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Kolleginnen und Kollegen von den GRÜNEN, zu Ihrer plakativen Überschrift "Keine Verschwendung unseres Grundwassers!": Sie kennen die Zahlen; sie sind bekannt. Wir verbrauchen pro Kopf ungefähr 130 Liter Trinkwasser am Tag. Aber nur fünf Liter werden zum Kochen und Trinken hergenommen. Das meiste rauscht durch die Toilettenspülung und wird sonst irgendwie verbraucht. Hier müssen wir ansetzen. Das sind Dinge, bei denen wir wirklich etwas bewegen können. Es wird die Aufgabe in der Zukunft sein, den Menschen klarzumachen, wie wichtig es ist, dort anzusetzen.

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Nun frage ich Sie: Wo soll dann das Wasser herkommen, um die riesigen Tagebauseen zu füllen, insbesondere den Cottbuser Ostsee? Alle Fachleute sagen, dass das Wasser, das in der Spree auftritt, auch in den Wintermonaten dafür in keiner Weise ausreicht. Ich meine, im Kopf zu haben, wenn man das versuchen würde, müsste man bis 2070 warten, und auch dann ist wegen der Temperaturentwicklung und der Verdunstung nicht sicher, dass es klappt. Deswegen sagen die verschiedenen Fachleute, die UBA-Studie und das LMBV ganz klar: Wenn wir in zehn Jahren in Berlin noch Trinkwasser haben und diese Speicher zwischendurch auffüllen wollen, brauchen wir die Elbwasserüberleitung.

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Das hängt zwar mit Grundwasser zusammen, weil wir in Brandenburg viel Trinkwasser aus Grundwasser fördern, aber zum Beispiel Berlin und auch die Stadt Frankfurt (Oder) - das sprach Herr Domres schon an - gewinnen einen Großteil ihres Wassers aus Uferfiltraten, nämlich der Spree. In Berlin sind es rund 70 %. Genau da liegen die wirklichen Problemstellungen und großen Herausforderungen für die Landespolitik, die die Landesregierungen mindestens der letzten zwei Jahrzehnte und auch die aktuelle aus meiner Sicht vollkommen verschlafen haben.

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Herr Roick hat das, glaube ich, angesprochen: Die Sümpfungswässer aus der Braunkohleförderung sind ja doch ein ganz wesentlicher Bestandteil dessen, dass wir überhaupt noch Wasser in der Spree haben, dass der Spreewald nicht ausgetrocknet ist und Berlin noch Trinkwasser gewinnen kann. Durchschnittlich sind nämlich 75 % des Wassers Sümpfungswasser, in trockenen Sommern bis zu 91 %. Man kann sich vorstellen: Wenn nur noch 9 % des Wassers in der Spree sind, reicht es vielleicht gerade noch, um den Spreewald als Biosphärenreservat in Form eines Tümpels zu erhalten, aber dahinter kommt kein Tropfen mehr raus.

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Deswegen ist es schlicht verrückt und weltfremd, ernsthaft jetzt einen schnelleren Kohleausstieg zu fordern. Das ist energiepolitisch schon Harakiri. Aber was das für das Wasser bedeutet, müssen Sie bitte mal Ihren Kollegen im Bundestag und in der Bundesregierung in Berlin erzählen - dass sie damit nämlich das Trinkwasser dramatisch gefährden. Ich bin der Ansicht: Es wird spätestens ab Mitte der 30er-Jahre deswegen zu deutlichen Rationierungen des Trinkwassers in der Bundeshauptstadt kommen, auch wenn wir beim jetzigen Ausstiegszenario bleiben.