Protocol of the Session on October 11, 2023

Erneuerbaren eine wesentliche Rolle spielen. – Herzlichen Dank!

(Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

Als nächster Redner der Abgeordnete Arno

Gottschalk.

(Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Zweimal SPD, das ist gewagt. Strategisch ist das unklug. Das ist jetzt die Erwiderung auf Herrn Stahmann!)

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen

und Kollegen! Ich sehe, dass die Opposition wieder unerfüllbare Wünsche

hat. Wollen wir es mal sehen. Es ist so – Volker Stahmann hat es sehr

eindrücklich geschildert, die Situation im Bereich Wirtschaft, Industrie, im

Bereich der energieintensiven Branchen –, die hohen Energiekosten – und

das ist nun mein Part – belasten aber auch die privaten Haushalte und die

belasten insbesondere die einkommensschwachen Haushalte.

Es gibt dazu eine interessante neue Studie, bei der sozusagen Mikrodaten

ausgewertet worden sind von fast 5 000 Haushalten. Es wird dort

erkennbar, dass von März 2022 bis Juni 2023 die monatlichen

Abschlagszahlungen von den Haushalten im Schnitt zwischen 45 und

60 Euro gestiegen sind, das heißt, im Jahr 500 bis 700 Euro. Relativ

gesehen ist das ein Preisanstieg um 33 Prozent, also ein ganzes Drittel.

Interessant ist jetzt Folgendes: Für die wohlhabenden Haushalte ist das

alles völlig verkraftbar. Der Anteil der Energiekosten bei den 20

einkommensstärksten Prozent der Haushalte liegt auch nach diesem

Anstieg um ein Drittel nur bei vier Prozent des gesamten Einkommens. Das

ist völlig verkraftbar. Ganz anders sieht es aber am anderen Ende der

Einkommenspyramide aus. Der Anteil der Energiekosten am

Haushaltseinkommen beträgt nun bei den 20 Prozent der Haushalte mit

den niedrigsten Einkommen im Durchschnitt 16 Prozent, das heißt, das 4

Fache von dem, was auf der anderen Seite der Einkommenspyramide ist.

Wenn man sich die anschaut, die nächsten 20 Prozent

einkommensschwacher Haushalte, dann ist es auch dort ein dreimal so

hoher Anteil wie ganz oben.

Jetzt muss man wissen, liebe Kolleginnen und Kollegen, nach einer

Faustformel gilt: Wenn die finanzielle Belastung eines Haushalts bei über

zehn Prozent liegt, dann droht die finanzielle Überlastung. Das war im Juni

dieses Jahres bei knapp 90 Prozent der unteren Einkommenshaushalte der

Fall. Wenn man das erweitert auf die unteren 40 Prozent, so waren das

immer noch 70 Prozent aller Haushalte, die bei den Energiekosten im

Überlastungsbereich des gesamten Haushaltes lagen.

Ich denke mir, es ist hier allen klar im Raum, welch enormer sozialer und

politischer Sprengstoff in diesen Verhältnissen liegt. Es ist deshalb klar,

dass wir über den heutigen Tag hinaus, wo ja noch Energiepreisbremsen

gelten bis ins Frühjahr nächsten Jahres, im Blick haben müssen, dass

nachhaltig steigende CO2-Zertifikate einen dauerhaften Druck in dieser

Richtung entfalten werden. Es ist deshalb nach unserer Überzeugung

unabdingbar, dass wir dort eine begleitende Abfederung dieser

Kostensteigerungen haben müssen.

Da ist das Klimageld auch nach unserer Überzeugung ein wichtiges

Instrument. Es ist schon geschildert worden, wie es wirkt. Man könnte

natürlich, wie hier aus der Opposition kam, fragen: Müssen denn auch die

oberen Einkommenshaushalte auch davon was kriegen? Ja, das kann man

fragen, aber man muss natürlich jetzt erst mal sehen: Wie kann man es

denn auch politisch durchsetzen, auch in einer Regierung, wo nicht alle dem