, dass wir uns dem nähern müssen, dass wir den

Menschen nicht von vornherein eine kriminalisierte Botschaft

entgegensetzen, sondern dass wir sie auffangen müssen.

Das, glaube ich, ist der einzige Ansatz, den Bremen hier verfolgt, der

überhaupt zum Erfolg führen kann.

Haben Sie eine weitere Zusatzfrage? – Bitte

sehr!

Vor dem Hintergrund von Ihnen

auch hier heute beschriebenen Entwicklungen bei Suchtkranken: Geben Sie

mir recht, dass die in der Anfrage angesprochene, angebliche Ausweitung

und Verbesserung bei Hilfs- und Unterstützungsangeboten erstens völlig

faktenfrei dargestellt ist und zweitens wir eigentlich eher zu einer

deutlichen Ausweitung dieser Unterstützungsangebote kommen müssen –

auch hier wieder, um den Suchtkranken adäquat helfen zu können und um

Beschaffungskriminalität zu minimieren?

(Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Das ist ja eine super Frage.)

Ich kann das nur unterstreichen, ich komme

gerade von einem Fachtag der Wilden Bühne, und da ist ziemlich deutlich

geworden, in welchen Zusammenhängen man überhaupt ansetzen muss. Es

ist eine Krankheit, das darf man nie vergessen.

(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

Wir müssen uns dem vom gesundheitlichen Aspekt nähern, und ich finde es

einfach wichtig, dass wir solche Einrichtungen und Projekte haben, die

wirklich institutionalisiert werden müssen, um dem relativ früh Einhalt zu

gebieten, damit man sich damit auseinandersetzt, schon allein von dem

Aspekt her, was es für Gefahren birgt. Wir müssten sehen, dass wir das in

den Familien, für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung stellen. Nur

dann funktioniert es, dass es langfristig wirkt.

Eine weitere Nachfrage der Abgeordneten

Sina Dertwinkel. – Bitte sehr!

Frau Senatorin, Sie sind ja vorhin

auf die Substitution mit Diamorphin eingegangen. Könnten Sie auch noch

mal auf den geplanten Umzug der Methadonausgabestelle von AMEOS

eingehen, wie konkret die Pläne jetzt sind, da wir in der vergangenen

Gesundheitsdeputation leider nicht wirklich dazu kamen, das zu behandeln?

Wie Sie wissen, ist die Methadonausgabe

und übrigens auch die Diamorphinambulanzplanung unter der Ägide von

AMEOS angesiedelt. Wir haben erfahren, dass diese Einrichtung relativ

zentral in der Mitte Problematiken aufweist bezüglich der Mietverträge. Der

ist jetzt glücklicherweise verlängert worden, sodass es möglich ist, eine

entsprechende Niederlassung und Ansiedlung in greifbarer Nähe zu finden.

Wir unterstützen das, ich würde mal sagen, im nicht so öffentlichen Bereich,

weil das nicht direkt unser Zugriff ist. Das ist völlig klar, dass AMEOS das

mit den Krankenkassen und jeweils den Vermietern und

Immobilienbesitzern aushandeln muss. Wir sind da im Hintergrund

beratend tätig, aber ich kann Ihnen versichern, dass wir das mit Hochdruck

tun und versuchen, entsprechende Schwierigkeiten zu lösen.