Nach Jahrhunderten haben wir eine Situation, dass jemand, der in Schleswig-Holstein ein Loch bohrt, kein Trinkwasser mehr bekommt. Die Ersatzversorgung läuft aus Tiefbrunnen. Ausgedehnte Transportsysteme mit Anschluss- und Benutzungszwang für die Bürger sind die Folge.
Es ist doch eine schöne Vorstellung, dass wir in Zukunft eine billigere Wasserversorgung bekommen, indem wir in unseren Dörfern Löcher bohren und daraus gesundes Trinkwasser entnehmen können.
Zweitens. Zum zweiten Antrag: Der Antrag „Trinkwasser ist Daseinsvorsorge“ mit der Formulierung „Die Wasserversorgung ist eine Leistung der Daseinsvorsorge“ wurde übernommen.
Dazu ist zu überprüfen, wo ökologische Vorteile liegen. Das Trinkwasser aus Nordrhein-Westfalen, vielleicht an der Grenze im Norden von Rheinland-Pfalz, ist dann ökologisch vorteilhaft, aber es ist natürlich ökologisch nicht vorteilhaft, schwere Flaschen durch das ganze Land zu fahren und dann wieder einzusammeln, sondern es gibt grenzwertige Bereiche.
Alle Expertinnen und Experten haben uns noch einmal deutlich gemacht, dass eine Privatisierung des Trinkwasserbereichs wenig positive Effekte hätte und eine Liberalisierung des Marktes – ich sage „totale“ Liberalisierung des Marktes, dass man zum Beispiel sein Trinkwasser bei verschiedenen Firmen bestellen könnte – im Moment noch gar nicht möglich sei.
Wir haben – darauf möchte ich noch einmal verweisen – in unserem Antrag beschrieben, dass wir eine sehr hoch qualitative Versorgung haben wollen, nicht nur eine zuverlässige Versorgung im Trinkwasserbereich, sondern auch das beste Angebot an Qualität bei Trinkwasser.
Meine Damen und Herren, ich glaube, es ist wichtig, dass wir als Politikerinnen und Politiker klar machen, wir wollen den besten Standard in der Versorgung der Bevölkerung mit frischem, gutem Trinkwasser, und wir wollen deswegen die Liberalisierung und Privatisierung verhindern.
Zusatzeffekt bei einer kommunalen Trinkwasserversorgung ist nicht nur, dass die kommunalen Parlamente, die kommunalen Versorger bestimmen können, wie das Trinkwasser aufbereitet wird und welche Qualität es hat, Zusatzeffekt ist auch, dass wir Wasserschutz- und -schongebiete haben, die sehr wichtig für die ökologische Entwicklung der Bundesrepublik und sehr wichtig für eine kommunale Struktur im Natur-, Wasser- und Bodenschutz sind.
Die Firma h-tec in Lübeck entwickelt kleine Brennstoffzellen für Hausgeräte als Alternative für den Batterieantrieb; die aerodyn Energiesysteme GmbH in Rendsburg entwickelt den WindDeSalter, ein Windkraftwerk, das direkt aus Salzwasser genießbares Trinkwasser aufbereitet; die Farmatic biotech energy AG in Nortorf entwickelt die GreengasTechnologie, die Herstellung von Erdgas aus Biogas als Antriebsstoff der Zukunft; Konvex Siedlungssysteme GmbH & CO bauen in Handewitt eine Passivhaussiedlung mit Solarkollektoren, Fotovoltaik, Holzpelletkesseln und einem Zehntel des Energieverbrauchs einer herkömmlichen Siedlung; RePower installiert 2004 den Prototyp der 5 MW-Windkraftanlage in Brunsbüttel. Diesen kann man zurzeit auf der HUSUMwind besichtigen.
Wir decken unseren Stromverbrauch zu 25 % aus Windenergie ab. Unsere Ingenieure bauen Windmühlen, die direkt aus salzigem Wasser Trinkwasser erzeugen können. Neben gigantischen OffshoreWindenergieanlagen werden auch kleine hoch intelligente Anlagen für den Inselbetrieb in Entwicklungsländern entworfen. Wir haben uns das auf der „HUSUMwind“ gemeinsam ansehen dürfen. Was macht da die CDU?