Protocol of the Session on October 11, 2023

Nun lasse ich über den Antrag der Fraktionen der SPD, Bündnis 90/Die

Grünen, DIE LINKE, der CDU und der FDP mit der Drucksachennummer

21/106 abstimmen.

Wer diesem Antrag seine Zustimmung geben möchte, den bitte ich um das

Handzeichen.

Ich bitte um die Gegenprobe.

Stimmenthaltungen?

Ich stelle fest, die Bürgerschaft (Landtag) stimmt dem Antrag zu.

(Einstimmig)

(Beifall)

Aktuelle Stunde

Meine Damen und Herren, für die Aktuelle Stunde ist von den Abgeordneten

Dr. Emanuel Herold, Dr Henrike Müller und Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

und auf Antrag der Abgeordneten Klaus-Rainer Rupp, Muhlis Kocaağa,

Nelson Janßen, Sofia Leonidakis und Fraktion DIE LINKE sowie der

Abgeordneten Derik Eicke, Mustafa Güngör und Fraktion der SPD folgendes

Thema beantragt worden:

In der Krise auf Transformationskurs bleiben: Befristeten

Industriestrompreis einführen, Klimageld auf den Weg

bringen!

Dazu als Vertreterin des Senats Senatorin Kristina Vogt.

Die Beratung ist eröffnet.

Als Erstes hat der Abgeordnete Dr. Emanuel Herold das Wort.

Sehr

geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Die

wirtschaftspolitische Herausforderung der Stunde besteht darin, die

Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu sichern, während wir den Umbau

unserer Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität vorantreiben. Die Antworten

auf diese Herausforderungen sind vielschichtig. Nach meiner Überzeugung

gehören zwei Bausteine aber auf jeden Fall dazu: erstens ein zeitlich

befristeter Industriestrompreis, der energieintensive Betriebe unterstützt,

und zweitens ein Klimageld, das die Transformation für breite Teile der

Bevölkerung dauerhaft gerechter gestaltet.

(Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD)

Bei allen strukturellen Problemen, die der Wirtschaftsstandort Deutschland

hat, möchte ich zu Beginn gerne betonen, dass wir nicht in einer derart

zugespitzten Lage wären und diese Themen mit derart großer Dringlichkeit

diskutieren müssten, hätte nicht Russland den Krieg gegen die Ukraine vom

Zaun gebrochen. Wir diskutieren heute also abermals, wie wir uns gegen die

Folgen dieses Krieges, die uns betreffen, behaupten können.

Die Bundesregierung hat mit Blick auf den Ukrainekrieg und die daraus

folgenden Energiepreissteigerungen bekanntermaßen als Instrumente der

Krisenbewältigung die Preisbremsen für Strom und Gas eingeführt. Diese

reichen jedoch nicht aus, und jetzt zitiere ich aus dem Bundesratsbeschluss

vom 29. September: „Sie reichen nicht aus, um die bestehende

Existenzgefährdung der hiesigen Industrie zu kompensieren oder gar ihre

Investitionsfähigkeit und Transformation zu unterstützen.“

In einem Bundesland wie Bremen, das stark von industrieller Wirtschaft

geprägt ist, treffen sämtliche Debatten, die irgendwie um Schlagworte wie

Deindustrialisierung kreisen, natürlich auf besonders hellhörige Ohren. Die

Sorgen vor Arbeitsplatzverlust, die Sorgen vor finanzieller Überforderung