stattfindenden Streitigkeiten austragen sollten. Es geht immer hin darum, dass wir die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger vernünftig finanziert und geregelt bekommen. Es geht um Straßen, um Trinkwasser, um Abwasser, es geht um den gesamten Bereich der Abfallentsorgung. All diese Dinge müssen von unseren Kommunen und kommunalen Zweckver bänden für die Bürgerinnen und Bürger vorgehalten und finan ziert
Fakt ist eins: Es gibt Gefährdungen. Ich will es noch mal wiederholen. Man bohrt durch wasserführende Schichten hindurch. Wir beziehen unser Trinkwasser, glaube ich, aus Schichten von round about 100, 150 Metern, das ist der Spiegel, den wir heute nutzen. Wir reden aber hier von Tiefen von 1.500 Metern, durch die man bohrt. Trotzdem kann es dazu führen, dass man beim Durchbohren letztlich dort irgendetwas macht.
So liegt je nach Verband der anfallende Betriebsaufwand für eine Sanierung und Instandsetzung - mein Vorredner ist darauf eingegangen - je Kilometer Rohrnetzlänge zwischen 502 € und 2 600 €, was durchschnittlich eine finanzielle Belastung pro Einwohner für Trinkwasser von 107 € ausmacht. Dies liegt allerdings etwa im Bundesdurchschnitt.
Woher kommt denn das Trinkwasser für die vielen großen Städten in Nordrhein-Westfalen? Aus den städtischen Gebieten selber oder aus den Talsperren beispielsweise in meiner Heimat, im Bergischen Land? Hören Sie also auf, das Land und die Landwirtschaft schlechtzureden!
Und was ist eigentlich mit dem Verbraucherschutz, mit Daten und Urheberrechten? Zunächst: TTIP ist kein Datenschutzabkommen. Unsere Standards sind nicht Verhandlungsgegenstand und demzufolge auch nicht bedroht. Beim Verbraucherschutz geht es nicht selten zuerst um die Frage, was wir eigentlich essen wollen, und erst dann um die Produktsicherheit. Unverzichtbar ist natürlich ein Blick auf das sogenannte Chlorhühnchen. Das frisch geschlachtete Huhn hat eine Keimbelastung von einer Million Bakterien pro Quadratzentimeter. Reines Trinkwasser, wie es in Europa zur Behandlung eingesetzt wird, reduziert es dann auf 100 000 Bakterien und das Chlorbad auf 10 000. Dabei wird das Huhn in 2 bis 4 Grad kaltem Wasser gebadet, das 3 parts per million Chlordioxid enthält. Damit Sie das richtig einordnen können: 3 ppm entsprechen, in Zeit übersetzt, etwa 3 Minuten in knapp zwei Jahren. Jeder deutsche Schwimmbadbesuch verursacht beim Menschen mehr Chlorkontakt als diese Methode, und in dem Hühnerbad sind übrigens noch andere Substanzen enthalten. Man könnte es auch „Trinatriumphosphathuhn“ nennen, aber das ist natürlich ideologisch nicht so schön vermittelbar.
Herr Bosse, Sie haben gesagt, Ihre Überschrift lautet: „‚Fracking‘ - Sicherheit für Mensch und Umwelt geht vor!“ Im Umgang mit der Frackingtechnologie gilt auch für die CDU-Fraktion: Oberste Priorität hat der Schutz von Mensch, von Umwelt und selbstverständlich von Trinkwasser. Aber für uns ist wichtig, dass Erdgasförderung auch möglich bleiben muss. Deshalb wäre die bessere Überschrift für einen noch besseren Antrag: „‚Fracking‘ - Risiken beherrschen, aber auch Chancen nutzen!“
Jetzt komme ich zurück zur Ausgangsthese. Für die CDU bleibt der Schutz von Gesundheit, Umwelt und Trinkwasser oberstes Gebot.
Ich glaube, dass die Besorgnis, die wir in Richtung der Gefährdung von Trinkwasser und Grundwasser haben, in dem Vier-Phasen-Plan hinreichend berücksichtigt worden ist.