Auch das Green-IT-Housing-Center der Universität Bremen wurde erwähnt, das ist auch löblich und es funktioniert auch und damit hätte man das zum Beispiel bei den Antworten einfach breiter schlagen können. Man hätte definieren können, wie es funktioniert, erklären können. Aber auch das fällt in ein paar Sätzen aus und bringt mich an der Stelle auch nicht viel weiter.
Wir haben auch gerade schon den Punkt der Sektorenkopplung gehört, aber auch das ist hier relativ dünn beantwortet. Es ist auch so, dass wir uns mit vielen dieser Fragen natürlich in der Enquetekommission beschäftigen und das sind hochkomplexe Fragen und da müssen auch viele Köpfe zusammengesteckt werden. Aber gerade hier hätte ich erwartet, dass gerade der Senat das komplett auf dem Schirm hat, aber es ist offensichtlich, dass dieser Bereich der Fern- und Nahwärme, anscheinend nie eine große Rolle gespielt hat.
Aus Sicht der CDU-Fraktion kann ich nur sagen, anscheinend beschränken sich die Antworten hier auf die Rechenzentren, ein bisschen Abwärme und ja, auch ein Lobpreislied auf die Bundesministerin Svenja Schulze, aber an sich war das Ganze einfach sehr mager und es liegt vor allem auch daran, dass die Fragen extrem einseitig gestellt wurden. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleg:innen. Wenn wir momentan über Digitalisierung reden, dann fallen uns gerade jetzt dutzende Vorteile ein: Homeoffice statt überfüllte Büros, Videokonferenzen statt Sitzungen und auch noch wegfallende Fahrten zum Sitzungsort, kontaktloses Arbeiten durch Click & Collect, der normale Onlinehandel, bargeldloses Zahlen, Homeschooling, Streamingdienste, die uns alle Lieblingsfilme und Serien in Dauerschleife senden, Kontakthalten mit Familie und Freunden über Messenger-Dienste und Portale wie Zoom und Skype, die Liste lässt sich endlos fortsetzen.
Auch für Umwelt und Klima bieten sich unendliche Möglichkeiten an, wie die Digitalisierung uns helfen kann, Ressourcen zu sparen und wichtige Umweltinformationen auszuwerten. Zurzeit jedoch kann davon nicht die Rede sein, dass die Digitalisierung für das Klima und die Umwelt von Vorteil ist, das Gegenteil ist der Fall, und mein Kollege Philipp Bruck hat es vorhin auch schon gesagt und ausgeführt.
Werfen wir also zuerst einen Blick auf die negative Seite der Informations- und Kommunikationstechnologien: Ein Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs geht bereits jetzt auf das Konto der Digitalisierung. Rund zwei Prozent des deutschen Stromverbrauchs gehen auf Informations- und Kommunikationstechnologien zurück. Laut einer Studio aus 2015 ist zehn Minuten Videostreaming auf einem Smartphone genauso energieintensiv als würde man einen E-Herd fünf Minuten auf der höchsten Stufe laufen lassen. Hochgerechnet bedeutet das, dass die digitalen Technologien fast doppelt so viele CO2-Emissionen verursachen, wie der gesamte Flugverkehr. Die Digitalisierung ist für vier Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, das sind die Emissionen von Deutschland und Kanada zusammen.
Der Onlinehandel schafft nicht nur erleichtertes Einkaufen in Pandemiezeiten, nein, er sorgt für riesige Transportwege, Retouren und Verpackungsmüll und Umweltbelastungen, ganz abgesehen von teilweise äußerst miesen Arbeitsbedingungen und Steuerverhalten der entsprechenden Großkonzerne.
lange nicht mehr nur um PCs, Laptops und Smartphones, sondern auch um Technologien wie Smarthome et cetera. Einerseits sind da die mobilen Endgeräte, die viel Strom verbrauchen, andererseits stehen auch irgendwo die Server, die einen riesigen Bedarf an Energie haben und zudem gekühlt werden müssen, was zusätzliche Energie benötigt.
Schätzungen zufolge wird der Energiebedarf der Rechenzentren, gemessen an den Jahren 2015 bis 2025, um 60 Prozent beziehungsweise der CO2Ausstoß auf acht Prozent steigen. Das wäre mehr als der Ausstoß des Kfz-Verkehrs. Der Energiebedarf für die Produktion und die Entsorgung sind da noch gar nicht eingerechnet, ganz abgesehen von den Ressourcen, die abgebaut werden, um uns die Digitalisierung zu ermöglichen. Und was machen wir damit? Recyceln wir? Bisher so gut wie gar nicht. Rund 124 Millionen alte Handys lagerten im Jahr 2018 ungenutzt in deutschen Hallen herum. Elektroschrott wird illegal entsorgt. Die Digitalisierung ist so, wie wir sie jetzt handhaben, nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Auch wenn die Digitalisierung Vorteile bietet, solange Nachhaltigkeit und Digitalisierung nicht Hand in Hand gehen, bringt jeder Vorteil auch einen Nachteil und wir schaffen einen Teufelskreis.
Energieeffizienz und Umweltschutz durch die Digitalisierung geht nur bei gleichzeitiger Betrachtung der Vor- und Nachteile. Die umweltpolitische Agenda soll sich nun ändern und nimmt genau diesen Teufelskreis in den Blick, will Lösungen für die Ressourcenfragen finden und gleichzeitig Möglichkeiten für Klima- und Umweltschutz durch die Digitalisierung aufzeigen. Sie beinhaltet vier Maßnahmenpakete mit insgesamt über siebzig Einzelmaßnahmen aus den Bereichen Mobilität, Naturschutz, Land- und Wasserwirtschaft und Industrie 4.0, die teilweise auch schon in der Umsetzung sind, auch in Bremen. So zum Beispiel dadurch, dass IT-Produkte nach den Kriterien des Blauen Engels zertifiziert angeschafft werden und Dataport als zentraler IT-Dienstleister Bremens bei Ausschreibungen für Hardware und Dienstleistungen Energieeffizienz und Umweltschutz berücksichtigt.
Auch im gesamten Masterplan „Green City“ finden sich Maßnahmen aus der umweltpolitischen Digitalagenda in den Bereichen Verkehrsplanung, Digitalisierung, autonomes Fahren. Neben der Digitalagenda gibt es auch noch den IT-Planungsrat mit seiner Arbeitsgruppe zur Green-IT, in der
Bund, Länder und Kommunen vertreten sind, natürlich auch Bremen. Insbesondere geht es hier um Ressourcen und Stromverbrauch durch die IT und durch die benötigten Rechenzentren. Laut Anfrage unterhält Bremen sechs Rechenzentren in Eigenregie. In einer Senatsantwort von 2018 auf die Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen werden aber auch fünf eigene Rechenzentren für die Stadt Bremen und ein Rechenzentrum für die Stadt Bremerhaven genannt. Hinzukommen – das wurde auch schon erwähnt – unzählige Rechenzentren der privaten Unternehmen, über die der Senat leider nur sehr ungenau Auskunft geben kann. Und dann auch noch das Green-IT-Housing-Center der Universität Bremen, das nicht als klassisches Rechenzentrum betrieben wird.
Warum das Rechenzentrum der Hochschule Bremen nicht benannt wird, ob es sich hierbei nicht um ein klassisches Rechenzentrum handelt, erschließt sich mir hier leider nicht. Positiv jedenfalls ist, dass Dataport, auch wenn es kein eigenes Rechenzentrum in Bremen unterhält, ansonsten versucht, so energieeffizient und ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten. Die Rechenzentren in Alsterdorf und Norderstedt werden ausschließlich mit regenerativem Strom versorgt. Die Abwärme heizt Sporthalle und Büros, die Energieeffizienz konnte in den letzten Jahren stark erhöht werden, wodurch auch die betriebsnotwendige Energie gesenkt werden konnte.
Auch das Rechenzentrum in Bremerhaven wird mit regenerativem Strom versorgt. Es wird in freier Kühlung betrieben und durch Investitionen der Technik konnte der Verbrauch des Rechenzentrums um ein Viertel gesenkt werden. So weit, so gut. Aber reicht das alles? Sind wir hier in Bremen auf den Weg zu einer grünen, also Umwelt- und klimafreundlichen IT? Ich glaube, da geht noch mehr.
Grundsätzlich müssen wir den Weg, den wir schon eingeschlagen haben, zügig vorangehen. Überall, wo es nur möglich ist, müssen wir energieeffizienter und ressourcenschonender werden. Der Ausbau von PV auf unseren Gebäuden muss dringend beginnen. Damit können dann auch unsere Büros und unsere IT-Geräte betrieben werden. Auch Beratungs- und Weiterbildungsangebote für Unternehmen, wie zum Beispiel die Energievisite für energiesparsame Serverarchitektur oder Seminare zum Thema Energieeffizienz und Digitalisierung, beides von Bremer Energie-Konsens GmbH, können noch ausgebaut und erweitert werden.
Ein paar Anregungen aus der Senatsantwort konnte ich auch ziehen beziehungsweise sind mir auch neue Fragen gekommen. Die meisten privaten Rechenzentren befinden sich in bestehenden Bunkeranlagen. Wem gehören denn diese Bunkeranlagen? Nutzen diese Unternehmen PV-Anlagen? Könnte man da nicht Kooperationen eingehen? Schließlich soll die Statik von Bunkeranlagen nicht das Problem sein, die sonst oft das Hindernis für PV auf Bestandsgebäuden ist. Zum anderen sind da Verbraucher:innen. Hier braucht es Angebote für Reparatur und Recycling von defekten Geräten und mehr Beratung und Aufklärung zum energieeffizienten Nutzen von digitalen Medien. – Ich danke für die Aufmerksamkeit!
Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wir haben eine konkrete Große Anfrage und wir haben eine große Debatte über Zukunftsvisionen. Und so habe ich Arno Gottschalk verstanden und so verstehe ich das Ansinnen der Fragesteller, nämlich hier die Frage aufzuwerfen: Wie weit sind wir eigentlich schon, um mit Technik Klimaschutz zu erreichen, um Klimaschutz durch Digitalisierung, durch die Technik der Jetztzeit zu ermöglichen? Und da sind natürlich etliche Fragen offen, etliche Fragen nicht gestellt, etliche Fragen auch nicht beantwortet.
Wir können aber feststellen: Man will sich auf den Weg machen, und wir Freien Demokraten sagen: Ja, man muss sich auf den Weg machen, weil wir Klimaschutz nicht erreichen werden, indem wir hingehen und sagen: Wir verzichten, wir werden allein effizienter. Nein, wir werden es nur dann erreichen, wenn wir auch bereit sind, Technik einzusetzen. Denn eine reine Verzichtswelt wird es nicht erreichen, dass wir mit der Menschheit an Ressourcen mehr als eine Erde verbrauchen.
Und es gibt nur eine Lösung, nämlich indem wir uns durch Innovation herausarbeiten aus dem Dilemma, dass wir unseren Planeten überfordern. Und da ist eben die Frage: Gehören wir zu denjenigen, die davon ausgehen, dass es neue Lösungen gibt, dass es eine Zukunft gibt, die durch Technik erreicht werden kann oder eben nicht? Ich glaube, in der Mehrheit hier sind wir der Meinung: Ohne technische Lösungen kommen wir nicht aus. Über
die Menge werden wir sicherlich streiten. Und sicherlich werden wir auch über Fragen streiten, ob es sinnvoll ist, autonomes Fahren weit zu verbreiten, weil es Menschen gibt – wir haben Herrn Bruck gehört –, die sagen, das wird Ressourcen verbrauchen und wir wollen das eigentlich gar nicht in der Menge. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Bedarfe, Mobilität und Informationsfluss zu befriedigen und da ist dann eben die Frage: Kann die Videokonferenz die Reise ersetzen und in welchem Maß? Und inwieweit ist es bequem? Und inwieweit sind wir bereit, es auch einfacher zu machen? Denn wir wissen, dass selbst bei Videokonferenzen, wenn wir das Bild und die Videoübertragung einmal abschalten, das allein schon Strom spart.
Also insofern sind diese Fragen gestellt und noch nicht endgültig beantwortet. Wir können festhalten: Bremen ist auf dem Weg, aber auch relativ am Anfang, denn wir haben uns in der Anfrage, wie man sieht, sehr auf einen Bereich fokussiert und auch die Antworten sind sehr auf den Bereich Rechenzentren zusammengeschnürt. Ja, da ist Luft nach oben und viel zu tun. Und ehrlich gesagt, muss man da auch über intelligente Lösungen nachdenken, nämlich wie man die Abwärme nutzt. Und wir werden in Bremen auch ein Wärmekataster brauchen, das uns sagt, wo welche Wärmequellen sind und wo welche Wärmesenken sind, damit wir diese Energie nicht verschwenden, weil es wäre einfach Energie- und damit am Ende des Tages auch Geldverschwendung, wenn wir diese Quellen nicht nutzen und sinnvoll vernetzen.
Insofern bleibt es dabei: Wir haben riesige Chancen durch Technik und Digitalisierung, die es in der Verwaltung zu nutzen gilt. Wir werden die Frage beantworten müssen, wie viel Homeoffice möglich ist. Dann werden auch die Koalitionäre die Frage beantworten müssen: Müssen wir am Arbeitsrecht etwas ändern? Aber wir werden auch die Frage beantworten müssen: Wie viel Verwaltung braucht dann Bremen in Form von gebauten Gebäuden? Und kann man es nicht mit weniger Büros lösen? Kann man das flexibler handhaben? Ist es gewollt und möglich, Behörden so zu organisieren? Auch vor dem Hintergrund, dass am Ende Datenschutz relevant ist, sodass Akten – noch in Papier vorhanden – dann vielleicht digitalisiert sind. Aber die müssen auch erhalten werden, das kostet Strom. Nicht so viel wie beim Bitcoin, glücklicherweise. Aber auch da gilt es eben entsprechende Datensicherheit zu gewährleisten.
dass dieser Großen Anfrage nicht gleich ein Antrag folgt, sondern ein Nachdenken, das erforderlich ist, weil es auch darum geht, wie werben wir intelligent die Mittel ein, die der Bund in diesen Feldern zur Verfügung stellt? Ich mache jetzt keinen Werbeblock für das Bundesumweltministerium, das hat Arno Gottschalk getan. Aber es gilt natürlich, die Mittel für Bremen zu nutzen. Denn Bremen hat nicht genügend Mittel, um all diese Dinge selbst voranzubringen. Bremen braucht sie aber, wenn wir ernsthaft Klimaschutz erreichen wollen. Und da reicht auch nicht ein Klimatopf. Nette Nebenbemerkung dazu: Die grüne IT bei der Polizei, über die wir bei dem Klimatopf geredet haben, die war, als die Frage beantwortet wurde, noch gar nicht Thema, sonst stände sie hier ja drin, und wir haben sie gestern besprochen.
Also insofern ist es ein spannender Weg, den wir hier gehen müssen. Aber es gilt eben für alle Lebensbereiche. Es geht dann um intelligente Verkehrssteuerung, die eben auch dem Klima dient. Es geht um intelligentere Vernetzungen im ÖPNV, als wir bisher haben. Es geht wirklich um einen GreenCity-Plan im Sinne von Green-City-Plänen und nicht nur im Sinne dessen, was bisher als Verkehrsentwicklungsplan hier in Bremen gedacht ist.
Wer wirklich eine smarte City will – und die ist niemals unterkomplex, sondern eher überkomplex –, der muss sich darauf einlassen, künstliche Intelligenz zu nutzen, um dann auch weiter voranzukommen. Und da ist Bremen in der Forschung sehr weit, wie wir wissen, Arno Gottschalk sitzt ja auch im Wissenschaftsausschuss, an der Stelle haben wir dieses Wissen in der Stadt und es wäre schlecht, wenn wir nicht auch an dieser Stelle versuchen würden, Vorreiter von Digitalisierung und Klimaschutz zu werden. Hier gilt es dann auch, intelligent zu vernetzen, was wir an Wissen, an Potenzial in der Stadt und auf der anderen Seite an Notwendigkeiten in Bremen und Bremerhaven haben. Denn das ist es doch, was unsere beiden Städte am Ende des Tages voranbringen wird, dass wir das, was wir selbst können, in die Hand nehmen, die Mittel beim Bund und bei der EU organisieren, um dann Bremen und Bremerhaven zukunftsfähig zu machen und das heißt, eben beides zu erreichen: Klimaschutz dank und mit Technik. – Herzlichen Dank!
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, diese Große Anfrage war gedacht dazu, diese Themen Digitalisierung und Klimaschutz in die politische Diskussion hereinzubringen, zu einem Thema zu machen, mit dem wir uns mehr befassen müssen als dass bislang der Fall war. Die erste Frage in dieser Großen Anfrage war eigentlich weit gestellt, um mal zu fragen, um einen Eindruck zu bekommen, was wir denn eigentlich schon in diesem Bereich machen. Vielleicht ist sie durch die weiteren Fragen mit den Rechenzentren doch zu sehr verengt worden. Aber es geht uns natürlich im Wesentlichen darum, wie wir diese Instrumente, wie Philipp Bruck gesagt hat, nutzen können.
Ich glaube, das war der erste Punkt: Wir sollten systematisch schon darüber nachdenken, wie wir unseren Ansatz des E-Government, die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben, wie wir das konzeptionell und strategisch mit der Idee, mit der Aufgabe zusammenbringen, eine klimafreundliche, eine klimaneutrale Verwaltung in Bremen zu schaffen. Diese beiden Sachen zusammenzubringen ist aus meiner Sicht der erste Punkt.
Der zweite Punkt, den ich vor allen Dingen sehe ist – das ist auch von Ihnen, Herr Dr. Buhlert, angesprochen worden, auch von Ihnen, Herr Michalik, auch von Philipp Bruck – der mit dem Verkehr. Wir erleben das jetzt in der Enquetekommission, dass wir darüber diskutieren, wie wir den CO2-Ausstoß im Verkehr herunterbringen können. Gleichzeitig merken wir aber schon, das uns ganz viele Daten fehlen. Wir wissen relativ wenig darüber, wie die Bewegungsströme in dieser Stadt sind. Und das brauchen wir doch auch, um Ansätze zu haben, um auch greifbare Maßnahmen zu ergreifen, die Erfolge zeigen. Und ich denke deshalb, dass wir dringend darangehen sollten zu untersuchen: Was für Daten haben wir eigentlich aus der jetzigen Verkehrsüberwachung und Verkehrssteuerung? Was lässt sich mit modernen Analysetechniken aus diesen Daten herausholen? Was brauchen wir denn eigentlich sonst noch für Daten über diese Bewegungsströme in dieser Stadt? Wie bekommen wir die denn eigentlich erhoben? Welche Instrumente haben wir dafür? Und wer macht das?
Wir haben eine Verkehrsmanagementzentrale, die sammelt Daten. Was wissen wir darüber? Was werten wir aus? Ich denke, wir sind auch gerade durch die Diskussion gefordert, dort mehr heranzugehen, denn der nächste Schub steht bevor. Wir werden einen zunehmenden Verkehr haben, der teilautomatisch vorangehen wird und hier sollten wir uns
überlegen: Sind wir nicht in Bremen auch geeignet, vielleicht so etwas wie eine Modellregion zu werden? Wenn die 5G-Netze kommen, sind wir nicht hier eine Stadt, die so etwas machen soll? Ich denke, darüber sollten wir diskutieren und diese Möglichkeit in Betracht ziehen,
Und ein dritter großer Ansatzpunkt, den hat Herr Dr. Buhlert auch schon angesprochen: Wenn wir auf Bremen schauen, sehen wir mit dem AlfredWegner-Institut, mit dem MARUM, mit dem Leibniz-Institut für Marine Tropenökologie, dass wir hier Highlights, exzellente Forschung im Land haben.
Wir haben zum anderen die Situation, dass im Bereich der künstlichen Intelligenz – dem am weitesten fortgeschrittenen Bereich der Digitalisierung – nach einer Rangliste, die kürzlich veröffentlicht wurde, unter den 2 000 weltweit wichtigsten KIWissenschaftlern, allein sechs als Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter hier in Bremen sind. Das ist ein riesiges Pfund, um uns auch weiter in diesem Bereich zu profilieren.
Wenn man weiter schaut: Wir sind stark in der Raumfahrttechnologie inklusive Wasserstofftechnologie, wir sind stark in diesem Bereich der Umweltphysik und wir sind stark in dem Bereich, der insgesamt auch eine Querschnittstechnologie darstellt: die Materialwissenschaft. Und wir müssen uns doch fragen: Macht es nicht Sinn, diese Stärken in den nächsten Jahren peu à peu noch mehr darauf zu fokussieren, auszurichten auf die Frage des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit mit Hightech und mit künstlicher Intelligenz? Kann das nicht ein Markenzeichen für die Wissenschaftslandschaft in Bremen werden? Ein Markenzeichen, das auch nach außen strahlt und bei dem junge Menschen in der ganzen Republik sagen: Wenn Du in erster Linie an vorderster Front an den globalen Problemen unserer Zeit arbeiten willst, dann musst Du nach Bremen gehen.
Das klingt ambitioniert, liebe Kolleginnen und Kollegen, aber ich glaube, wir haben die Chancen, das hier zu machen. Mein großer Wunsch aus dieser Debatte ist, dass wir dieses Thema alle zusammen – ich glaube, das ist kein parteipolitisches Thema, sondern eins, bei dem wir uns auch gegenseitig befruchten können – aufgreifen, es systematischer entwickeln und dann für Bremen, für Bremerhaven die Chancen daraus holen, die es in sich hat. Darüber würde ich mich freuen und danke für die Aufmerksamkeit!
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Abgeordnete! Vielen Dank, dass ich zu diesem Thema reden kann. Ich möchte die Große Anfrage und unsere Antwort natürlich jetzt nicht noch einmal vorlesen und diese Punkte auch nicht alle unnötig wiederholen. Trotzdem möchte ich sie noch einmal zitieren, so fern mir das erforderlich scheint.
Zu den Punkten aus der Debatte: Ich glaube, wir müssen uns klarmachen, dass wir um diesen Widerspruch einfach nicht herumkommen, dass wir einerseits wegen all der mannigfaltigen Chancen, die darin liegen, die Digitalisierung schätzen und andererseits damit leben müssen, dass das den Stromverbrauch extrem steigert. Das ist ein Problem, mit dem wir uns alle beschäftigen müssen und wir können hier nicht antreten und sagen, dass alles das, was wir bei der Digitalisierung vorhaben, dazu führen wird, dass wir nicht noch mehr Strom verbrauchen. Ob und vor allem wie man das regulieren muss, ist, glaube ich, eine Frage, die wir auf der bundespolitischen Ebene besprechen müssen.
Mir fällt dazu ein, und da verbinden sich drei Dinge von mir persönlich: Eine gute Sache daran ist, dass Strom sparen auch Geld sparen heißt. Wenn man wie ich aus der Digitalisierung kommt, jetzt für Finanzen verantwortlich ist und außerdem Mitglied der grünen Partei, dann ist das ein wunderbares Modell, wie man nachhaltig wirtschaften kann. Insofern sind das Sparen von Strom, von Geld und das gleichzeitige Einsparen von CO2 immer auch ein Anliegen des Senats gewesen.
Was man sagen kann, ist, dass Sie als Bürgerschaft, aber auch die Bevölkerung erwarten muss, das der Senat beim Geld sparen und bei dem Verknüpfen von Digitalisierung und Klimaschutz ein Vorbild ist, und ich glaube, wir können zu Recht sagen, dass wir das als Senat auch sind.
Dieses Beispiel möchte ich anführen: Das DataportRechenzentrum ist ein Beispiel, das neu und nicht nachgemacht ist. Wir wurden gefragt, ob wir ein Vorbild sind, wie wir im Vergleich zu anderen Bundesländern dastehen. Wir waren sehr früh mit diesem nachhaltigen Rechenzentrum, die Planungen haben schon vor zehn Jahren begonnen und ich glaube, dass das Modell – wir haben es geschrieben, aber ich möchte es noch einmal erwähnen –