Wir wollen aber gerade mit Blick auf die Jüngsten in unserer Gesellschaft noch einen großen Schritt weitergehen. Wir wollen nämlich auf Grundlage des Umweltgerechtigkeitsatlas ein naturpädagogisches Ausgleichskonzept erstellen, das insbesondere Kinder und Jugendliche aus Kiezen, die mit Grün unterversorgt sind, anspricht und ihnen durch gezielte Bereitstellung von Beförderungsmitteln für Fahrten in die Natur in Berlin und in der Umgebung mehr Möglichkeiten zur Naturerfahrung eröffnen.
Denn das Ziel muss dabei sein, Kinder nicht nur mit gestalteter Stadtnatur wie einem Park in Berührung zu bringen, sondern verstärkt auch das Eintauchen in eine urwüchsige Natur zu ermöglichen. Dann füllen wir den Begriff der Umweltgerechtigkeit, der von einigen Kollegen hier immer mantraartig wiederholt wird, auch wirklich mit Leben, und dann verkommt er nicht weiter zur hohlen Phrase.
Naturbildung und Naturerfahrung, das ist der Anker von echtem Naturschutz. Denn es gilt heute umso mehr das berühmte Zitat: „Man schützt nur, was man liebt, und man liebt nur, was man kennt.“ – Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! – Herr Bertram, vielen Dank für die Initiative! Sie haben da wirklich sehr umfassend etwas aufgeschrieben, von dem ich bei vielen Dingen sagen würde: Es ist auch ein Kompliment an die Stadt. Denn die grünen Lernorte gibt es ja schon. Sie wünschen sich noch einmal eine Excelliste oder eine bessere Dokumentation. Die Stiftung Naturschutz hat ja mit dem Umweltkalender und mit den Veröffentlichungen schon gut vorgelegt. Das greifen Sie ja auch auf als Thema.
Wir haben die Gartenarbeitsschulen in jedem Bezirk abgesichert, und jede Schülerin, jeder Schüler in Berlin hat Zugang, soll Zugang und im Laufe der Bildungskarrieren auch die Möglichkeit haben, an diesen grünen
Ich war und bin im Übrigen ein großer Fan von den Umweltgärten direkt an den Schulen. Das wird wieder stärker praktiziert. Da, wo es vom Platz her möglich ist, wird das auch umgesetzt. Das heißt, viele Initiativen, die Sie sich wünschen, gibt es schon. Das ist die gute Nachricht dabei.
Was ich tatsächlich kritischer finde, das haben Sie auch in Ihrem Antrag deutlich gemacht, ist das Wort Klimaangst: dass wir tatsächlich in einer Zeit unterwegs sind, in der, wenn ich an Podiumsdiskussionen teilnehme oder wir größere Veranstaltungen haben, immer wieder der Eindruck erweckt wird, Berlin oder auch das Land insgesamt wäre nicht in der Lage, CO₂ einzusparen. Ich weiß nicht, wer sich damit im Detail beschäftigt hat. In Deutschland haben wir seit 1990 55 Prozent CO₂ eingespart. Ich begegne immer wieder vielen jungen Menschen, die in sehr großer Angst sind, weil sie davon ausgehen, dass wir seit 1990 noch CO₂ zusätzlich emittieren.
Das ist schon etwas, das sage ich auch gerne bewusst in die Richtung der Fraktion der Grünen, weil ich das jetzt öfter bei Podiumsdiskussionen mit Ihnen live erlebt habe: Wir sollten verantwortlich deutlich machen, was schon passiert. Wir sollten aufzeigen, dass wir mit 3,4 Milliarden Euro pro Jahr schon einen Landeshaushalt für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr haben – also bitte nicht den Eindruck erwecken, als wenn wir nichts machen würden, sondern wertschätzen, was schon passiert und diese Orte und diese Entwicklungen dann auch wertschätzen und positiv nehmen. Bitte keine falschen Informationen weitergeben!
Ich freue mich gleich noch auf den Redebeitrag, weil mir wirklich wichtig ist, dass wir bei 10-Jährigen oder 12Jährigen oder auch Jüngeren nicht den Eindruck erwecken, als wenn morgen die Erde unterginge und die einzige Option wäre, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Wir müssen unsere Institutionen in den Mittelpunkt rücken, das Parlament, den Petitionsausschuss, den Gang zum Abgeordneten, natürlich auch eigene Vorschläge – und nicht die Angst.
Dafür werde ich werben. Dafür werden wir als CDUFraktion einstehen. Wir werden die Debatte zur Sichtbarmachung und zu weiteren Besuchen unserer grünen Lernorte natürlich in den Mittelpunkt stellen. Dafür wird der Fachausschuss der richtige Ansprechpartner sein. – Vielen Dank!
Sehr geehrter Herr Präsident! Die Forderungen der AfDAnträge sind längst in der Umsetzung, daher sind sie obsolet. Ich möchte deshalb darauf eingehen, was wir Grünen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, den Bezirken und den Senatsverwaltungen im Bereich der Umwelt- und Naturbildung in der Regierung erreicht haben. Für die gute Zusammenarbeit möchte ich allen Beteiligten, auch der SPD-Fraktion, danken.
Ein zentraler Aspekt unserer Bemühungen war, die vielen Engagierten der Berliner Zivilgesellschaft zu unterstützen. Ein Meilenstein der Berliner Umwelt- und Naturbildungsarbeit ist das Bildungsleitbild für ein grünes und nachhaltiges Berlin. Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft entwickelt, setzt dieses Leitbild klare Maßstäbe und Ziele. Die Umsetzung dieses Leitbildes erfolgt unter anderem mit der Errichtung von Umwelt- und Naturbildungszentren in allen Bezirken. Sie sind als Koordinierungsstelle und Ansprechpartner für die Akteurinnen und Akteure vor Ort sehr wichtig.
In den Haushaltsberatungen konnten wir Grünen auch die finanzielle Förderung vieler Einrichtungen im Haushalt neu verankern beziehungsweise deren Förderbeiträge erhöhen. Diese Einrichtungen machen die Berliner Natur für Kitas, Schulklassen, aber auch für Erwachsene erlebbar. Die Stiftung Naturschutz Berlin muss hier als eine der wichtigsten Akteurinnen erwähnt werden. Sie erreicht über Projekte wie Nemo und das FÖJ eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen. Die Naturerfahrungsräume, Schulgärten, Gemeinschaftsgärten, Waldschulen, Campus Stadtnatur, Naturschutzstationen und nicht zuletzt Freilandlabore sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Berliner Bildungslandschaft. All diese Projekte sind nur ein Ausschnitt aus der großen Vielfalt an Bildungsangeboten im Bereich Umwelt, Natur und Klima, die Berlin zu bieten hat.
Mit Blick auf die beiden vorliegenden Anträge möchte ich betonen: Die Umwelt-, Natur- sowie Klimabildung in Berlin ist gut aufgestellt und fest in der Stadt verankert. Danke an dieser Stelle Herrn Freymark und Frau Vierecke, dass Sie das Erreichte bei den letzten Haushaltsberatungen fortgeführt haben! Mein Dank gilt auch Frau Staatssekretärin Behrendt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Senatsverwaltung! Insbesondere möchte ich Frau Lakenberg für ihre Arbeit danken und ihr alles Gute zum Ruhestand wünschen!
Bei der Umwelt- und Naturbildung darf der Senat jedoch keinen Rotstift zum Sparen ansetzen, denn wenige Fördermittel aus dem Landeshaushalt ermöglichen unzähligen engagierten Menschen sehr viel für Berlin zu bewegen. An diesem Wochenende findet der Lange Tag der Stadtnatur statt. Lassen Sie sich selbst davon überzeugen. – Vielen Dank!
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Interessant finde ich ja, dass Sie als AfD versuchen, sich als Stimme der Natur darzustellen und in Wirklichkeit in allen Parlamenten dieses Landes und auch auf EU-Ebene doch genau das Gegenteil machen. Ein kleiner Blick verrät: Das EU-Parlament hat in den letzten fünf Jahren über ganz viele Natur- und Umweltgesetze abgestimmt. Sie als AfD haben gegen so gut wie alle dieser Gesetze gestimmt, darunter ein Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten, damit Vögel nicht an einer Bleivergiftung sterben – haben Sie abgelehnt –, oder eine Pestizidverordnung, die die Verwendung von Pestiziden einschränkt – haben sie abgelehnt –, Klimasozialfonds – Sie ahnen es – wurde von Ihnen abgelehnt,
Wem die Natur wichtig ist, sollte weder bei der Europawahl noch bei irgendeiner anderen Wahl sein Kreuzchen bei der AfD machen.
Nun also dieser Antrag von Ihnen in unserem Hohen Haus: Wohlgefühl in der Natur statt Klimaangst im Klassenzimmer. Fiktion statt Fakten könnte man es dann auch überschreiben. Der menschengemachte Klimawandel ist eine Realität, und ich halte es für wichtig, dass wir darüber auch in unseren Klassenzimmern reden, über die Gefahr und eben auch über Lösungen.
Übrigens sind unsere Kinder auch nicht blöd. Die merken schon, dass wir inzwischen alle paar Jahre ein Jahrhunderthochwasser haben. Auf das Thema Klimaschutz müssen wir also als Ganzes schauen. Naturschutz ist wichtig, Natur erleben ist absolut wichtig, und genauso überle
benswichtig ist der technische Klimaschutz. Wir brauchen erneuerbare Energien, wir brauchen Windkraft, wir brauchen Photovoltaik. Was wir nicht brauchen, sind Anträge der AfD, die uns in ein Wohlgefühl einlullen wollen.
[Beifall bei der SPD – Beifall von Dirk Stettner (CDU), Dr. Bahar Haghanipour (GRÜNE) und Carsten Schatz (LINKE)]
Sie fordern in Ihrem Antrag, dass wir Kinder und Jugendliche aus Berlin in die Natur schicken, und dann wird alles gut. Unser Ansatz ist ein bisschen umfassender. Am Wochenende ist der Lange Tag der Stadtnatur eine Möglichkeit, Natur zu erleben, aber man kann das wirklich auch jeden Tag machen. Natur ist hier vor unserer Haustür, und die Bäume, Sträucher und Arten, die wir in dieser Stadt haben, sorgen dafür, dass diese Stadt lebenswert bleibt und dass wir überleben.
Wir investieren viel Geld in diese grüne Infrastruktur, und das dürfte meiner Meinung nach auch noch mehr sein. Wer Umweltgerechtigkeit herstellen will, der schickt nicht unsere Kinder nach Brandenburg, um Natur zu erleben, sondern sorgt dafür, dass die Natur in unserer Stadt erhalten bleibt und noch reicher wird. – Vielen Dank!
Vielen Dank, Herr Präsident! – Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die AfD-Fraktion legt hier einen Antrag vor, der an Heimattümelei eigentlich gar nicht zu überbieten ist.
Bemerkenswert, dass Sie wirklich mit dieser Erzählung hier auffahren. Das legt aber auch noch einmal sehr gut frei, in welche Richtung Sie hier eigentlich agitieren. Sie haben jetzt gerade auch noch mal klargestellt – Zitat: Echter Naturschutz ist das Gegenteil von Klimaschutz. – Merken Sie sich eigentlich?
Die Kollegin von der SPD-Fraktion hat es gerade schon auch vorgeführt: Es gibt Nachweise darüber, dass die AfD überhaupt kein Problem damit hat, Grünflächen einzuschränken, und auch sonst beim Thema „bauen,
bauen, bauen“ sogar noch die CDU überholt. Sie sind eigentlich die Partei der Betonmischer und erklären jetzt hier: Na gut, wenn wir dann alles voll gebaut haben, sollen die Leute irgendwie nach Brandenburg fahren.
Sie zeichnen ein Bild der Stadt, was überhaupt nicht wahr ist. Wir haben den Plänterwald, wir haben den Grunewald, wir haben noch den Emmauswald – übrigens haben Sie in der BVV gegen den Antrag gestimmt, den zu sichern. Auch das ist schon die Offenbarung, wie ernst Sie es mit der viel erklärten Stadtnatur meinen.