Ein zweiter Punkt - Frau Wolf, Sie hatten das auch schon genannt - ist eben tatsächlich der Schutz der landwirtschaftlichen Flächen vor zunehmender Versiegelung. Hier ist der Finger in die Wunde gelegt worden und es gilt natürlich zu handeln. Auch die Ressource Wasser, insbesondere das Trinkwasser, wird bei den Vorhaben zum Bau von Pumpspeicherwerken nicht genügend erwähnt und genau wie die Folgen für den Thüringer Wald werden diese wichtigen Dinge - Ressource Trinkwasser - außer Acht gelassen.
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie haben es schon einmal gehört, am 10.07. wurden die Verbraucher im Raum Erfurt aufgeschreckt, als der Fund von Kolibakterien im Thüringer Trinkwasser durch das Institut für Wasser- und Umweltanalytik Luisenthal zu einem Abkochgebot für die Stadt Erfurt mit all seinen Ortsteilen führte. Aber auch für den gesamten Kreis Sömmerda, für mehrere Orte im Osten und Nordosten des Landkreises Gotha sowie für die Gemeinde Kutzleben im Unstrut-Hainich-Kreis galt dies. Insgesamt waren also mehr als 280.000 Verbraucher in Thüringen betroffen und bis zum 16. Juli angehalten, Trinkwasser möglichst nicht unbehandelt zu sich zu nehmen. Auf den Befund E. coli folgend wurde dem Wasser Chlor beigesetzt, um eine etwaige Kontamination und Gefahr für die Verbraucher so gering wie möglich zu halten und eine weitere Ausbreitung des Bakteriums auszuschließen. Auch das gehört hier mal gesagt. Des Weiteren wurde aufwendig die Wasserstrecke zwischen Luisenthal und dem Hochbehälter Bienstädt im Landkreis Gotha kontrolliert. Ergänzend wurde nach einer technischen Ursache der Verunreinigung gesucht. All dies aber Gott sei Dank ohne weiteren Befund. Daher konnten auch die Krankenhäuser bis dato kein erhöhtes Durchfallaufkommen feststellen und - das sage ich auch mal ganz deutlich - das war das Allerwichtigste. Da haben alle Maßnahmen von der Entdeckung über die Warnung der Gesundheitsämter bis hin zur Bekämpfung der potenziellen Gefahr funktioniert. Allen, die daran beteiligt waren, möchte ich hier an dieser Stelle auch herzlich Danke sagen.
Beim Trinkwasser sollten wir einen klaren Riegel vorschieben, um die Qualität, die wir in Deutschland haben, zu bewahren. Über alles andere kann man mit den Liberalen diskutieren, aber − auch das ist klar − nur in Brüssel! In Bayern steht derzeit nichts auf der Tagesordnung. Das haben wir so klar verortet.
Während Sie bei den Fragen der Luftreinhaltung im Ruhrgebiet allen Ernstes glauben, mit flächendeckenden Umweltzonen Probleme zu lösen, kann ich Ihre Regierungsarbeit im Hinblick auf das Trinkwasser an der Ruhr nicht mehr nachvollziehen.
Anfang der Woche haben Sie bekanntgegeben, das Trinkwasser aus der Ruhr sei sicher. Die Expertenkommission zum Programm „Reine Ruhr“ spricht dagegen aktuell davon, dass die Belastung der Fließgewässer auch trinkwasserrelevant sei.
Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Sehr verehrte Damen und Herren! Ich habe ganz aufmerksam diese Debatte in der letzten Stunde verfolgt. Es gab viel Streit untereinander, viel rückwärts gerichtetes Gerede. Es wurden über Jahre zurück Schuldzuweisungen gemacht. Zum Teil war das schon etwas grotesk. Ich habe mit Bärbel Höhn in diesem Parlament häufig genug gestritten. Aber ihr vorzuwerfen, dass sie das PFT auf die Felder gebracht hat, ist, glaube ich, zu viel. Eine solche Debatte tut dem Parlament nicht gut, weil die Bürger interessiert, dass weiter Probleme mit dem Trinkwasser der Ruhr bestehen. Das sagt dieser Bericht relativ deutlich.
Wir in Verden sind sozusagen von Landkreisen umzingelt, in denen gefrackt und Gas gefördert wird. Im Norden ist das der Landkreis Rothenburg, im Süden der Landkreis Diepholz. Dort haben die Menschen Angst, dass ihr Trinkwasser in Zukunft nicht mehr die gleiche hohe Qualität wie in der Vergangenheit hat. Aber auch Unternehmen der Mineralwasserindustrie wie der Vilsa-Brunnen oder die Auburg-Quelle gerade im Landkreis Diepholz haben die Befürchtung, dass ihre Handelsgrundlage, nämlich das Grundnahrungsmittel Wasser bzw. Mineralwasser, durch das Fracking gefährdet wird.
Darüber hinaus wollen wir aber auch das Kooperationsmodell Trinkwasserschutz fortsetzen und weiterentwickeln, und wir wollen evaluieren, welche Auswirkungen die bisher getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen hatten, um sicher sagen zu können: Jawohl, das Trinkwasser ist geschützt.
In dem von mir besuchten Mastbetrieb z. B. wird das Trinkwasser zusätzlich desinfiziert, sodass es einen deutlich höheren Reinheitsgrad als das Wasser hat, das normal aus der Leitung fließt. Allein dadurch gibt es von vornherein einen deutlich geringeren Arzneimittelbedarf und -verbrauch.
Jetzt wollen wir die Seriosität hinterfragen. Bei meiner Re cherche fiel auf, dass alle Biologen und andere Naturwissen schaftler die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ange sichts dessen, wie die Studie zustande kam. Sie ist sicherlich reißerisch vermarktet worden, ist jedoch völlig unseriös und unwissenschaftlich. Sie wurde sogar zur „Unstatistik des Mo nats“ gewählt. Herr Séralini fütterte Ratten über zwei Jahre hinweg mit gentechnisch verändertem Mais. Zudem erhielten die Tiere das Totalherbizid Roundup ins Trinkwasser. Er ver wendete einen Tierstamm, der speziell zu Tests hinsichtlich Turmorbildung geeignet ist. Wen wundert es also, dass die Ratten – sie haben eine Lebensdauer von etwa zwei Jahren – früher starben und häufiger Tumore hatten?