Protocol of the Session on May 11, 2023

Warum müssen denn so viele Leute inzwischen Wohngeld beantragen? Weil ihnen vom Brutto so wenig netto bleibt. Und was müssen die Kommunen machen? Die kriegen wieder Stellen übergeholfen, die sie überhaupt nicht ausfinanziert bekommen. Das ist doch der Kern meiner Rede!

Stellen wir den Staat doch endlich mal vom Kopf auf die Füße. Der Bürger will nicht gegängelt werden.

(Beifall AfD)

Er will mit seinem Geld, das er sauer verdient … Das betrifft auch die Klein- und Mittelständler. Fragen Sie doch mal Mittelständler, wie gegängelt die sich fühlen. Die haben die Faxen so was von dicke, das kann ich Ihnen sagen.

(Beifall des Abgeordneten Dr. Berndt [AfD])

Ich war bei einem Stammtisch von Mittelständlern. Da ist unterirdische Stimmung, weil sie sagen: Die Bürokratie frisst uns auf. Die Steuer- und Abgabenlast in einfach zu groß.

(Kretschmer [DIE LINKE]: Das ist bei der AfD immer so!)

- Das ist so! Es gibt nur eine Partei, die diesen Klein- und Mittelstand verteidigt, und das sind wir!

(Starker Beifall AfD)

Das ist so, und das werden Sie auch zur Kenntnis nehmen. Schauen Sie sich die Umfragewerte an. Warum ist denn die AfD im Osten so stark? Weil sie eben auch bei dieser Klientel immer mehr punktet. Das ist meine Wahrnehmung. Ich wohne in einem Gewerbegebiet und weiß, wovon ich rede. Ich war selbst einmal selbstständig, und mein verstorbener Mann war das auch. Also, wie gesagt: Ich weiß, wovon ich rede. Kommen Sie endlich auf dem Boden der Tatsachen an und senken Sie die Steuern!

(Starker Beifall AfD - Münschke [AfD]: Endlich sagt mal je- mand die Wahrheit!)

Vielen Dank. - Gleich im Anschluss Herr Abgeordneter Hohloch, bitte. - Herr Abgeordneter Vogelsänger hat danach die Möglichkeit, die doppelte Redezeit zu nutzen.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Herr Vogelsänger, das war ja wohl mehr als eine Posse, was Sie gerade gesagt haben.

(Beifall des Abgeordneten Dr. Berndt [AfD])

Sie spielen die Leute gegeneinander aus. Sie sagen: Wenn dem Bürger mehr in der Tasche bleibt, können Sie die pflichtigen Aufgaben des Staates nicht finanzieren. - Ich sage Ihnen ganz deutlich: Der Bürger in diesem Land geht ein halbes Jahr nur für den Staat arbeiten.

(Beifall AfD)

Die Hälfte seines Geldes bleibt ihm gar nicht für sich und seine Familie übrig.

Und was finanzieren Sie damit eigentlich? Sie schmeißen Geld zum Fenster raus! Sie geben im Bund und in den Ländern 17 Milliarden Euro für Ihre sogenannten Flüchtlinge aus.

(Oh! bei der SPD)

Sie geben 17 Milliarden Euro für sogenannte Entwicklungshilfe aus. Mal ein Beispiel: In Böblingen werden 300 000 Euro im Jahr für einen Wanderweg in Tunesien als Entwicklungshilfe ausgegeben. Und das kann man von Land zu Land, zum Bund und zu allen erdenklichen Kommunen weiterziehen. Da sage ich Ihnen auch ganz deutlich: Der Brandenburger weiß wesentlich besser, was er mit seinem Geld zu tun und wofür er es anzulegen hat,

(Beifall AfD)

als Sie von der SPD, Sie von der CDU und Sie von den Grünen.

Und ich finde es eine Frechheit, das Anliegen, das die AfD hier in den Saal getragen hat, so ins Lächerliche zu ziehen, Herr Vogelsänger! Es geht nämlich nicht darum, dass Schulen nicht finanziert werden, sondern darum, dass Sie mit dem Geld, das Ihnen anvertraut wurde und das Sie den Leuten nehmen, nicht ordentlich umgehen. Das ist das große Problem.

(Beifall AfD)

Die Menschen wissen es besser. Deswegen: Erhöhen Sie den Grundfreibetrag, damit den Brandenburgern mehr in der Tasche bleibt, damit sie sich zukünftig auch noch ein ordentliches Leben leisten können. Das können sie nämlich nicht, wegen Ihrer schlechten Politik. - Vielen Dank.

(Beifall AfD)

Herr Abgeordneter Vogelsänger, Sie möchten gern reagieren. Bitte schön.

Herr Hohloch, Sie haben mal wieder nicht zum Thema geredet - das sind wir von Ihnen gewohnt. Wir haben keine „sogenannten Flüchtlinge“.

(Beifall SPD und CDU)

Wir haben Menschen, die zu uns kommen, die vor Krieg und Vertreibung flüchten.

(Hohloch [AfD]: Jaja! Und in LOS sind die Menschen unso- lidarisch!)

Wir sind eine solidarische Gesellschaft,

(Beifall SPD)

und dazu gehört, dass wir dafür sorgen, dass das finanziert wird.

Und jetzt zeige ich Ihnen, dass Sie keine Ahnung haben: Die Lohn- und Einkommensteuer ist für die Kommunen eine der wichtigsten Einnahmen. Und Kitas und Schulen müssen nun mal finanziert werden,

(Hohloch [AfD]: Die Kommunen müssen das ganze Geld raushauen wegen Ihrer Politik!)

der ÖPNV muss finanziert werden, und genau das stellen Sie infrage. Und deshalb kann man Ihren Antrag nur ablehnen. - Vielen Dank.

(Hohloch [AfD]: Es wäre genug Geld da!)

Meine Damen und Herren, wir setzen die Aussprache fort. Herr Abgeordneter Kretschmer hat für die Fraktion DIE LINKE das Wort. Bitte sehr.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vorausgeschickt: Die AfD scheint ein gewisses Verständnis von Abfallwirtschaft zu haben. Leider beschränkt sich das auf das Recyceln alter Anträge. So fordert die AfD-Landtagsfraktion auch in diesem Jahr die Erhöhung des Grundfreibetrags

für die Einkommensteuer und setzt wieder einen entsprechenden Antrag auf die Tagesordnung.

(Dr. Berndt [AfD]: Bla, bla, bla!)

Sollte der Grundfreibetrag laut Antrag vom März 2022 nach dem Willen der AfD noch auf 15 000 Euro steigen, werden nun, ein Jahr später, 23 500 Euro gefordert.

(Dr. Berndt [AfD]: Inflation!)

Sowohl im vergangenen Jahr als auch in diesem Jahr wird die Erhöhung mit der Inflation begründet.

(Dr. Berndt [AfD]: Jawoll!)

Doch spätestens jetzt merkt man, dass die Erhöhung des Grundsteuerfreibetrags auf 23 500 Euro keine wirklich fundierte und untersetzte Forderung ist, denn die Inflation ist innerhalb des Zeitraums März 2022 bis heute wahrlich nicht um rund 57 % gestiegen. Wie also kommt die AfD-Fraktion auf 23 500 Euro? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht.

(Dr. Berndt [AfD]: Dann seien Sie ruhig!)

Die AfD-Bundestagsfraktion forderte im Dezember 2021, den Grundfreibetrag auf 12 600 Euro anzuheben.

(Zuruf: Aha!)

Die AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg forderte dagegen im März 2022 15 000 Euro.