Also, das Problem ist doch, dass Sie sich hinstellen und gesagt wird, es werde nichts für Frauen getan.
Das ist einfach falsch. Sie fordern in Ihrem Antrag, ressortübergreifendes Umsteuern sei überfällig,
und Sie beziehen das auf zwölf Jahre Rot-Grün. Ich sage Ihnen, in dem Koalitionsvertrag sind jede Menge Punkte zu Chancengleichheit für Alleinerziehende, stärkere Ausrichtung am Arbeitsmarkt.
Wenn ich das einmal zusammenfasse – –. Ich meine, Sie können sich noch melden, eine Kurzintervention wäre noch möglich. Wenn Sie – –.
Die Aktuelle Stunde war sozusagen: Ressortübergreifendes Umsteuern ist überfällig. Dazu kann ich nur sagen, Stempel darauf, erledigt durch Praxis. – Danke!
(Abgeordneter Röwekamp [CDU]: Da hätte lieber die Kollegin noch einmal reden sollen! – Unruhe – Glocke)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Das ist das erste Mal, dass ich auf der Senatsbank sitze und nicht mehr dort vorn. Es ist mir schwergefallen nicht dazwischenzurufen bei etwas derartig Verlogenem, was ich hier teilweise
gehört habe – mir schwirrt der Kopf. Ich muss einmal ganz ehrlich sagen, Herr Röwekamp, Sie fangen an, indem Sie in Ihrem ersten Beitrag über Alleinerziehende reden, um danach über Frau Wischhusen schlecht zu reden und zu sagen: Wir wollen aber über Frauenarbeitslosigkeit reden.
denn, wenn Sie, Herr Röwekamp, hier über die strukturelle Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt reden und über Ihre Konzepte, Frauen sollen doch dann in die Pflegeberufe gehen, dann ist das Teil des Problems, warum Frauen, zum Beispiel als Alleinerziehende, arbeiten und aufstocken müssen und hinterher keine Rente bekommen. Das ist so etwas von vorgestern, in einem Industriestandort hier so aufzutreten und zu meinen, damit würde man die Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt und die Lohnlücken bekämpfen.
Nein, sie sollen nicht arbeitslos sein, aber Ihre Rhetorik, die Sie hier gebracht haben, dann sollen sie doch in die Pflegeberufe gehen,
da haben wir sowieso einen Fachkräftemangel, löst überhaupt kein Problem, vor dem Frauen in Bremen stehen, nämlich der Tatsache, dass die Lohnlücke bei Frauen ganz besonders groß ist, weil wir ein Industriestandort sind, an denen die gut bezahlten Arbeitsplätze meistens von Männern besetzt sind
und die typischen Frauenberufe, oft auch mangels Tarifpartner, ohne Tarifverträge – und von Allgemeinverbindlichkeit reden wir hier gar nicht – völlig willkürlich bezahlt werden. Ich weiß das, ich war 14 Jahre Rechtsanwaltsfachangestellte. Ich habe für neun Euro in der Stunde gearbeitet und für zwölf Euro. Ich habe 30 Arbeitstage Urlaub gehabt oder 24 Werktage, denn es gibt unwahrscheinlich viele Bereiche, in denen Frauen arbeiten, wo es keine tariflichen Regelungen gibt und keine Allgemeinverbindlichkeit, und von Tarifentgeltgleichheit kann erst recht keine Rede sein.
Ich muss mich wirklich beruhigen. Ich habe das Gefühl gehabt, okay, ich führe hier eine Debatte, die hätte ich vor 20 Jahren so von der CDU erwartet,