Protocol of the Session on October 11, 2023

handeln, wenn es uns nicht gelingt, die Erderwärmung zu verlangsamen, von

„stoppen“ will ich gar nicht träumen, dann werden wir die

Lebensgrundlagen auf diesem Planeten für die Menschen und für die Natur

vernichten. In zweiter Linie: Neulich gab es im Radio eine Meldung, dass

ungefähr 42 Millionen Kinder nur aus Gründen des Klimawandels auf der

Flucht sind. Wenn man sich solche Dinge mal noch mal vergegenwärtigt

und sie zurückholt nach Deutschland, nach Bremen, dann weiß man, wie

brisant die Lage ist und wie dringend Handeln notwendig ist.

(Beifall DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen)

Auf der anderen Seite haben Menschen auch eine hohe Neigung – wie hat

Bertolt Brecht formuliert –: Erst kommt das Fressen und dann die Moral. Das

ist jetzt gar nicht abwertend gemeint, sondern ist ein Überlebensinstinkt.

Wenn man sich das anguckt vor dem Hintergrund dessen, was für den

Klimaschutz notwendig ist, dann ist es doch klar, dass Menschen, die über

relativ wenig Einkommen verfügen, zunächst mal dafür sorgen, dass sie in

irgendeiner Weise am Leben teilnehmen oder überleben wollen. Wenn wir

diesen Menschen nicht helfen, in diesen Zeiten, in diesem

Transformationsprozess zu bestehen, dann haben wir auch nichts gekonnt.

Wenn es nicht gelingt, den Kampf gegen den Klimawandel sozialverträglich

zu organisieren, wird er scheitern, weil wir dann die Akzeptanz der

Menschen für diese Maßnahmen verlieren.

Deswegen ist das Klimageld eine gute Möglichkeit, die sozialen

Verwerfungen, die unter Umständen auch mit den Konsequenzen dessen,

was wir im Rahmen des Klimaschutzes tun müssen, wenn wir diese

Verwerfungen zumindestens begrenzen. Das Prinzip gilt: Der Preis für den

CO2-Ausstoß pro Tonne soll von 30 auf 40 Euro erhöht werden. Das

bedeutet, alle, die fossile Energieträger verbrennen, müssen diesen Preis

bezahlen. Der wird sich umlegen auf die Preise, auch für Lebensmittel und

anderes mehr. Diese Mehreinnahmen, die generiert werden, sollen

umgesetzt werden oder sollen verteilt werden in Form einer Pauschale an

alle Menschen in der Bundesrepublik.

Der Mechanismus hat zur Folge, dass Menschen, die viele Produkte mit

einer hohen CO2-Belastung kaufen, mehr bezahlen. Die können sich das

auch in aller Regel leisten. Menschen, die sich das nicht leisten können,

kriegen über die Pauschale mehr Geld zurück, als was sie durch die

Erhöhung bezahlen. Das finde ich einen sehr interessanten und auch

wichtigen und notwendigen sozialen Ausgleich im Rahmen des

Klimaschutzes.

Die Frage: Wie wird das finanziert? Der Trick war eigentlich: Durch die

Erhöhung der CO2-Pauschale hat man das Geld, einen Teil, 70 Prozent

dessen wieder zurückzugeben an die Menschen. Im Moment sieht es so

aus, als ob wir in Deutschland keinen Weg finden, das Geld auch den

Menschen zukommen zu lassen. Ich frage mich, warum es tatsächlich nicht

schneller geht und warum wir bis 2025 warten müssen, weil wir in einem

Land wie Deutschland offensichtlich nicht in der Lage sind, ein solches

Verfahren in einer Geschwindigkeit auf den Weg zu bringen, dass es den

Menschen schneller hilft als vor 2025. Diese Frage müssen wir uns stellen,

und diese Frage muss sich die Bundesregierung auch gefallen lassen, dass

sie da an der Stelle zu langsam ist und möglicherweise zulegen muss.

Der zweite Bereich, über den wir heute diskutieren – –.

Also abschließend: Dieses Klimageld ist gut, dieses Klimageld muss