Um zum Thema zurückzukommen: Es geht um Erziehungsleistungen, die politisch und gesellschaftlich anerkannt werden sollen. Die Redner der anderen Fraktionen, die hier vorn am Mikrofon standen, haben das beste Beispiel dafür gegeben, dass sie es nicht tun. Dazu dient unser Antrag: dass Sie alle sich ein Stück weit bewegen und die Frauen - und Männer -, die in der Anfangszeit gern länger zu Hause, bei ihren Kindern, bleiben wollen, einfach auch einmal anerkennen.
Aber wie ist denn Ihre Politik und Ihre gesellschaftliche Überlegung? Wir haben immer weniger Nachwuchs und viel zu viele Abtreibungen. Nachdem auch noch das Werbeverbot für Abtreibungen abgeschafft worden ist, kann man davon ausgehen, dass es in Zukunft noch mehr Abtreibungen geben wird.
(Frau Block [DIE LINKE]: Na klar! - Domres [DIE LINKE]: Mann, Mann, Mann, was muss bei Ihnen schiefgegangen sein?!)
Wir verkommen zu einem immer mehr kinderlosen Land. Wir erleben einen dekadenten und moralischen Zerfall unserer westlichen Gesellschaft.
Zum Thema Leihmutterschaft: Es gibt ja einige unter Ihnen, die diese Strömung hier gern legalisieren möchten.
In diversen Homestorys wird der Fötus als „herumschwimmender Parasit“ diffamiert. Eines der schlimmsten Beispiele sind die Jusos, die Abtreibung noch im neunten Monat befürworten.
Das Ganze, meine Damen und Herren, führt zu einer Enthumanisierung ungeborener Kinder und zu einer Demoralisierung unserer Gesellschaft. Das ist Ihr Schadenswerk an unserer Gesellschaft.
Während wir von Ihnen lediglich Respekt der klassischen Familie gegenüber verlangen, reden Sie von „Verantwortungsgemeinschaft“. Während Sie Kinderlosigkeit propagieren,
(Domres [DIE LINKE]: Das stimmt doch überhaupt nicht! Was erzählen Sie für einen Unsinn? - Keller [SPD]: Wer propagiert denn Kinderlosigkeit?)
reden viele von Ihnen einer glühenden Willkommenskultur für Migranten; das wurde ja auch vorhin wieder angesprochen. Mig-
ranten sind auf der einen Seite für den einen oder anderen von Ihnen eine „Bereicherung“. Und Frauen, die sich gegen Kinder aussprechen, sind für Sie Rebellen und Vorbilder im Kampf um einen maßlos ausgebeuteten Planeten, wie man ja hier auch schon hören durfte.
Und mit der Klimakrise feiert die Kinderfeindlichkeit auch bei einigen von Ihnen ein Comeback. Aber, meine Damen und Herren, Kinder sind alles andere als Klimakiller.
(Beifall AfD - Domres [DIE LINKE]: Wir machen uns Sor- gen! - Gegenruf des Abgeordneten Freiherr von Lützow [AfD])
Wenn wir über Erziehungsleistungen von Eltern sprechen und uns dafür einsetzen, dass junge Menschen sich wieder trauen sollen, keine Zukunftsängste zu haben und Kinder zu bekommen, dann ist das ein legitimes politisches Ziel, um die deutsche Sprache und unsere geschichtlich gewachsene Identität, Kultur und Tradition langfristig zu erhalten und weiterzugeben. Aber genau diese Weitergabe an Kinder versuchen Sie ja zu verhindern.
Aber: Es gab ja erst vor Kurzem im Internet eine interessante Diskussion, in der einer Ihrer sogenannten Seenotretter deutlich sagte, warum er eigentlich Menschen aus dem Wasser fischt und rettet.
(Domres [DIE LINKE]: Natürlich wegen der Umvolkung! - Keller [SPD]: Er kann sie ja auch sterben lassen, oder? - Gegenruf des Abgeordneten Freiherr von Lützow [AfD] - Keller [SPD]: Ja, richtig fit im Kopf!)
Das ist schon echt heftig; das muss ich einmal sagen, meine Damen und Herren. Wenn der Leiter der „Mission Lifeline“ im Internet schreibt, er nehme die Flüchtlinge auf, damit es in Deutschland immer weniger „Weißbrote“ gebe, dann hat Herr Maaßen recht damit, dass es sich dabei um Rassismus handelt.
Ihr Innenminister hat ja gestern eine Hundertachtziggradwende hingelegt, die Position der Alternative für Deutschland unterstützt und endlich erklärt, dass die Positionen, die wir in den letzten Jahren immer wieder öffentlich dargelegt haben, richtig sind, weil er anscheinend selbst dahintersteht. Uns also zu unterstellen, meine Damen und Herren, wir seien gegen Flüchtlinge, wenn wir nur die Sicherheit des Landes im Auge haben, ist wohl einfach nur eine Frechheit.
Ich möchte aber noch zur Einordnung sagen: Ich habe nicht gehört, dass hier irgendjemand Kinder als „Klimakiller“ bezeichnet hätte.
Ich habe auch nicht von einem der Abgeordneten hier gehört, dass sie Kinderlosigkeit propagieren würden.
Er - ich glaube, sein Name ist Karl - beweist genau das Gegenteil: dass wir nämlich durchaus ein sehr kinderfreundliches Parlament sind.