Protocol of the Session on November 29, 2007

(Beifall des Abg. Hagen Kluck FDP/DVP – Abg. Claus Schmiedel SPD: Sie sind notwendig, aber doch kein Ersatz! – Zuruf des Abg. Reinhold Gall SPD – Unruhe)

Zum Zweiten haben Sie das Wohnraumförderungsprogramm der L-Bank unterschlagen. Es umfasst immerhin eine Summe von 65 Millionen €, und diese 65 Millionen € sind ja wohl auch vom Land motiviert.

(Abg. Claus Schmiedel SPD: Die sind von der Kre- ditanstalt für Wiederaufbau! Das ist Bundesgeld! Normaler Kredit!)

Herr Schmiedel, davon sind 35 Millionen € von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und 30 Millionen € von der L-Bank, um genau zu sein.

Dieses Programm wird ja offensichtlich auch angenommen, wie Sie mittlerweile auch wissen. Es ist faktisch so, und auch von einigen Verbänden, z. B. von den Haus- und Grundbesitzern, wurde bei dieser Anhörung festgestellt – das wurde von Ihnen ebenfalls unterschlagen –, dass durchaus ein Zusammenhang zwischen dem Mietrecht auf Bundesebene und dem mangelnden Interesse, Wohnraum in Baden-Württemberg zu schaffen, besteht.

(Abg. Winfried Mack CDU: So ist es! – Glocke des Präsidenten)

Kollege Mack hat auch den „Wohn-Riester“ genannt. Ich stehe auch als FDP-Abgeordneter nicht an, zu sagen: Der „WohnRiester“ geht in die richtige Richtung.

Herr Abgeordneter, gestatten Sie zum Schluss Ihrer Redezeit...

Zum Schluss, ja. Ich bin sofort fertig. Dann darf Herr Schmiedel eine Nachfrage stellen.

(Abg. Katrin Altpeter SPD: Er kann doch nicht den Präsidenten unterbrechen! Das gehört sich nicht!)

... noch eine Zwischenfrage des Herrn Abg. Schmiedel? – Am Ende Ihrer Redezeit.

Ja. – Entscheidend ist, dass der Mietpreis im vergangenen Jahr im Schnitt nur um 1,48 % gestiegen ist, der Verbraucherpreis aber um 1,83 %. Insofern ist das der entscheidende Faktor dafür, dass das Vermieten in Baden-Württemberg unattraktiv geworden ist.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Ich habe seit zehn Jahren die Miete nicht erhöht!)

Positiv an diesem Gesetz ist die Streichung der „Vertreibungssteuer“, also der Fehlbelegungsabgabe, und der bürokratischen Kostenmiete.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Ich bin halt ein anstän- diger Mensch! – Gegenruf des Abg. Winfried Mack CDU: Sie werden nicht renoviert haben! Keine ener- getische Sanierung! Dann darf man auch die Miete nicht erhöhen!)

Insgesamt ist das ein gutes Gesetz. Es ist ein besseres Gesetz als das, das Sie vorgeschlagen und von Bayern abgekupfert haben. Es besteht auch keine Notwendigkeit, nun etwa die Änderungsanträge der Grünen positiv zu bescheiden.

(Beifall bei Abgeordneten der FDP/DVP – Abg. Bri- gitte Lösch GRÜNE: Aber die sind doch gut! Was gibt es daran auszusetzen? – Zuruf des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Frau Sitzmann, wenn Sie nun sagen, es sei notwendig, die Fehlbelegungsabgabe zu erhalten, stehen Sie in einem klaren Widerspruch zu Ihrem eigenen Oberbürgermeister Salomon in Freiburg, der sie nicht mehr haben will.

(Zuruf der Abg. Edith Sitzmann GRÜNE)

Er wird wahrscheinlich der Nächste sein, der Ihnen das grüne Parteibuch vor die Füße schmeißt.

(Beifall der Abg. Dr. Birgit Arnold FDP/DVP – Zu- ruf des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Jetzt, Herr Schmiedel.

(Abg. Katrin Altpeter SPD: Worterteilungen macht der Präsident! – Glocke des Präsidenten)

Das Wort erteile noch immer ich, Herr Kollege. – Also bitte, Herr Abg. Schmiedel.

Herr Kollege Rülke, Sie haben jetzt, wie auch der Minister, mehrfach die Behauptung aufgestellt, dass das über die L-Bank weitergereichte Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau für besonders energetische Bauweisen ein Ersatz für soziale Mietwohnungsförderung sei. Ist Ihnen bekannt oder würden Sie wenigstens zur Kenntnis

nehmen – wahrscheinlich ist es Ihnen nicht bekannt –, dass die L-Bank 17 % der Mittel aus dem KfW-40- und dem KfW60-Programm in Baden-Württemberg weiterreicht und mit zusätzlichen eigenen Krediten versieht und dass 83 % der Mittel aus diesen Programmen von den Kreissparkassen, Volksbanken und anderen Banken in Baden-Württemberg weitergereicht und auch mit eigenen Mitteln versehen werden?

(Zurufe des Ministers Ernst Pfister und des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Nach dieser Logik des Wirtschaftsministers könnte jeder Land rat sagen: Ich habe jetzt ein Kreiswohnungsbauprogramm, weil meine Kreissparkasse Gelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau weiterreicht. Halten Sie eine solche Begründung nicht für absurd?

(Abg. Hagen Kluck FDP/DVP: Nein, für sinnvoll!)

Herr Schmiedel, im Gegensatz zu Ihnen halte ich diese Begründung nicht für absurd.

(Abg. Katrin Altpeter SPD: Das wundert mich nicht!)

Denn das Einzige, was mich interessiert, ist, ob das Programm funktioniert oder nicht.

(Abg. Claus Schmiedel SPD: Das funktioniert, weil es ein gutes Bundesprogramm ist!)

Es funktioniert offensichtlich. Insofern interessieren mich Ihre beckmesserischen Einwendungen nicht.

Vielen Dank.

(Beifall bei der FDP/DVP – Unruhe)

Für die Landesregierung erteile ich dem Herrn Wirtschaftsminister das Wort.

(Abg. Katrin Altpeter SPD: Jetzt aber Aufklärung!)

Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Was mich am meisten

(Abg. Hans-Martin Haller SPD: Ärgert!)

irritiert und was mir am meisten Sorgen macht, ist die Tatsache, dass allein im ersten Halbjahr 2007 der Wohnungsbau in Deutschland insgesamt – parallel dazu natürlich auch in Baden-Württemberg – um satte 38 % zurückgegangen ist.

(Abg. Winfried Mack CDU: So ist es!)

Die Gründe hierfür sind klar: Es ist die Eigenheimzulage, die Sie abgeschafft haben.

(Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: So ist es! – Beifall des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Es ist die Mehrwertsteuererhöhung, die natürlich voll durchgeschlagen hat.

(Beifall bei der FDP/DVP)

Insofern sollten Sie, Herr Kollege Schmiedel, hier bitte keine Krokodilstränen vergießen,

(Abg. Brigitte Lösch GRÜNE: Er kann keine vergie- ßen!)

wenn es um Wohnungen geht, die nicht gebaut worden sind. Das war absehbar. Wir haben Ihnen gesagt, was passiert, wenn Sie die höchste Steuererhöhung, nämlich die Mehrwertsteuererhöhung, durchführen und welche Konsequenzen dies in der Kombination mit der Abschaffung der Eigenheimzulage bedeutet.

(Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Das betrifft alles den kleinen Mann, die kleine Frau! – Abg. Claus Schmiedel SPD: Warum gucken Sie immer zu mir? Gucken Sie auf die andere Seite!)

Das ist aber Schnee von gestern. Ich kann nur sagen: Wir müssen jetzt versuchen, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Wir müssen versuchen, zusätzliche Wohnungen zu bauen.