Protocol of the Session on March 21, 2024

„Wer versucht, Betriebsratswahlen zu verhindern, Betriebsräte zu schikanieren oder ihre Arbeit zu behindern, hat mich zu einem entschiedenen Gegner.“

(Stefke [BVB/FW Gruppe]: Oh!)

Dem ist nichts hinzuzufügen. HPI und Tesla sind für Brandenburg ein Glück, und dieses Glück wäre mit ordentlichen Betriebsräten vollkommen. - Vielen Dank.

(Beifall SPD und B90/GRÜNE sowie der Abgeordneten Au- gustin [CDU])

Vielen Dank. - Für die AfD-Fraktion spricht jetzt Frau Abgeordnete Dr. Oeynhausen zu uns.

(Beifall AfD)

Herr Vizepräsident! Meine Damen und Herren! Liebe Brandenburger! Brandenburg kann auf sein Hasso-Plattner-Institut stolz sein, denn dieses Institut genießt international einen Spitzenruf. Es ist auch die deutsche Tradition, die dieses Institut pflegt, und zwar seit einem Vierteljahrhundert. Seit 25 Jahren bildet das HPI IT-Spezialisten aus.

Das Beste daran: Den Steuerzahler kostet das keinen Cent, denn das Projekt wird ausschließlich privat finanziert.

Aber wie immer im Leben erzeugt Erfolg auch Neid und Missgunst, und genau damit will Brandenburgs Linke nun punkten.

(Zuruf der Abgeordneten Vandre [Die Linke])

Da frage ich Sie: Um so Ihren Untergang nach der Spaltung abzuwenden?

(Heiterkeit des Abgeordneten Dr. Zeschmann [AfD])

Das geschieht leider auf Kosten der Wissenschaft.

(Walter [Die Linke]: Gerade Zeschmann lacht!)

Denn der Preis für diese Verzweiflungskampagne ist die Beschädigung des Hasso-Plattner-Instituts, und zwar bewusst.

Es mag ja sein, dass das HPI eine andere Sichtweise zu Sinn und Zweck eines Betriebsrates hat, aber das geht uns hier im Landtag nichts an.

(Frau Kotré [AfD]: Richtig! - Zuruf von der Fraktion Die Linke: Doch!)

Diese Dinge sind nämlich gesetzlich geregelt. Ein zusätzliches Eingreifen ist überhaupt nicht notwendig, liebe Linke. Ich darf an das Grundgesetz erinnern, Artikel 9: Da ist klar geregelt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Verhältnisse unter sich regeln - völlig frei und ohne staatliche Einflussnahme. Dieses Grundrecht nennt sich Tarifautonomie.

Wir - als Partei, die mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz fußt -

(Gelächter - Zurufe)

stehen uneingeschränkt hinter dieser Regel - die Linke offenbar nicht.

(Beifall AfD)

Ich rate zudem, den vermeintlichen Streit im Hasso-PlattnerInstitut noch einmal genau zu hinterfragen. Schauen Sie sich einmal die Quelle an, aus der die Linke zitiert. Dort wird dieses ominöse Recherche-Verbundnetz „Correctiv“ genannt.

(Zurufe)

Das ist genau diese Linksaußen-Truppe, die schon die Konferenz am Lehnitzsee erfunden hat

(Beifall AfD - Unmut)

und seitdem übrigens ein Gerichtsverfahren nach dem anderen verliert, weil nämlich weite Teile dieser Story frei erfunden sind.

(Adler [SPD]: Das stimmt nicht!)

Glaubwürdig sind sie nicht, sondern politisch motiviert und hochgradig steuerfinanziert.

Aber jetzt zurück zum HPI: Das darf nicht vergrault werden - erst gar nicht durch ewiggestrige linke Klassenkampfrhetorik, denn auch diese Landesregierung verpasst es ja, wirklich Aufbruchsstimmung zu vermitteln. Die Linke leistet hier mit solchen Miesmacher-Anträgen noch Schützenhilfe - genau so wie damals, als die Linke gegen das Kaufangebot für die baufälligen Häuser 2 und 3 am Campus Griebnitzsee mobilisierte, bis die Stiftung und das Institut absprangen. Das Ende vom Lied: Die Häuser verfallen weiter, und die Linke freut sich auch noch darüber.

Es ist genau diese fortschrittsfeindliche Einstellung, die unser Land seit Jahren lähmt - alles Neue wird im Keim erstickt,

(Kretschmer [Die Linke]: Ei, ei, ei!)

Leistung ist eher ein Makel denn eine Tugend, und jeder, der Leistung bringt, soll weg.

(Zuruf des Abgeordneten Domres [Die Linke])

Die letzten vorhandenen Werte werden abgeschafft. Belohnt wird nur, wer noch nie einen wirklichen Beitrag geleistet hat.

Meine Damen und Herren, wir von der Alternativen fordern einen Neuaufbruch in Brandenburg,

(Stefke [BVB/FW Gruppe]: „Von der Alternativen“? - Frau Kotré [AfD]: Ja!)

im Sinne und auf dem Boden des Grundgesetzes - ohne Neidkampagnen gegen erfolgreiche Unternehmer, mit Freiheit in Forschung und Lehre, mit Tarifautonomie. Den Antrag der Linken lehnen wir deswegen ab - zum Wohle unseres Landes.

(Beifall AfD - Lachen und Empörung bei der Fraktion Die Linke)

Frau Abgeordnete, lassen Sie noch eine Zwischenfrage zu?

(Walter [Die Linke]: Nee, danke! Sie hat alles beantwortet! - Einzelbeifall - Heiterkeit Die Linke sowie vereinzelt B90/GRÜNE)

- Wie Sie möchten. - Dann folgt jetzt der Redebeitrag des Abgeordneten Prof. Dr. Schierack für die CDU-Fraktion. Bitte schön.

Herr Vizepräsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Zunächst einmal: Ich habe kein Verständnis für diesen Antrag. Dieses Anliegen gehört nicht in die parlamentarische Debatte, sondern in die Unternehmen, Institutionen, Betriebe oder Gerichte. Es wurde schon gesagt: Dieser Antrag betrifft einen Vorgang, der unter das Betriebsverfassungsgesetz fällt, und dementsprechend müsste sich die unabhängige Justiz damit beschäftigen. Jedoch ist meines Wissens noch keine einzige Klage bei Gericht eingegangen.

(Frau Dr. Ludwig [CDU]: Ach? Hört, hört!)

Die Linken stützen sich einseitig allein auf den „Correctiv“-Artikel.

Der Landtag beschäftigt sich heute mit dem Vorgang um die Nichtgründung eines Betriebsrates am HPI. Die Linken unterstellen - ich sage: unterstellen - dem HPI, die Gründung eines Betriebsrats verhindert zu haben. Und das soll jetzt die Landesregierung untersuchen.

Meine Damen und Herren von den Linken, das, was Sie dem HPI vorwerfen, ist eine ernste strafrechtliche Angelegenheit.

(Vida [BVB/FW Gruppe]: So ist es!)

Dass das HPI die Gründung eines Betriebsrats verhindert habe, ist eine klare Anschuldigung. Und weil ich sie ernst genommen habe, habe ich in Vorbereitung auf meine Rede natürlich mit Mitarbeitern und der Leitung des HPI gesprochen.

(Walter [Die Linke]: Mit der Leitung!)

- Ja, mit Mitarbeitern und mit der Leitung.